Es ist 5:40 Uhr am Pier B in Düsseldorf, die Sicherheitskontrolle liegt hinter dir, und vor dem einzigen offenen Bäcker stehen zwölf Leute. Der Flug geht um 7:05 Uhr. Eine Stunde totschlagen zwischen Rollkoffern und Durchsagen, oder eine Tür weiter in eine Lounge, in der es Kaffee, einen Sitzplatz und Ruhe gibt: Das ist die Frage, die sich an jedem frühen Morgen an diesem Flughafen stellt.
Die Antwort hängt weniger von deinem Ticket ab, als die meisten denken. Ich werde regelmäßig gefragt, ob man mit einer Economy-Buchung überhaupt in eine Lounge kommt. Man kommt, und zwar auf drei verschiedenen Wegen. Nur einer davon hat mit der Buchungsklasse zu tun.
Düsseldorf ist der drittgrößte Flughafen Deutschlands und trotzdem deutlich übersichtlicher als Frankfurt oder München. Es gibt genau vier relevante Lounges, verteilt auf drei Piers. Wer weiß, welche davon zu seiner Karte gehört, spart sich das Suchen im Terminal und die Enttäuschung an der Rezeption. Dieser Beitrag sortiert das einmal komplett durch, mit Stand August 2026.
Auf einen Blick
Welche Lounges es am Flughafen Düsseldorf gibt
Düsseldorf hat kein Terminal-Wirrwarr. Die Abflugbereiche heißen A, B und C, und jeder Pier hat sein eigenes Lounge-Angebot. Das macht die Sache angenehm einfach: Du musst nur wissen, von welchem Pier dein Flug geht, und schon steht fest, welche Lounges überhaupt für dich in Frage kommen. Ein Wechsel zwischen den Piers nach der Kontrolle ist im Schengen-Bereich zwar möglich, lohnt sich aber selten, weil du am Ende doch zum richtigen Gate zurückmusst.
An Pier A sitzen die beiden Lufthansa-Lounges, die Business Lounge und die Senator Lounge. An Pier B liegt die DUS Rhein Lounge, die vom Flughafen selbst betrieben wird. An Pier C, dem Non-Schengen-Bereich für Fernflüge, findest du die DUS Sky Lounge sowie die Emirates Lounge, die ausschließlich Emirates-Gästen offensteht.
Ein Hinweis, der online für viel Verwirrung sorgt: Zwei dieser Lounges heißen inzwischen anders als früher. Die heutige DUS Rhein Lounge an Pier B war jahrelang die Hugo Junkers Lounge, die DUS Sky Lounge an Pier C hieß Open Sky Lounge. Beide Namen kursieren in Reiseberichten und Foren weiter, gemeint ist derselbe Raum am selben Ort. Wenn du also einen Bericht über die Hugo Junkers Lounge liest, beschreibt der die Lounge, die heute DUS Rhein heißt.

Pier A: die beiden Lufthansa-Lounges
Wer mit Lufthansa, Swiss, Austrian oder Brussels Airlines innerhalb Europas fliegt, startet in Düsseldorf in aller Regel von Pier A. Dort liegen die Lufthansa Business Lounge und die Lufthansa Senator Lounge, beide auf der Abflugebene und beide gut ausgeschildert.
Die Zugangsregeln sind bei Lufthansa seit Jahren dieselben und leicht zu merken. In die Business Lounge kommst du mit einem Business-Class-Ticket der Lufthansa Group oder eines Star-Alliance-Partners, außerdem mit Star Alliance Gold, was in der Praxis meist Frequent Traveller oder ein Gold-Status einer Partnerairline bedeutet. Die Senator Lounge ist eine Stufe darüber angesiedelt und Senatoren, HON Circle Mitgliedern sowie Star Alliance Gold Gästen auf bestimmten Tarifen vorbehalten.
Für Einsteiger ohne Status und ohne Business-Ticket sind die beiden Lounges damit erst einmal außen vor. Man kann sich dort auch nicht einkaufen: Lufthansa verkauft an den deutschen Standorten keine Tageskarten an der Tür. Das klingt hart, ist aber kein Beinbruch, denn genau für diesen Fall gibt es Pier B.
