Priority Pass in Deutschland: An diesen 14 Flughäfen kommst du wirklich in die Lounge (2026)

Erschienen02.09.202611 Min. Lesezeit
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Leere Flughafen-Lounge am frühen Morgen mit dunklen Sesseln, goldenem Lampenlicht und Blick durch bodentiefe Fenster auf das Vorfeld
Mit KI erstellt

Es ist 6:20 Uhr in München, Terminal 2, und der Mann vor mir am Gate hat ein Problem, von dem er noch nichts weiss. Er hat eine Amex Platinum in der Tasche, er hat den Priority Pass in der App, und er hat sich fest vorgenommen, vor dem Flug in Ruhe zu frühstücken. Die App zeigt ihm zwei Lounges am Flughafen München an. Beide liegen in Terminal 1. Er steht in Terminal 2, hinter der Sicherheitskontrolle. Von dort kommt er nicht mehr hin.

Diese Szene ist der Grund für diesen Beitrag. Der Priority Pass wird fast immer über eine grosse Zahl verkauft: über 1.900 Lounges und Angebote weltweit, so steht es auf der eigenen Seite des Anbieters. Diese Zahl stimmt. Sie beantwortet nur nicht die Frage, die du am Morgen deines Abflugs tatsächlich hast, nämlich ob an deinem Flughafen, in deinem Terminal, hinter deiner Sicherheitskontrolle eine Tür ist, die dir aufgeht.

Ich habe deshalb am 3. September 2026 die deutsche Lounge-Liste von Priority Pass Flughafen für Flughafen durchgesehen und aufgeschrieben, was dort wirklich steht: welche Lounge, welches Terminal, welche Öffnungszeiten, und vor allem, ob sie vor oder hinter der Sicherheitskontrolle liegt. Genau dieses letzte Detail entscheidet, ob dir der Pass am Abflugtag etwas nützt.

Auf einen Blick

14Flughäfen in Deutschland
21Lounges insgesamt
Frankfurt mit 4Meiste Lounges
meist 3 StundenMaximaler Aufenthalt
keine LoungeTerminal 2 in München
ab 69 Pfund im JahrKosten allein

Was der Priority Pass ist und was er ausdrücklich nicht ist

Der Priority Pass ist kein Vielfliegerprogramm und keine Airline-Leistung. Er ist eine Mitgliedschaft bei einem unabhängigen Anbieter, der mit Lounge-Betreibern auf der ganzen Welt Verträge schliesst. Du zeigst am Empfang deine Mitgliedskarte oder den digitalen Ausweis in der App, die Lounge zieht dafür einen Besuch ab oder rechnet ihn mit deinem Kartenherausgeber ab, und du gehst hinein. Deine Buchungsklasse spielt dabei keine Rolle. Auch mit einem Economy-Ticket kommst du in eine Priority Pass Lounge, und das ist der eigentliche Reiz an der Sache.

Was er nicht ist: ein Ersatz für den Lounge-Zugang deiner Airline. Die Lufthansa Business Lounges, die Senator Lounges, die Lounges von Swiss oder Austrian gehören nicht dazu. Sie waren nie Teil des Priority Pass und werden es auch nicht werden. Wer bisher über seinen Vielfliegerstatus in die Senator Lounge ging und jetzt denkt, der Priority Pass sei dasselbe in günstiger, wird enttäuscht. Es sind zwei verschiedene Welten, die sich an manchen Flughäfen nicht einmal im selben Gebäude begegnen.

Der zweite Unterschied betrifft den Preis. Der Priority Pass ist eine Jahresmitgliedschaft, kein Tagesticket. Wer nur einmal im Jahr fliegt und einfach für diesen einen Morgen eine Lounge sucht, ist mit einem gekauften Einzelzugang besser bedient. Was Lufthansa dabei tatsächlich verkauft und warum es keinen echten Tagespass gibt, habe ich in einem eigenen Beitrag zum Thema Lounge-Zugang kaufen aufgeschrieben.

