Lounges am Flughafen BER: Wer kommt 2026 rein?

Erschienen08.08.20269 Min. Lesezeit
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Reisender mit Rollkoffer geht im Morgenlicht durch ein modernes Flughafenterminal auf einen Lounge-Eingang zu.
Mit KI erstellt

Der BER hat eine Eigenart, die jeder kennt, der dort öfter früh fliegt: Nach der Sicherheitskontrolle wird es plötzlich eng. Das Terminal 1 ist architektonisch großzügig, aber die Sitzplätze an den Gates sind knapp, und um kurz nach sechs stehen vor den beiden geöffneten Kaffeeständen im Hauptpier Schlangen, die sich um die Ecke ziehen. Wer dann noch eine Stunde hat, sucht sich einen Platz auf dem Boden an einer Steckdose. Oder geht in eine Lounge.

Die Frage ist nur, welche, und mit was. Ich bekomme zu Berlin häufiger Mails als zu jedem anderen deutschen Flughafen, und meistens geht es um dasselbe Missverständnis: Viele glauben, Lounge-Zugang sei eine Sache der Buchungsklasse. Am BER ist er das nur in einem von vier Fällen. Die anderen drei Wege haben mit deinem Ticket überhaupt nichts zu tun.

Berlin ist dabei ein besonders dankbarer Flughafen, weil er übersichtlich ist. Es gibt genau drei Lounges und eine vierte Adresse, die keine Lounge ist, aber für Meilensammler trotzdem zählt. Alle liegen im selben Gebäude, alle sind zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Dieser Beitrag sortiert einmal komplett durch, wer wo hineinkommt, was es kostet und was sich zum 1. Oktober 2026 ändert. Stand: August 2026.

Auf einen Blick

3 plus 1 RestaurantLounges am BER
BER Lounge TegelMit Priority Pass
36 € (Lounge Tegel)Tagesticket ab
täglich 5:00 bis 21:00 UhrÖffnungszeiten Tegel
Amex Platinum ohne LH-LoungesAb 1. Oktober 2026

Welche Lounges es am Flughafen BER gibt

Der BER besteht aus Terminal 1 und Terminal 2, die aber baulich zusammenhängen und über denselben Sicherheitsbereich verbunden sind. Praktisch heißt das: Egal, an welchem Terminal du eincheckst, du kommst nach der Kontrolle an alle Lounges heran. Das ist ein angenehmer Unterschied zu Frankfurt oder München, wo eine falsche Terminalwahl den Lounge-Besuch komplett verhindern kann.

Die Orientierung im Sicherheitsbereich läuft über die Piers und die Gate-Nummern. Der Hauptpier verzweigt sich in einen nördlichen Abschnitt mit den B-Gates und einen südlichen mit den A-Gates. Die BER Lounge Tegel liegt im nördlichen Hauptpier auf der Ebene E1, direkt gegenüber Gate B17. Die BER Lounge Tempelhof findest du im Hauptpier an Gate A20. Die beiden Lufthansa-Lounges, die Senator Lounge und die Business Lounge, erreichst du über Gate B20: Der Zugang liegt auf Ebene E1, die Lounges selbst eine Etage höher auf Ebene E2.

Beide Flughafen-Lounges, also Tegel und Tempelhof, werden vom Flughafen selbst betrieben und nicht von einer Airline. Das ist der Grund, warum sie überhaupt für jeden zugänglich sind. Der Flughafen formuliert das auf seiner eigenen Seite unmissverständlich: Jeder Passagier kann Zugang zu den BER Lounges käuflich erwerben, zusätzlich gibt es Zugangsberechtigungen für Mitglieder verschiedener Partnerprogramme. Genau diese Partnerprogramme sind für Meilensammler der interessante Teil.

