Luftverkehrsteuer 2026: Bundesregierung plant Senkung ab 1. Juli 2026, Ryanair und BDL fordern mehr

TL;DR

  • Ab 1. Juli 2026 soll die deutsche Luftverkehrsteuer wieder auf das Niveau vor der Erhöhung vom 1. Mai 2024 sinken. (bayern.de)
  • Geplante Sätze ab 01.07.2026: 12,48 Euro (Kurzstrecke), 31,61 Euro (Mittelstrecke), 56,91 Euro (Langstrecke). (bayern.de)
  • Heute (Stand Januar 2026) gelten nach der Erhöhung vom Mai 2024: 15,53 Euro, 39,34 Euro, 70,83 Euro. (zoll.de)
  • BDL bewertet die Entscheidung als „ersten Schritt“, fordert aber langfristig eine weitere Entlastung bis hin zur Abschaffung. (bdl.aero)
  • Ryanair begrüßt die Senkung, fordert aber ebenfalls die vollständige Abschaffung und verknüpft dies mit Investitions- und Kapazitätszusagen für Deutschland. (corporate.ryanair.com)

Stand: 20.01.2026


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Deutschland senkt die Luftverkehrsteuer ab 01.07.2026. Das sind die neuen Sätze, Hintergründe, Forderungen von BDL und Ryanair sowie Folgen für Tickets.


Inhaltsverzeichnis

  • Was ist die Luftverkehrsteuer und wer zahlt sie?
  • Was ändert sich ab 1. Juli 2026?
  • Die neuen Sätze im Überblick
  • Warum wird die Steuer gesenkt?
  • BDL und Ryanair: Warum ihnen das nicht reicht
  • Was bedeutet das für Ticketpreise?
  • Sonderfälle und wichtige Regeln
  • Einordnung: Einnahmen, Markt und Standortkosten
  • Fazit
  • Quellen

Was ist die Luftverkehrsteuer und wer zahlt sie?

Die Luftverkehrsteuer (oft auch „Ticketsteuer“ oder „Luftverkehrsabgabe“ genannt) ist eine deutsche Steuer, die seit 1. Januar 2011 für gewerbliche Passagierflüge erhoben wird, wenn ein Passagier von einem deutschen Flughafen abfliegt. Praktisch wird sie in der Regel über den Ticketpreis an Reisende weitergegeben und taucht in der Steuer- und Gebührenaufschlüsselung des Tickets auf. (bundesfinanzministerium.de)

Distanzklassen: Kurz, Mittel, Lang

Die Steuer ist nach drei Distanzklassen gestaffelt. Maßgeblich ist die Entfernung, die der Gesetzgeber pauschaliert über Zielland bzw. Referenzflughäfen abbildet. Im Ergebnis sind es drei feste Sätze, abhängig davon, ob dein Flug in die Distanzklasse 1, 2 oder 3 fällt. (bundesfinanzministerium.de)

Wer zahlt die Luftverkehrsteuer nicht?

Wichtig für Umsteiger: Transit- und Umsteigepassagiere zahlen die Luftverkehrsteuer in Deutschland grundsätzlich nicht, wenn sie Deutschland nur als Umsteigepunkt nutzen. (bundesfinanzministerium.de)


Was ändert sich ab 1. Juli 2026?

Die Bundesregierung aus Union und SPD hat in Koalitionsvertrag und Koalitionsausschuss angekündigt bzw. beschlossen, die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 auf das Niveau vor der Erhöhung zum 1. Mai 2024 zurückzuführen. (bayern.de)

In der Branche wird das als Entlastung des Standorts bewertet, weil Airlines Deutschland im europäischen Vergleich als teuer einschätzen, insbesondere durch das Zusammenspiel aus Steuern, Sicherheitsgebühren und Flugsicherungsentgelten. Der BDL nennt die im Koalitionsausschuss in Aussicht gestellten Entlastungen einen „guten ersten Schritt“. (bdl.aero)

Wichtig: Es handelt sich um eine angekündigte Senkung ab einem zukünftigen Stichtag. Für Reisende zählt daher: Bis zum Inkrafttreten gelten die aktuellen Sätze unverändert. (zoll.de)


Die neuen Sätze im Überblick

Aktuelle Sätze (seit 01.05.2024)

  • Distanzklasse 1: 15,53 Euro
  • Distanzklasse 2: 39,34 Euro
  • Distanzklasse 3: 70,83 Euro

Diese Werte sind sowohl beim Bundesfinanzministerium als auch bei Zoll und Destatis dokumentiert. (bundesfinanzministerium.de)

Geplante Sätze ab 01.07.2026

  • Distanzklasse 1: 12,48 Euro
  • Distanzklasse 2: 31,61 Euro
  • Distanzklasse 3: 56,91 Euro

Damit würden die Sätze exakt auf das Niveau zurückkehren, das vor der Erhöhung vom 1. Mai 2024 galt (dort waren diese Beträge bis 30.04.2024 hinterlegt). (zoll.de)

Was bedeutet das in Euro pro Ticket?