Pier B: die DUS Rhein Lounge
Die DUS Rhein Lounge ist für die meisten Leser dieses Beitrags die wichtigste Adresse am Flughafen. Sie gehört dem Flughafen selbst, nicht einer Airline, und genau deshalb ist sie für Menschen ohne Vielfliegerstatus überhaupt erreichbar. Du findest sie hinter der Sicherheits- und Passkontrolle auf Ebene 2, erreichbar über eine Treppe, ausgeschildert Richtung Pier B. Geöffnet ist täglich von 5:00 bis 21:00 Uhr, was den frühen Abflug um kurz nach sieben komfortabel abdeckt.
Der Flughafen hat die Lounge 2026 umgebaut und im Juni vollständig wiedereröffnet. Angekündigt war ein À-la-carte-Konzept mit rund zwanzig Gerichten statt des klassischen Buffets. Ob das an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit so umgesetzt wird, berichten Gäste unterschiedlich, mindestens ein Besucher fand nach der Wiedereröffnung ein normales Buffet vor. Ich würde die Küche deshalb als angenehm, aber nicht als Reisegrund einordnen.
Interessanter sind die Zugangswege, und davon gibt es hier ungewöhnlich viele. Priority Pass wird akzeptiert. Dazu kommen Business-Class-Gäste und Statuskunden mehrerer Airlines, die in Düsseldorf keine eigene Lounge unterhalten, darunter Iberia, Air France, KLM, Finnair, SAS, Condor und Aegean. Wer über den Premium-Parkplatz P1 mindestens vier Tage parkt, bekommt den Lounge-Zugang sogar mit dem Parkpaket. Und wer nichts davon hat, kauft sich ein Tagesticket.
Das Tagesticket kostet über die Website des Flughafens 49 Euro pro Person. Für Familien gibt es ein Paket aus zwei Erwachsenen und einem Kind zwischen zwei und elf Jahren für 99 Euro. Damit liegt Düsseldorf im üblichen Rahmen deutscher Flughafen-Lounges. Ob sich das lohnt, hängt stark davon ab, wie lange du wartest, dazu unten mehr. Stand: August 2026.
Pier C: DUS Sky Lounge und Emirates Lounge
Pier C ist der Non-Schengen-Bereich. Von hier gehen die Flüge, für die du durch die Passkontrolle musst, also die Langstrecken und die Ziele außerhalb des Schengen-Raums. Wer nach Dubai, in die Türkei oder in die USA fliegt, landet hier.
Die DUS Sky Lounge liegt eine Etage über den Abfluggates und ist mit dem Aufzug erreichbar. Auch sie gehört dem Flughafen und ist mit Priority Pass zugänglich, ebenfalls täglich von 5:00 bis 21:00 Uhr. Zusätzlich kommen Business-Class-Passagiere hinein, die ab Pier C fliegen, sofern ihre Airline dort keine eigene Lounge betreibt. Genau diese Einschränkung zielt auf Emirates.
Denn Emirates unterhält an Pier C eine eigene Lounge, und die ist ausschließlich für Gäste der First und Business Class sowie für Skywards-Mitglieder mit Gold- oder Platinum-Status geöffnet. Mit Priority Pass kommst du dort nicht hinein, egal welche Kreditkarte du hast. Das ist bei Airline-eigenen Lounges der Normalfall und keine Düsseldorfer Besonderheit.
Ehrlich gesagt ist die DUS Sky Lounge die schwächere der beiden Flughafen-Lounges. Ältere Erfahrungsberichte beschreiben sie als eher dunkel und mit überschaubarem Angebot, während die frisch umgebaute DUS Rhein Lounge an Pier B deutlich besser dasteht. Wenn du die Wahl hast, weil dein Flug im Schengen-Bereich startet, nimm Pier B.

Die drei Wege in die Lounge, sortiert nach Aufwand
Alles, was oben steht, lässt sich auf drei Zugangswege eindampfen. Es hilft, sie in dieser Reihenfolge durchzugehen, weil der erste passende Treffer meistens auch der günstigste ist.