Infografik: Die drei Lounges am Flughafen BER. Lounge Tempelhof an Gate A20 für 48 Euro, Lounge Tegel an Gate B17 für 36 Euro, Lufthansa Lounges an Gate B20 nur mit Status.
Mit KI erstellt
Die drei Lounges am Flughafen BER auf einen Blick: die BER Lounge Tempelhof an Gate A20 für 48 Euro, die BER Lounge Tegel gegenüber Gate B17 für 36 Euro und die Lufthansa Senator und Business Lounge an Gate B20, in die man nur mit Status oder Business-Class-Ticket kommt.Mit KI erstellt

BER Lounge Tegel: die wichtigste Adresse für Einsteiger

Wenn du dir aus diesem Beitrag nur eine Information merkst, dann diese: Die BER Lounge Tegel ist seit November 2024 Teil des Priority-Pass-Netzwerks. Damit ist sie für sehr viele Kreditkarteninhaber ohne jeden Aufpreis zugänglich, ganz unabhängig davon, ob sie Economy oder Business fliegen und ob sie irgendeinen Vielfliegerstatus haben. Das ist der Weg, den die meisten Leser dieser Seite tatsächlich nutzen können.

Die Lounge liegt im nördlichen Hauptpier auf Ebene E1, gegenüber Gate B17, hinter der Sicherheitskontrolle. Geöffnet ist täglich von 5:00 bis 21:00 Uhr, was den frühen Berliner Abflügen entgegenkommt. Eingelassen wirst du frühestens dreieinhalb Stunden vor dem planmäßigen Abflug, bleiben darfst du maximal drei Stunden. Der Name führt übrigens regelmäßig zu Verwirrung: Die Lounge heißt Tegel, liegt aber selbstverständlich am BER. Die beiden Flughafen-Lounges sind nach den beiden geschlossenen Berliner Flughäfen benannt.

Für den Priority-Pass-Zugang musst du die Karte und eine gültige Bordkarte für denselben Tag vorzeigen. Priority Pass weist ausdrücklich darauf hin, dass der Zutritt bei starkem Andrang aus Platzgründen eingeschränkt werden kann. Das ist keine Formalie: Die Lounge ist nicht groß, und an einem Montagmorgen um sieben kann sie voll sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, kommt eher früh. Kinder unter drei Jahren kommen kostenlos mit. Es gibt Duschen, das Duschset mit Handtuch und Badeschuhen kostet allerdings 15 Euro extra.

Wer keinen Priority Pass hat, kauft sich für 36 Euro pro Person ein Tagesticket, entweder direkt an der Rezeption oder vorab über die Website des Flughafens. Das ist für einen dreistündigen Aufenthalt mit Buffet, Getränken und einem sicheren Sitzplatz eine ehrliche Rechnung, gerade wenn du zu zweit ohnehin für zwei Kaffee und zwei belegte Brote im Terminal schon zwölf Euro loswärst.

BER Lounge Tempelhof: teurer, ruhiger, mit eigener Grenzkontrolle

Die zweite Flughafen-Lounge liegt im Hauptpier an Gate A20 und kostet mit 48 Euro pro Person zwölf Euro mehr als die Tegel. Dafür bekommst du zwei Dinge, die den Aufpreis in bestimmten Situationen rechtfertigen: einen Panoramablick über das Vorfeld und, deutlich wichtiger, eine eigene Grenzkontrolle direkt an der Lounge.

Dieser zweite Punkt wird unterschätzt. Wenn du einen Fernflug aus dem Non-Schengen-Bereich hast, ersparst du dir mit der Tempelhof genau das Problem, das die Tegel mit sich bringt. Du gehst nicht erst in die Lounge, dann wieder heraus und dann durch eine Passkontrolle mit unbekannter Wartezeit, sondern erledigst die Kontrolle direkt im Anschluss an den Aufenthalt. Für einen Langstreckenflug nach Asien oder in die USA ist das die entspanntere Variante, und dafür sind zwölf Euro Aufpreis gut angelegt.

Die übrigen Konditionen entsprechen der Tegel: Einlass frühestens dreieinhalb Stunden vor Abflug, maximale Aufenthaltsdauer drei Stunden, Kinder unter drei Jahren kostenlos. Die Öffnungszeiten passt der Flughafen saisonal an den Flugplan an, ein Blick auf die Flughafenseite vor der Fahrt schadet also nicht. Und ein Punkt, der die Entscheidung für viele vorwegnimmt: Die Tempelhof ist nach meinem Kenntnisstand nicht über Priority Pass zugänglich. Wer also mit einer Kreditkarten-Lounge-Mitgliedschaft anreist, landet am BER in der Tegel.