Die dritte Sache, die viele überrascht: Der Priority Pass kostet nicht überall gleich viel Aufmerksamkeit. In einer gut besuchten Lounge an einem Montagmorgen kann es passieren, dass du abgewiesen wirst, weil sie voll ist. Das ist kein Ausrutscher, sondern ausdrücklich so vorgesehen. Bei der LuxxLounge in Frankfurt steht es wörtlich in den Bedingungen: Aufgrund von Platzmangel kann es zu Einlassbeschränkungen kommen.

Infografik: Priority Pass in Deutschland mit 14 Flughäfen, 21 Lounges und maximal drei Stunden Aufenthalt
Mit KI erstellt
Priority Pass in Deutschland: 14 Flughäfen, 21 Lounges, in den meisten davon maximal drei Stunden Aufenthalt. Stand: September 2026.Mit KI erstellt

Die 14 deutschen Flughäfen mit Priority Pass Lounge

Fangen wir mit der vollständigen Liste an, denn sie ist kürzer, als die Werbung vermuten lässt. In Deutschland führt Priority Pass 14 Flughäfen mit zusammen 21 Lounges. Das klingt nach viel und ist es für ein Land mit gut einem Dutzend relevanter Verkehrsflughäfen auch. Nur verteilt sich die Sache sehr ungleich.

Frankfurt hat mit vier Lounges die meisten, drei davon im neuen Terminal 3 und eine im Terminal 1. Düsseldorf, Hannover, Köln/Bonn und München kommen auf je zwei. Die restlichen neun Flughäfen haben genau eine, und bei einigen davon ist das eher eine Kammer mit Kaffeemaschine als eine Lounge im Sinne der Hochglanzbilder. Neu in der Liste ist Stuttgart mit der Aviator Gallery in Terminal 3, die Priority Pass selbst als kürzlich hinzugekommen ausweist.

Was in vielen älteren Übersichten im Netz noch falsch steht: In Frankfurt sitzen die drei grossen Lounges inzwischen in Terminal 3, nicht mehr in Terminal 2. Terminal 3 ist seit April 2026 in Betrieb, Air France und die SkyTeam-Partner sind mitgezogen, und die Lounge-Landschaft ist mitgewandert. Wer einer zwei Jahre alten Liste folgt, sucht am falschen Ende des Flughafens.

Hier die vollständige Liste, sortiert nach Anzahl der Lounges. Alle Angaben habe ich am 3. September 2026 direkt bei Priority Pass nachgesehen. Zuerst die fünf Flughäfen mit mehr als einer Lounge:

  • Frankfurt (FRA), vier Lounges: Air France Lounge in Terminal 3 von 5:00 bis 20:00 Uhr, SkyTeam Lounge in Terminal 3 von 6:30 bis 22:00 Uhr, Priority Lounge in Terminal 3 auf Ebene 5 von 6:15 bis 21:15 Uhr, LuxxLounge in Terminal 1 von 6:30 bis 21:30 Uhr
  • München (MUC), zwei Lounges, beide in Terminal 1: Airport Lounge World im Pier von 5:00 bis 22:15 Uhr, Airport Lounge Europe im Modul D von 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Düsseldorf (DUS), zwei Lounges: DUS Sky Lounge in Terminal C und DUS Rhein Lounge in Terminal B, beide von 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Hannover (HAJ), zwei Lounges: Karl-Jatho Lounge in Terminal A von 5:00 bis 19:00 Uhr, Melli-Beese Lounge in Terminal C von 8:00 bis 19:00 Uhr
  • Köln/Bonn (CGN), zwei Lounges: The Lounge Köln-Bonn in Terminal 1 von 5:00 bis 22:00 Uhr und in Terminal 2 von 6:00 bis 21:00 Uhr

Und die neun Flughäfen mit jeweils einer Lounge. Für Abflüge am frühen Morgen ist Nürnberg bemerkenswert, weil die Dürer Lounge schon um 4:00 Uhr öffnet und damit früher als jede andere Lounge in dieser Liste:

  • Berlin (BER): BER Lounge Tegel in Terminal 1, 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Hamburg (HAM): Airport Lounge am Airport Plaza, 5:15 bis 21:00 Uhr
  • Stuttgart (STR): Airport Lounge The Aviator Gallery in Terminal 3, 5:00 bis 20:30 Uhr
  • Leipzig/Halle (LEJ): The Lounge Leipzig/Halle in Terminal B, 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Bremen (BRE): The Lounge Bremen in Terminal 3, 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Dresden (DRS): The Lounge Dresden, 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Münster/Osnabrück (FMO): The Lounge Münster-Osnabrück, 5:00 bis 21:00 Uhr
  • Nürnberg (NUE): Dürer Lounge, 4:00 bis 19:00 Uhr
  • Saarbrücken (SCN): SCN Business Lounge, 6:30 bis 17:40 Uhr

Öffnungszeiten ändern sich kurzfristiger als Standorte, gerade in der Nebensaison und an Wochenenden. Die App zeigt den aktuellen Stand, und ein Blick dort hinein kostet dich zwanzig Sekunden.

Wenn dich ein einzelner Flughafen genauer interessiert, findest du auf dieser Seite eigene Lounge-Guides, etwa zu Frankfurt Terminal 3, zu München Terminal 2 oder zu Berlin BER. Dort steht jeweils auch, welche Lounges es neben den Priority Pass Lounges noch gibt.

Der Terminal-Fallstrick: München und Frankfurt im Detail

Jetzt zu dem Punkt, der den Unterschied macht zwischen einem entspannten Morgen und einer teuren Enttäuschung. Eine Lounge nützt dir nur dann etwas, wenn sie auf deiner Seite der Sicherheitskontrolle liegt und in dem Gebäude, aus dem dein Flug geht. In Deutschland stimmt das an zwei wichtigen Flughäfen ausgerechnet für die Passagiere nicht, die am ehesten eine Lounge suchen.

München ist der klarere Fall. Beide Priority Pass Lounges liegen in Terminal 1: die Airport Lounge World im Pier auf Ebene 4, zuständig für Non-Schengen-Flüge, und die Airport Lounge Europe im Modul D auf Ebene 5 im Schengen-Bereich. Terminal 2, aus dem Lufthansa und die Star-Alliance-Partner fliegen, hat keine einzige Priority Pass Lounge. Wer mit Lufthansa ab München fliegt, hat mit dem Pass in der Hand also genau null Optionen, sobald er durch die Kontrolle ist.

Frankfurt ist verzwickter, weil die Antwort vom Terminal und von der Flugrichtung abhängt. Die drei Lounges in Terminal 3 liegen hinter der Sicherheits- und der Passkontrolle, die Priority Lounge auf Ebene 5 ist ausserdem auf internationale Flüge beschränkt, also den Non-Schengen-Bereich. Die vierte, die LuxxLounge in Terminal 1, liegt dagegen zwischen den Hallen B und C auf dem Gallery Level und damit ausdrücklich vor der Sicherheitskontrolle. Transitpassagiere müssten den Transitbereich verlassen, um sie zu erreichen.

Für den Lufthansa-Passagier in Frankfurt Terminal 1 heisst das konkret: Du kannst die LuxxLounge nutzen, aber nur bevor du durch die Kontrolle gehst. Danach ist sie für dich weg. Wer knapp am Flughafen ankommt und erst durch die Kontrolle will, um sich dann in Ruhe hinzusetzen, macht es in dieser Reihenfolge falsch. Ich plane an solchen Flughäfen lieber zwanzig Minuten mehr ein und gehe zuerst in die Lounge.