Der erste Weg ist das Ticket selbst. Fliegst du Business Class, ist der Lounge-Zugang fast immer eingeschlossen, und zwar in der Lounge, die zu deiner Airline gehört. Das kostet dich keinen Cent extra und ist der Grund, warum du gar nicht erst weitersuchen musst. Dasselbe gilt für einen Vielfliegerstatus ab Star Alliance Gold oder vergleichbar.
Der zweite Weg ist Priority Pass. Das ist eine eigenständige Lounge-Mitgliedschaft, die weltweit über 1.500 Lounges abdeckt und die du dir entweder direkt kaufst oder, deutlich üblicher, über eine Kreditkarte bekommst. In Düsseldorf öffnet sie dir die DUS Rhein Lounge und die DUS Sky Lounge. Für alle ohne Status ist das der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Nutzen, weil er an jedem Flughafen funktioniert und nicht nur hier.
Der dritte Weg ist schlicht bezahlen. 49 Euro für die DUS Rhein Lounge, buchbar über die Seite des Flughafens oder spontan an der Rezeption. Rund zehn Prozent der Gäste entscheiden sich laut Flughafen erst vor Ort. Das ist die Lösung für den einmaligen Fall, aber die teuerste pro Besuch.
Kurz vor dem Abflug durchgehen
Von welchem Pier geht mein Flug: A, B oder C?
Habe ich ein Business-Class-Ticket oder einen passenden Status?
Bringt eine meiner Kreditkarten Priority Pass mit?
Wie lange warte ich wirklich? Unter einer Stunde lohnt sich ein Tagesticket selten.
Ist die Lounge zu meiner Abflugzeit überhaupt offen? Schluss ist um 21:00 Uhr.
Was sich am 1. Oktober 2026 für Amex-Platinum-Inhaber ändert
Jetzt zu der Änderung, die für Meilensammler in Deutschland dieses Jahr am meisten bewegt. Die American Express Platinum Card öffnete bislang neben Priority Pass auch die Lufthansa-Lounges. Damit war sie an deutschen Flughäfen besonders wertvoll, weil Lufthansa hier nun einmal die meisten und die besten Lounges betreibt.
Nach den Kartenbedingungen endet diese Partnerschaft mit Ablauf des 30. September 2026. Ab dem 1. Oktober 2026 haben Platinum-Karteninhaber keinen Zugang mehr zu Lufthansa-Lounges. Aufgetaucht ist die Formulierung zuerst in den Bedingungen der amerikanischen Platinum-Karten; eine eigene, offensive Kommunikation von American Express Deutschland an die Kunden stand zum Zeitpunkt dieses Beitrags noch aus. Ich halte den Termin trotzdem für belastbar, weil er in den Kartenbedingungen selbst steht und international einheitlich beschrieben wird.
Für Düsseldorf bedeutet das konkret: An Pier A kommst du mit der Platinum Card ab Oktober nicht mehr hinein. Was bleibt, ist Priority Pass, und der öffnet dir weiterhin die DUS Rhein Lounge an Pier B und die DUS Sky Lounge an Pier C. Düsseldorf trifft die Änderung damit deutlich schwächer als Frankfurt oder München, wo das Lufthansa-Angebot einen viel größeren Anteil ausmacht.
Zur Einordnung der Karte selbst: Die Amex Platinum kostet 720 Euro im Jahr und wirbt aktuell mit 85.000 Willkommenspunkte. 85.000 Punkte sind ungefähr die Größenordnung, mit der ein Business-Class-Flug innerhalb Europas oder ein gutes Stück einer Langstrecke bezahlt ist, je nach Programm und Termin. Wer die Karte ausschließlich wegen der Lufthansa-Lounges hielt, sollte die Rechnung im Herbst neu aufmachen. Wer sie wegen Priority Pass, der Guthaben und des Willkommensbonus hat, verliert einen Baustein von mehreren.

Lohnt sich das Tagesticket für 49 Euro?
Diese Frage bekomme ich am häufigsten, und die ehrliche Antwort lautet: meistens nicht, aber es gibt klare Ausnahmen. 49 Euro sind für eine Stunde Sitzen und zwei Kaffee ein sehr stolzer Preis. Die Rechnung dreht sich, sobald einer von drei Faktoren dazukommt.