Die drei BER-Lounges im direkten Vergleich

Beste Wahl für Einsteiger

BER Lounge Tegel

Lage
Hauptpier Nord, Ebene E1, gegenüber Gate B17
Tagesticket
36 € pro Person
Priority Pass
Ja, kostenlos mit Bordkarte des Tages
Öffnungszeiten
täglich 5:00 bis 21:00 Uhr
Besonderheit
Duschen (Duschset 15 € extra)
Für wen
Schengen-Flüge, Priority-Pass-Inhaber

BER Lounge Tempelhof

Lage
Hauptpier, Gate A20
Tagesticket
48 € pro Person
Priority Pass
Nein
Öffnungszeiten
saisonal an den Flugplan angepasst
Besonderheit
eigene Grenzkontrolle, Blick aufs Vorfeld
Für wen
Non-Schengen- und Langstreckenflüge

Lufthansa Senator & Business Lounge

Lage
Zugang Gate B20, Ebene E1, Lounges auf Ebene E2
Tagesticket
nicht käuflich
Priority Pass
Nein
Öffnungszeiten
an den Lufthansa-Flugplan gekoppelt
Besonderheit
getrennte Bereiche für Senator und Business
Für wen
Status der Lufthansa Group und Star Alliance, Business Class

Alle Angaben mit Stand August 2026, geprüft an den Seiten des Flughafens BER und von Priority Pass.

Infografik: Was der Lounge-Besuch am BER kostet. Tagesticket Tempelhof 48 Euro, Tagesticket Tegel 36 Euro, Lounge Tegel mit Priority Pass 0 Euro.
Mit KI erstellt
Was der Lounge-Besuch am BER kostet: Das Tagesticket für die Lounge Tempelhof liegt bei 48 Euro, für die Lounge Tegel bei 36 Euro. Mit einem Priority Pass ist der Besuch der Lounge Tegel kostenlos.Mit KI erstellt

Die Lufthansa-Lounges am BER: wer wirklich hineinkommt

Die Lufthansa betreibt am BER eine Senator Lounge und eine Business Lounge. Beide liegen hinter der Sicherheitskontrolle, der Zugang erfolgt an Gate B20 auf Ebene E1, die Räume selbst befinden sich eine Ebene höher auf E2. Wer schon einmal in einer der neueren Lufthansa-Lounges war, weiß, was ihn erwartet: warmes und kaltes Buffet, ordentlicher Kaffee, ruhige Arbeitsplätze.

Der entscheidende Unterschied zu den beiden Flughafen-Lounges ist, dass du dich hier nicht einkaufen kannst. Der Zugang läuft ausschließlich über Status oder Buchungsklasse. In die Business Lounge kommst du mit einem Business-Class-Ticket einer Airline der Lufthansa Group oder mit einem entsprechenden Vielfliegerstatus, in die Senator Lounge mit dem Senator-Status von Miles & More beziehungsweise dem gleichwertigen Star-Alliance-Gold-Status. Wer die genauen Zugangsregeln für seinen konkreten Fall nachlesen will, findet sie auf den Lounge-Seiten von Lufthansa selbst, der Flughafen verweist dafür ausdrücklich dorthin.

Für Einsteiger ist das die unangenehme Wahrheit dieses Beitrags: Die Lufthansa-Lounges sind der einzige Bereich am BER, den du dir nicht mit einer Kreditkarte oder einem Tagesticket erschließen kannst. Sie sind das Ergebnis von Vielfliegerei, nicht von cleverer Kartenwahl. Wer gerade anfängt, Meilen zu sammeln, plant realistischerweise mit der Lounge Tegel und arbeitet parallel auf den Status hin.

NU Made with Love: die vierte Adresse, die keine Lounge ist

Es gibt am BER eine Möglichkeit, die in fast keinem Lounge-Überblick auftaucht, weil sie technisch keine Lounge ist. Das Restaurant NU Made with Love ist ebenfalls Partner von Priority Pass, und das funktioniert nach einem anderen Prinzip: Statt freien Eintritts bekommst du ein Guthaben auf die Rechnung, konkret 23 Euro pro Besuch, gültig auf allen Karten.

Das Restaurant liegt im Abflugbereich hinter Sicherheits- und Passkontrolle auf Ebene E1, zwischen den Gates B06 und B07. Geöffnet ist täglich von 4:30 bis 21:00 Uhr, also noch eine halbe Stunde früher als die Lounge Tegel. Serviert wird pan-asiatische Küche neben klassischen Gerichten. Wichtig ist die Reihenfolge: Du musst Karte und Bordkarte für denselben Tag vorzeigen, bevor du bestellst, sonst wird das Guthaben nicht angerechnet.

