Meine Schwiegermutter hat mich einmal gefragt, warum ich im August nie komme. Ich habe damals geantwortet, dass da doch Regenzeit sei. Sie hat gelacht und gesagt, dass es bei ihr im Süden seit Wochen nicht geregnet hat.
Das war der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass die Sache mit der besten Reisezeit für die Philippinen komplizierter ist, als jede Klimatabelle behauptet. Das Land erstreckt sich über mehr als 1.800 Kilometer von Nord nach Süd. Die Aussage "Regenzeit von Juni bis November" ist ungefähr so präzise wie die Aussage, dass in Europa im Januar Schnee liegt.
In diesem Text steht, welcher Monat für welche Inselgruppe wirklich passt, wann die Taifun-Saison gefährlich wird und wann sie nur nass ist. Und ganz am Ende, weil das mein eigentliches Thema ist, wie ich den Flug dorthin mit Punkten bezahle.
Die kurze Antwort
Die beste Reisezeit für die Philippinen ist Januar bis März
Wenn du nur eine Zahl mitnehmen willst, dann diese: Januar, Februar und März sind landesweit die verlässlichsten Monate. Es ist trocken, die Temperaturen liegen zwischen 27 und 32 Grad, das Meer ist ruhig, und die Sicht unter Wasser ist am besten.
Die Trockenzeit selbst ist länger und reicht von Dezember bis Mai. Sie hat aber zwei Ränder, die man kennen sollte. Der Dezember ist im Norden noch von Nachläufern der Regenzeit geprägt, und April und Mai kippen ins andere Extrem: In diesen beiden Monaten wird es richtig heiss, in Spitzen über 40 Grad. Wer Hitze schlecht verträgt oder mit kleinen Kindern reist, sollte den Mai meiden.
Bleiben Februar bis April als die trockensten Monate mit teilweise nur 10 bis 30 Millimetern Niederschlag. Der Februar ist in meinen Augen der beste Kompromiss aus wenig Regen und erträglicher Hitze.

Warum die Faustregel für zwei von drei Inselgruppen falsch ist
Hier wird es interessant, und hier machen die meisten Reiseplanungen ihren Fehler. Die Philippinen bestehen aus drei grossen Inselgruppen, und die haben unterschiedliche Klimazonen.
Luzon im Norden, wo auch Manila liegt, folgt der Faustregel am deutlichsten. Dezember bis März ist dort die klare Empfehlung. Von Juni bis November zieht der Monsun durch, und Luzon liegt zusätzlich auf der Zugbahn der meisten Taifune. In den Bergregionen um die Reisterrassen wird es dabei spürbar kühler, was viele unterschätzt.
Die Visayas in der Mitte, also die Region um Cebu, Bohol und Siquijor, bekommen deutlich weniger Taifunaktivität ab. Diese Inselgruppe ist praktisch ganzjährig bereisbar. Es regnet in der nassen Jahreshälfte natürlich, aber meist in kurzen, kräftigen Schauern statt tagelang.
Und Mindanao im Süden liegt so weit unten, dass Taifune dort die Ausnahme sind. Der Süden bleibt das ganze Jahr über vergleichsweise trocken, während Luzon und Palawan im gleichen Zeitraum im Monsunregen stehen. Genau das hat meine Schwiegermutter gemeint.