Infografik zum Terminal-Fallstrick in München: Terminal 1 hat zwei Priority Pass Lounges, Terminal 2 keine
Mit KI erstellt
In München liegen beide Priority Pass Lounges in Terminal 1. Terminal 2, das Lufthansa-Terminal, hat keine. Wer dort hinter der Sicherheitskontrolle steht, kommt nicht mehr hin.Mit KI erstellt

Was sich für Amex-Platinum-Inhaber am 1. Oktober 2026 ändert

Für einen grossen Teil der deutschen Priority Pass Nutzer wird die Frage nach den Lounges gerade dringlicher, und das hat einen Termin. Die Kooperation zwischen Lufthansa und American Express endet am 30. September 2026. Ab dem 1. Oktober 2026 kommen Inhaber der Amex Platinum nicht mehr über ihre Karte in die Lufthansa Lounges. Uebrig bleibt genau das, worum es in diesem Beitrag geht: der Priority Pass.

Man muss das nüchtern sehen. Für jemanden, der ab Düsseldorf oder Hamburg fliegt, ändert sich wenig, weil dort ohnehin die Priority Pass Lounges die naheliegende Wahl waren. Für jemanden, der ab München Terminal 2 mit Lufthansa fliegt, fällt der Lounge-Zugang der Karte praktisch ersatzlos weg. Das ist der ehrliche Satz, den man dazu sagen muss, und er fällt in vielen Übersichten unter den Tisch.

American Express hat darauf reagiert und für den deutschen Markt einen neuen Vorteil angekündigt, der Lounge on the Go heisst. Er startet ebenfalls am 1. Oktober 2026 und besteht aus sechs Gastronomie-Gutschriften zu je 20 Euro, zusammen also 120 Euro, gültig bis zum 31. März 2027 und ausschliesslich an den Flughäfen Frankfurt und München. Eingelöst wird über die Amex Experiences App. Haupt- und Zusatzkarten teilen sich die sechs Gutscheine gemeinsam, pro Tag lässt sich nur einer einlösen, und Plus-Karten sind ausgenommen.

Was American Express noch nicht veröffentlicht hat, ist die Liste der teilnehmenden Gastronomiebetriebe an den beiden Flughäfen. Die soll erst zum Start am 1. Oktober kommen. Solange die fehlt, lässt sich schlicht nicht sagen, ob 120 Euro Essensgutschriften den Wegfall des Lounge-Zugangs auffangen oder nicht. Ich halte es für redlicher, das offen zu schreiben, als jetzt eine Rechnung aufzumachen, deren wichtigste Zahl noch niemand kennt. Stand: September 2026.

Ob sich die Karte nach dieser Änderung insgesamt noch lohnt, habe ich in einem eigenen Beitrag zum Wegfall des Lufthansa-Lounge-Zugangs durchgerechnet.

So kommst du an den Pass und durch die Tür

Hier stolpern erstaunlich viele, und zwar an einer Stelle, die niemand erwartet. Wenn du den Priority Pass über eine Kreditkarte bekommst, liegt er nicht automatisch in deinem Konto. Du musst ihn nach Erhalt der Karte einmal aktiv beantragen, online im Kartenkonto oder telefonisch. Erst danach bekommst du die Zugangsdaten für die App und die Karte per Post. Wer das überspringt und am Flughafen die Kreditkarte am Lounge-Empfang vorzeigt, wird höflich weggeschickt.

Am Empfang selbst geht es dann schnell. Du zeigst den digitalen Ausweis in der App oder die Plastikkarte, dazu deine Bordkarte für einen bestätigten Flug am selben Tag. Beides zusammen, nicht eines von beidem. Die Bordkarte ist keine Formalie: Bei der LuxxLounge in Frankfurt steht ausdrücklich in den Bedingungen, dass alle Karteninhaber und Gäste eine bestätigte Reise am selben Tag nachweisen müssen.

Das dritte Detail ist die Zeit. In München ist der Zutritt erst ab drei Stunden vor dem planmässigen Abflug erlaubt. Wer sehr früh am Flughafen ist, weil er den Berufsverkehr umgehen wollte, sitzt also unter Umständen erst einmal draussen. Und in die andere Richtung gilt in den meisten deutschen Lounges eine Obergrenze von drei Stunden Aufenthalt. Für einen langen Umstieg reicht das nicht durchgehend.