Für wen lohnt sich das? Für zwei Gruppen. Erstens für alle, die vor einem sehr frühen Flug etwas Warmes essen wollen und mit dem Buffet einer Lounge nicht glücklich werden. Zweitens, und das ist der praktisch wichtigere Fall, für alle, die vor einer vollen Lounge Tegel stehen. Wenn dort wegen Andrang gerade niemand mehr eingelassen wird, ist NU der Ausweichplan, der dieselbe Karte nutzt. Begleitpersonen sind möglich, aber jeder Gast zählt als eigener Besuch auf deinem Priority-Pass-Kontingent.

Was sich am 1. Oktober 2026 für Amex-Platinum-Inhaber ändert

Eine Änderung, die den Lounge-Zugang in Berlin für eine ganze Gruppe von Karteninhabern neu sortiert, steht kurz bevor. American Express und Lufthansa haben ihre Lounge-Kooperation nicht verlängert. Im Lounge-Finder von American Express steht dazu wörtlich, dass Platinum-Karteninhaber bis zum 30. September 2026 Zugang zu Lufthansa Lounges haben und ab dem 1. Oktober 2026 zu keiner Lufthansa Lounge mehr. American Express hat gegenüber mehreren Fachredaktionen bestätigt, dass das auch für die in Deutschland ausgegebenen Karten gilt.

Was bedeutet das konkret am BER? Bis Ende September kommt ein Platinum-Inhaber mit einem Lufthansa-Group-Ticket noch in die Lufthansa Business Lounge an Gate B20. Ab Oktober fällt dieser Weg weg. Was bleibt, ist der Priority Pass, und der führt in Berlin in die BER Lounge Tegel gegenüber Gate B17 sowie zum Guthaben bei NU Made with Love. Für Berlin ist der Schaden damit überschaubar, weil die Alternative im selben Gebäude ein paar Gehminuten entfernt liegt. An Flughäfen ohne Priority-Pass-Partner sieht die Rechnung anders aus.

Ich schreibe das bewusst nüchtern, weil die Änderung in vielen Beiträgen dramatischer klingt, als sie für den Berliner Alltag ist. Wer die Platinum ausschließlich wegen der Lufthansa-Lounges hält, sollte die Rechnung neu aufmachen, und dafür habe ich den Wegfall in einem eigenen Beitrag ausführlich durchgerechnet. Wer sie wegen des Priority Pass, der Reiseversicherungen und der Guthaben hält, ändert an seinem Verhalten am BER genau nichts, außer dass er künftig links statt rechts abbiegt.

Infografik: Stichtag 1. Oktober 2026. Bis 30.09.2026 Lufthansa Lounge und Priority Pass, ab 01.10.2026 nur noch Priority Pass, am BER die Lounge Tegel statt der Lufthansa Lounge.
Mit KI erstellt
Stichtag 1. Oktober 2026: Bis zum 30. September 2026 haben Inhaber der Amex Platinum Zugang zu Lufthansa Lounges und zu Priority Pass. Ab dem 1. Oktober 2026 bleibt nur noch der Priority Pass. Am BER bedeutet das konkret: BER Lounge Tegel statt Lufthansa Lounge.Mit KI erstellt

Welcher Weg in die Lounge sich für wen rechnet

Am Ende läuft die Entscheidung am BER auf vier Wege hinaus, und welcher der richtige ist, hängt weniger vom Geld ab als davon, wie oft du fliegst und wohin.

Wer zwei- bis dreimal im Jahr ab Berlin fliegt, fährt mit dem Tagesticket am besten. Zwei Besuche in der Lounge Tegel kosten 72 Euro, und dafür musst du dich um keine Karte und keine Mitgliedschaft kümmern. Eine Kreditkarte mit 720 Euro Jahresgebühr rechnet sich bei dieser Flugfrequenz über den Lounge-Zugang allein nicht, und das sollte man ehrlich sagen, statt es wegzurechnen.