Der erste ist Zeit. Ab etwa zwei Stunden Wartezeit verschiebt sich das Verhältnis deutlich, weil du im Terminal in dieser Zeit ohnehin für Getränke und eine Kleinigkeit zu essen zahlst. Wer mit Umsteigeverbindung oder nach einer Verspätung länger festsitzt, holt einen Teil des Preises schlicht über Verpflegung wieder herein.
Der zweite ist Arbeit. Wenn du vor dem Flug noch zwei Stunden am Laptop brauchst, ist eine ruhige Sitzecke mit Steckdose und stabilem WLAN etwas anderes als ein Platz am Gate. Für Selbstständige ist das im Zweifel eine Betriebsausgabe und keine Luxusfrage.
Der dritte ist die Familie. Das Paket für zwei Erwachsene und ein Kind liegt bei 99 Euro, also 33 Euro pro Kopf statt 49. Mit einem Kleinkind, das vor einem frühen Flug einen ruhigen Ort zum Frühstücken braucht, sieht die Rechnung noch einmal anders aus als für den Geschäftsreisenden allein.
Und dann gibt es den vierten Fall, der eigentlich die interessanteste Rechnung ist: Wenn du mehrmals im Jahr fliegst, ist das Tagesticket der falsche Hebel. Drei bezahlte Lounge-Besuche im Jahr kosten dich rund 150 Euro und decken nur Düsseldorf ab. Eine Karte mit Priority Pass kostet mehr, deckt dafür aber jeden Flughafen ab, an dem du landest, und bringt Willkommensbonus und Guthaben mit. Ab etwa vier bis fünf Lounge-Besuchen im Jahr rechnet sich der Kartenweg fast immer besser als Einzeltickets.
Die vier Lounges im Vergleich
DUS Rhein Lounge
- Pier
- B
- Bereich
- Schengen
- Priority Pass
- Ja
- Tagesticket
- 49 €
- Öffnungszeiten
- 5:00 bis 21:00 Uhr
DUS Sky Lounge
- Pier
- C
- Bereich
- Non-Schengen
- Priority Pass
- Ja
- Tagesticket
- Ja, Preis variiert
- Öffnungszeiten
- 5:00 bis 21:00 Uhr
Lufthansa Business Lounge
- Pier
- A
- Bereich
- Schengen
- Priority Pass
- Nein
- Tagesticket
- Nein
- Öffnungszeiten
- Nach Flugplan
Emirates Lounge
- Pier
- C
- Bereich
- Non-Schengen
- Priority Pass
- Nein
- Tagesticket
- Nein
- Öffnungszeiten
- Nach Flugplan
| Beste Wahl ohne Status DUS Rhein Lounge | DUS Sky Lounge | Lufthansa Business Lounge | Emirates Lounge | |
|---|---|---|---|---|
| Pier | B | C | A | C |
| Bereich | Schengen | Non-Schengen | Schengen | Non-Schengen |
| Priority Pass | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Tagesticket | 49 € | Ja, Preis variiert | Nein | Nein |
| Öffnungszeiten | 5:00 bis 21:00 Uhr | 5:00 bis 21:00 Uhr | Nach Flugplan | Nach Flugplan |
Angaben Stand August 2026, ohne Gewähr. Preise und Zugangsregeln können sich ändern.
Häufige Fragen zu den Lounges in Düsseldorf
Mein Fazit
Düsseldorf macht es einem leichter als die großen Drehkreuze. Vier Lounges, drei Piers, und für alle ohne Vielfliegerstatus führt der Weg praktisch immer zur DUS Rhein Lounge an Pier B. Sie ist frisch umgebaut, sie öffnet um fünf Uhr morgens, und sie ist über Priority Pass, über mehrere Airline-Tarife und notfalls über ein Tagesticket erreichbar.
Wenn du ein- oder zweimal im Jahr ab Düsseldorf fliegst und ohnehin selten lange wartest, kauf dir im Zweifel das Tagesticket und gut ist. Wenn du öfter unterwegs bist, ist Priority Pass über eine Kreditkarte der klar bessere Weg, weil er nicht nur hier funktioniert. Und wenn du deine Karte bislang wegen der Lufthansa-Lounges hältst, dann ist der Oktober der Moment, diese Rechnung noch einmal neu zu machen.
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 05.08.2026


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