Taifun-Saison: gefährlich oder nur unbequem?
Zwischen Juni und November ziehen im Schnitt acht bis zehn Taifune über die Philippinen. Das klingt dramatischer, als es sich für Reisende meistens anfühlt, aber man sollte es ernst nehmen.
Betroffen sind vor allem die Nord- und Ostküsten, also Luzon und der östliche Rand der Visayas. Ein Taifun kündigt sich in aller Regel mehrere Tage vorher an, die Behörden warnen zuverlässig, und Inlandsflüge werden dann grossflächig gestrichen. Das eigentliche Risiko für eine Reise ist deshalb selten die Gefahr, sondern der Zeitverlust: Wer in einer engen Route mit vielen Inselwechseln unterwegs ist, verliert schnell drei oder vier Tage.
Mein Rat, wenn du in dieser Zeit reisen musst, etwa weil du an Schulferien gebunden bist: Plane den Süden, halte die Route kurz, und lege mindestens zwei Pufferttage vor den Rückflug. Und buche Inlandsflüge mit einer Airline, die kostenlos umbucht, statt mit dem billigsten Tarif.
Monat für Monat, kurz und ehrlich
Die Kurzfassung für alle, die schon ein Reisefenster haben und nur wissen wollen, was sie erwartet.
- Januar bis März: die beste Zeit, trocken und angenehm warm, landesweit gut
- April: sehr trocken, aber bereits deutlich heisser
- Mai: Hitzespitze, teils über 40 Grad, erste Vorboten der Regenzeit
- Juni bis August: Monsun im Norden, Visayas und Mindanao bleiben brauchbar
- September und Oktober: statistisch die aktivste Taifunzeit
- November: Übergang, im Süden oft schon sehr schön
- Dezember: Beginn der Trockenzeit, im Norden noch wechselhaft, Hochsaison zu Weihnachten
Wie du überhaupt hinkommst
Es gibt derzeit keinen Direktflug von Deutschland nach Manila. Jede Verbindung hat mindestens einen Stopp, meist am Golf oder in Asien, und die reine Flugzeit liegt bei etwa 14 Stunden plus Umsteigezeit. Realistisch bist du also gut einen Tag unterwegs.
Die gängigen Wege führen über Doha, Dubai, Istanbul, Singapur oder Bangkok. Für die Visayas lohnt oft ein Ziel abseits von Manila: Cebu wird ebenfalls international angeflogen und spart dir einen Inlandsflug samt Umsteigen in Manila, was in der Taifunzeit ein echter Vorteil ist.
Und jetzt der Teil, für den ich eigentlich hier bin: mit Punkten hinfliegen
Meine Familie lebt dort. Ein Ticket kostet je nach Saison zwischen 700 und weit über 3.000 Euro, und bei zwei Reisen im Jahr wird das zu einer Zahl, die man nicht mehr ignoriert. Deshalb bezahle ich diese Flüge inzwischen fast nie mit Geld.
Es gibt zwei Wege, und beide haben ihre Berechtigung. Der bequeme führt über Punkte, die sich in Qatar Avios umwandeln lassen. Seit 2026 ist Philippine Airlines Partner von Qatar Airways, du kommst also mit einer einzigen Buchung bis Manila, ab Doha in der Qsuite.
Der günstige Weg ist ein Umweg. Ein Business-Class-Prämienflug bis Bangkok oder Singapur kostet über die bekannten Partnertarife rund 71.000 Meilen. Von dort weiter nach Manila oder Cebu kostet ein Billigflug meist zwischen 50 und 150 Euro. Du zahlst eine zusätzliche Nacht und etwas Nerven, sparst aber spürbar Meilen.

Und woher kommen die Meilen? Bei mir zum grössten Teil aus dem Alltag. Punkte aus dem Wocheneinkauf wandern eins zu eins in Meilen, ab 4.000 Punkten pro Transfer. Drei solcher Transfers, und ein Europaflug ist bezahlt. Für die Langstrecke braucht es mehr Geduld, aber das Prinzip ist dasselbe.
Die zwei Wege im Vergleich
Direkt über Doha
- Umsteigen
- Ein Stopp
- Aufwand
- Eine Buchung
- Kosten in Meilen
- Höher
- Passt zu
- Wer wenig Zeit hat
Umweg über Bangkok
- Umsteigen
- Zwei Stopps
- Aufwand
- Zwei Buchungen, eigene Nacht
- Kosten in Meilen
- Ab 71.000 Meilen
- Passt zu
- Wer Meilen sparen will
| Bequem Direkt über Doha | Umweg über Bangkok | |
|---|---|---|
| Umsteigen | Ein Stopp | Zwei Stopps |
| Aufwand | Eine Buchung | Zwei Buchungen, eigene Nacht |
| Kosten in Meilen | Höher | Ab 71.000 Meilen |
| Passt zu | Wer wenig Zeit hat | Wer Meilen sparen will |
| Karten für Punkte ansehen | Zum Meilenrechner |
Kartenlinks sind Empfehlungslinks. Für dich ändert sich am Angebot nichts.
Häufige Fragen zur Reisezeit
Mein Fazit
Wenn du frei wählen kannst, nimm Februar. Trocken, noch nicht zu heiss, und das Meer ist am klarsten. Wenn du an Schulferien gebunden bist, dann fahr im August in den Süden statt gar nicht zu fahren.
Und wenn dich der Flugpreis abschreckt: Der ist der einzige Teil dieser Reise, an dem du wirklich etwas ändern kannst. Ich habe drei Jahre gebraucht, um das zu begreifen.
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 27.07.2026


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