Ab etwa sechs bis acht Flügen im Jahr, und vor allem wenn du regelmäßig zu zweit reist, dreht sich das Bild. Acht Besuche zu 36 Euro sind 288 Euro, zu zweit sind es 576 Euro, und dann steht die Priority-Pass-Mitgliedschaft einer Kreditkarte plötzlich in einem anderen Licht, zumal die Karte noch andere Leistungen mitbringt. Rechne das mit deinen echten Flugzahlen durch und nicht mit den Flügen, die du dir für nächstes Jahr vornimmst.

Wer geschäftlich viel in der Lufthansa Group unterwegs ist, landet ohnehin früher oder später beim Status, und dann sind die Lufthansa-Lounges die naheliegende Antwort. Und wer nur einmal im Jahr auf Langstrecke geht, für den ist die Tempelhof mit ihrer eigenen Grenzkontrolle die 48 Euro wert, einfach weil sie den Ablauf vor einem Zehn-Stunden-Flug angenehmer macht.

Lounge-Situation am BER: Stärken und Schwächen

Dafür spricht

  • Alle Lounges liegen im selben verbundenen Sicherheitsbereich, ein Terminalwechsel ist kein Problem
  • Die Lounge Tegel ist über Priority Pass ohne Aufpreis zugänglich
  • Tagestickets sind für jeden Passagier käuflich, unabhängig von Ticket und Status
  • Mit NU Made with Love gibt es einen Ausweichplan, wenn die Lounge voll ist

Dagegen spricht

  • Die Lounge Tegel liegt im Schengen-Bereich, Non-Schengen-Reisende müssen erneut durch die Passkontrolle
  • Bei Andrang kann der Priority-Pass-Zutritt aus Platzgründen verweigert werden
  • Die Lufthansa-Lounges lassen sich weder kaufen noch über eine Kreditkarte erschließen
  • Ab 1. Oktober 2026 fällt der Lufthansa-Zugang über die Amex Platinum weg

Fazit — Für Einsteiger ist der BER einer der einfachsten deutschen Flughäfen: eine Lounge über Priority Pass, zwei über Tagesticket, alles zu Fuß erreichbar.

So planst du den Lounge-Besuch am BER richtig

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Karte, sondern die falsche Zeitplanung. Dreieinhalb Stunden vor Abflug ist die früheste Einlasszeit, drei Stunden die maximale Aufenthaltsdauer, und beide Grenzen gelten in beiden Flughafen-Lounges. Wer vier Stunden vorher am Flughafen steht, weil er die S-Bahn-Verbindung so gelegt hat, wartet die erste halbe Stunde trotzdem im Terminal.

Der zweite Punkt betrifft die Passkontrolle, und ich wiederhole ihn, weil er im Terminal wirklich Nerven kostet. Ein Flug nach London, Zürich oder in die Türkei geht am BER aus dem Non-Schengen-Bereich. Die Lounge Tegel liegt im Schengen-Bereich. Wenn du dort sitzt und die Passkontrolle noch vor dir hast, plane mindestens zwanzig Minuten zusätzlich ein, an vollen Tagen mehr.

Checkliste für den Lounge-Besuch am BER

Sechs Punkte, die du vor dem Abflug einmal durchgehst. Sie kosten dich zwei Minuten und ersparen dir die häufigsten Ärgernisse.

  • Terminal und Gate vorher prüfen

    Terminal 1 und 2 sind verbunden, aber die Wege zu den Lounges unterscheiden sich spürbar. Die Gate-Nummer sagt dir, welche Lounge in Laufweite liegt.

  • Schengen oder Non-Schengen klären

    Die Lounge Tegel liegt im Schengen-Bereich. Bei Non-Schengen-Flügen entweder die Tempelhof mit eigener Grenzkontrolle wählen oder Zeit für die Passkontrolle einplanen.

  • Priority Pass in der App bereithalten

    Die digitale Karte reicht, aber sie muss zusammen mit der Bordkarte für denselben Tag vorgezeigt werden.

  • Bei Andrang einen Plan B haben

    Wenn die Lounge Tegel voll ist, sind es zu NU Made with Love zwischen Gate B06 und B07 nur wenige Minuten, dort gibt es 23 Euro auf die Rechnung.

  • Tagesticket vorab online kaufen

    Für Tegel (36 €) und Tempelhof (48 €) lässt sich der Zugang über die Website des Flughafens vorab buchen, das spart die Diskussion an der Rezeption.