Die Entlastung pro Passagier entspräche rechnerisch:

  • Distanzklasse 1: minus 3,05 Euro (von 15,53 auf 12,48)
  • Distanzklasse 2: minus 7,73 Euro (von 39,34 auf 31,61)
  • Distanzklasse 3: minus 13,92 Euro (von 70,83 auf 56,91)

Diese Differenzen ergeben sich direkt aus den veröffentlichten Steuersätzen. (zoll.de)


Warum wird die Steuer gesenkt?

Deutschland hängt beim Luftverkehr hinterher

Mehrere Marktanalysen zeigen, dass der deutsche Luftverkehr im Vergleich zu vielen europäischen Ländern langsamer auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt ist. Ein DLR-Monitor dokumentiert für 2024 weiterhin ein Niveau rund 15 Prozent unter 2019. (elib.dlr.de)

In der politischen Debatte wird das häufig als Standortproblem eingeordnet. Der Koalitionsausschuss hat deshalb ein Maßnahmenpaket beschlossen, das neben der Luftverkehrsteuer auch weitere Kostentreiber adressieren soll. (bayern.de)

Erhöhung 2024 als Auslöser

Die Luftverkehrsteuer wurde zum 1. Mai 2024 deutlich angehoben. Die neuen Sätze (15,53 / 39,34 / 70,83 Euro) sind im Bundesgesetzblatt als Teil der damaligen Haushaltsfinanzierung dokumentiert. (recht.bund.de)

Airlines und Verbände argumentieren seitdem, dass höhere Abgaben das Angebot in Deutschland unattraktiver machen, besonders für preis- und kostengetriebene Punkt-zu-Punkt-Verkehre.


BDL und Ryanair: Warum ihnen das nicht reicht

BDL: Senkung als „erster Schritt“, langfristig mehr nötig

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßte die Einigung im Koalitionsausschuss ausdrücklich und sprach von einem „guten ersten Schritt“. Gleichzeitig machte der Verband deutlich, dass aus Branchensicht weitere Maßnahmen notwendig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. (bdl.aero)

In der öffentlichen Diskussion nennt der BDL dabei regelmäßig Optionen wie:

  • eine weitergehende Reduktion der Steuerlast
  • eine Beteiligung des Staates an bestimmten Sicherheits- oder Flugsicherungskosten
  • oder eine Streichung der Luftverkehrsteuer

Welche Variante politisch realistisch ist, hängt am Ende vom Bundeshaushalt, europarechtlichen Rahmenbedingungen und der Klimapolitik ab.

Ryanair: Volle Abschaffung, sonst bleibt Deutschland zu teuer

Ryanair kommuniziert seit Jahren sehr offensiv gegen hohe Abgaben in Deutschland. In einer Erklärung zum deutschen Markt kündigte die Airline im Januar 2026 an, im Sommer 2026 300.000 Sitzplätze wieder einzuführen und 11 neue Strecken aufzunehmen. Als Begründung wird die angekündigte Senkung der Luftverkehrsteuer und ein Einfrieren bestimmter Gebühren genannt. (corporate.ryanair.com)

Parallel fordert Ryanair weiterhin, die Luftverkehrsteuer vollständig abzuschaffen. In einer älteren Mitteilung zu Kapazitätskürzungen hatte Ryanair die Abschaffung mit einem Szenario verknüpft: bis zu 30 zusätzliche Flugzeuge, Investitionen in Milliardenhöhe und ein deutlich höheres Passagieraufkommen in Deutschland. (corporate.ryanair.com)

Für die Einordnung wichtig: Solche Zusagen sind politisch und wirtschaftlich als Angebote unter Bedingungen zu verstehen. Ob sie eintreten, hängt davon ab, wie sich Steuer- und Gebührenrahmen tatsächlich entwickeln und wie profitabel einzelne Strecken sind.


Was bedeutet das für Ticketpreise?

Das ist die Frage, die Reisende am meisten interessiert, und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an.