  • Duschen einplanen, wenn du sie brauchst

    Die Lounge Tegel hat Duschen, das Duschset mit Handtuch kostet aber 15 Euro zusätzlich.

Fazit: Berlin ist der einfachste Lounge-Flughafen Deutschlands

Der BER hat viel Kritik einstecken müssen, aber beim Lounge-Zugang ist er tatsächlich der übersichtlichste der großen deutschen Flughäfen. Drei Lounges, ein Restaurant mit Guthaben, alles im selben verbundenen Sicherheitsbereich und zu Fuß erreichbar. Es gibt kein Terminal, das dich vom Rest abschneidet, und keine Lounge, die du nur mit einer bestimmten Airline erreichst.

Für die meisten Leser dieser Seite ist die Antwort deshalb kurz: BER Lounge Tegel, gegenüber Gate B17, über Priority Pass oder für 36 Euro. Wer auf Langstrecke geht, nimmt die Tempelhof wegen der eigenen Grenzkontrolle. Und wer sich auf die Lufthansa-Lounges über die Amex Platinum verlassen hat, stellt sich vor dem 1. Oktober 2026 einmal die Frage, ob der Priority Pass die Lücke an seinen Flughäfen schließt. In Berlin tut er das.

Häufige Fragen zu den Lounges am Flughafen BER

Die BER Lounge Tegel gegenüber Gate B17 ist seit November 2024 Teil des Priority-Pass-Netzwerks und für Mitglieder kostenlos zugänglich, sofern eine Bordkarte für denselben Tag vorgezeigt wird. Zusätzlich ist das Restaurant NU Made with Love zwischen Gate B06 und B07 Priority-Pass-Partner, dort gibt es 23 Euro Guthaben auf die Rechnung statt freien Eintritts. Bei starkem Andrang kann der Zutritt zur Lounge aus Platzgründen eingeschränkt werden.
Jeder Passagier kann sich am BER in die beiden Flughafen-Lounges einkaufen. Die BER Lounge Tegel kostet 36 Euro pro Person, die BER Lounge Tempelhof 48 Euro pro Person. Kinder unter drei Jahren kommen jeweils kostenlos mit. Der Zugang lässt sich vorab über die Website des Flughafens oder direkt vor Ort an der Rezeption kaufen. Stand: August 2026.
Ja. Die Buchungsklasse spielt für die beiden Flughafen-Lounges keine Rolle. Sowohl das Tagesticket als auch der Priority-Pass-Zugang zur BER Lounge Tegel funktionieren unabhängig davon, ob du Economy oder Business fliegst. Nur die Lufthansa Senator und Business Lounge an Gate B20 setzen ein entsprechendes Ticket der Lufthansa Group oder einen Vielfliegerstatus voraus.
In beiden Flughafen-Lounges liegt die maximale Aufenthaltsdauer bei drei Stunden. Eingelassen wirst du frühestens dreieinhalb Stunden vor dem planmäßigen Abflug. Die BER Lounge Tegel ist täglich von 5:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, die Öffnungszeiten der Lounge Tempelhof passt der Flughafen saisonal an den Flugplan an.
Nur teilweise. American Express und Lufthansa haben ihre Kooperation nicht verlängert: Platinum-Karteninhaber haben laut American Express bis zum 30. September 2026 Zugang zu Lufthansa Lounges, ab dem 1. Oktober 2026 zu keiner mehr. Der Priority Pass der Karte bleibt davon unberührt, und damit bleibt am BER die Lounge Tegel zugänglich. Die Lufthansa Senator und Business Lounge an Gate B20 fällt für Platinum-Inhaber ohne Status oder Business-Class-Ticket weg.
Das hängt vom Ziel ab. Die BER Lounge Tegel liegt im Schengen-Abflugbereich. Wenn dein Flug aus dem Non-Schengen-Bereich geht, etwa nach London, Zürich oder Istanbul, musst du nach dem Besuch erneut durch die Passkontrolle und solltest dafür Zeit einplanen. Die BER Lounge Tempelhof hat eine eigene Grenzkontrolle direkt an der Lounge und umgeht dieses Problem.

Geschrieben von

Simon Edholzer

Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik

Zuletzt aktualisiert am 08.08.2026

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