1) Die Luftverkehrsteuer ist nur ein Baustein

Bei Flugtickets besteht der Endpreis aus mehreren Komponenten:

  • Basisflugpreis (Fare)
  • Steuern und staatliche Abgaben (inkl. Luftverkehrsteuer)
  • Flughafenentgelte
  • Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren
  • Airline-Zuschläge und Service Fees

Eine Senkung um z. B. 3,05 Euro auf Kurzstrecken ist im Endpreis sichtbar, aber nicht automatisch in voller Höhe „preiswirksam“, weil Airlines Preise auch nach Nachfrage, Wettbewerb und Yield-Steuerung festsetzen.

2) Wettbewerb entscheidet, wie viel weitergegeben wird

In Märkten mit starkem Wettbewerb können Airlines Entlastungen eher nutzen, um Preise zu senken oder Aktionen zu fahren. In Märkten mit knapper Kapazität kann die Entlastung auch eher in die Marge gehen.

Der Bund der Steuerzahler argumentiert, dass billigere Tickets nicht garantiert seien und verweist auf haushalterische Effekte der Maßnahme. (steuerzahler.de)

3) Wahrscheinlicher Effekt: Angebot statt Schnäppchen

Ein realistischerer Mechanismus ist, dass geringere Kosten die Bereitschaft erhöhen, Flugzeuge in Deutschland zu stationieren und Verbindungen anzubieten. Das ist auch der Tenor in Stellungnahmen aus der Branche: Die Senkung soll den Standort „wettbewerbsfähiger“ machen, nicht zwingend Tickets spürbar verbilligen. (bdl.aero)


Sonderfälle und wichtige Regeln

Umsteiger zahlen in Deutschland keine Luftverkehrsteuer

Wenn du z. B. von Italien nach Frankfurt fliegst und dort nur umsteigst, fällt die Luftverkehrsteuer nicht für den Transit an. Relevant ist vor allem der Abflug aus Deutschland. (bundesfinanzministerium.de)

Distanzklassen sind pauschalisiert

Die Distanzklasse richtet sich nicht nach deiner individuell geflogenen Route, sondern nach der festgelegten Zuordnung im System. Deshalb kann es in Grenzfällen für Laien unintuitiv wirken, warum ein Ziel in Klasse 2 statt 1 fällt.

Die Steuer steht im Kontext weiterer Gebühren

Der Koalitionsausschuss hat neben der Steuer auch über Flugsicherungs- und Sicherheitsgebühren diskutiert. Für die Standortkosten ist das Zusammenspiel zentral, nicht nur ein einzelner Satz. (bayern.de)


Einordnung: Einnahmen, Markt und Standortkosten

1,9 Milliarden Euro Einnahmen in 2024

Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2024 rund 1,9 Milliarden Euro Luftverkehrsteuer angemeldet, bezogen auf rund 81,5 Millionen Fluggäste. Destatis zeigt dabei auch die Verteilung über die Distanzklassen. (destatis.de)

Das ist wichtig, weil jede Senkung im Haushalt gegenfinanziert werden muss oder zu Mindereinnahmen führt.

Deutschland: Low-Cost-Segment besonders betroffen

Mehrere Analysen weisen darauf hin, dass Deutschland im Low-Cost-Segment hinter anderen europäischen Märkten zurückliegt. Der DLR-Monitor hebt hervor, dass die Angebotslücke gegenüber 2019 in Deutschland deutlich ist. (elib.dlr.de)

Ryanair hat in der Vergangenheit Kapazitätskürzungen explizit mit hohen Zugangskosten und Abgaben in Deutschland begründet. (corporate.ryanair.com)


Fazit

Die geplante Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 ist eine klare politische Kurskorrektur: Die Sätze sollen wieder auf das Niveau vor der Erhöhung im Mai 2024 zurückkehren. (bayern.de)

Für Reisende ist der unmittelbare Spareffekt pro Ticket in vielen Fällen überschaubar, gerade auf Kurzstrecken. Der größere Hebel liegt wahrscheinlich darin, ob Airlines Deutschland wieder stärker als Standort nutzen, also mehr Kapazität und mehr Strecken anbieten.

BDL und Ryanair sehen die Maßnahme als Schritt in die richtige Richtung, fordern aber deutlich weitergehende Entlastungen, teils bis zur vollständigen Abschaffung der Abgabe. (bdl.aero)

Wenn du strategisch günstig fliegen möchtest, bleibt deshalb neben der Steuer vor allem relevant: Wettbewerb auf der Strecke, Abflughafen, Nachfrage im Reisezeitraum sowie die allgemeine Gebührenentwicklung an deutschen Airports.

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