Infografik mit drei Schritten in die Lounge: Karte erhalten, Priority Pass beantragen, App vorzeigen
Mit KI erstellt
Der Ablauf in drei Schritten: Kreditkarte erhalten, den Priority Pass danach separat beantragen, am Empfang App und Bordkarte vorzeigen.Mit KI erstellt

Checkliste für den Abflugtag

Sechs Punkte, die ich vor jedem Flug durchgehe. Die ersten beiden erledigst du einmal, die restlichen vier jedes Mal.

  • Priority Pass nach Kartenerhalt aktiv beantragen

    Er kommt nicht automatisch. Ohne diesen Schritt hast du am Lounge-Empfang nichts vorzuzeigen.

  • App installieren und einmal zu Hause einloggen

    Der digitale Ausweis funktioniert offline schlecht. Das Flughafen-WLAN ist der falsche Ort, um Passwörter zu suchen.

  • Terminal und Standortzeile prüfen

    Vor oder nach der Sicherheitskontrolle, Schengen oder Non-Schengen. Beides steht in der App bei jeder Lounge.

  • Frühestens drei Stunden vor Abflug einplanen

    An einigen Flughäfen, etwa München, ist der Zutritt vorher gar nicht erlaubt.

  • Bordkarte für denselben Tag bereithalten

    Ohne bestätigten Flug am selben Tag kein Zutritt, auch nicht für Begleitpersonen.

  • Einen Plan B für volle Lounges haben

    Einlassbeschränkungen bei Andrang sind ausdrücklich vorgesehen und kein Einzelfall.

Restaurantgutscheine: der übersehene Teil des Passes

Bei der Durchsicht der deutschen Standorte ist mir etwas aufgefallen, das in kaum einer Übersicht auftaucht: An mehreren Flughäfen bietet Priority Pass neben den Lounges auch Gastronomie-Gutscheine an. Priority Pass führt sie unter Speisenangebote und Catering, und sie funktionieren im Prinzip wie ein Lounge-Besuch, nur dass du dich statt in eine Lounge in ein Restaurant setzt und dort einen Betrag verzehren kannst.

In Deutschland gibt es das an vier Flughäfen. In Berlin sind es das Restaurant NU und das Marché Café, beide in Terminal 1. In Düsseldorf das Palavrion Grill und Bar sowie das White Monkey Pizza Lab in Terminal A. In Hamburg das San Pino am Airport Plaza und das Marché in Terminal 2. In Hannover das Palavrion Urban Grill und das Zigolini Caffe in Terminal A, in Leipzig das Marché Mövenpick in Terminal B.

Das ist aus zwei Gründen interessant. Erstens löst es genau das Problem, das du hast, wenn die Lounge voll ist oder gerade geschlossen hat: Du hast eine zweite Adresse am selben Flughafen. Zweitens sind Restaurants oft länger geöffnet als Lounges. Wenn dein Flug abends um halb zehn geht und die Lounge um neun schliesst, ist der Gutschein manchmal die bessere Option. Nachsehen lohnt sich, weil die App diese Angebote nicht so prominent zeigt wie die Lounges.

Ein ehrlicher Vorbehalt dazu: Wie hoch der Verzehrbetrag pro Besuch ausfällt, hängt vom Standort und vom Tarif ab und ändert sich häufiger als die Lounge-Liste. Verlass dich also nicht auf einen Betrag, den du irgendwo gelesen hast, sondern auf das, was die App für deinen Flughafen anzeigt.

Was der Priority Pass allein kostet und wann sich das rechnet

Man kann den Priority Pass auch direkt kaufen, ohne den Umweg über eine Kreditkarte. Der Anbieter führt drei Stufen, und die Preise stehen in britischen Pfund auf der eigenen Seite: Standard für 69 Pfund im Jahr, Standard Plus für 229 Pfund und Prestige für 419 Pfund. Der Unterschied liegt darin, wie viele Besuche im Preis enthalten sind. Bei der Standard-Mitgliedschaft zahlst du jeden Besuch zusätzlich, bei Prestige sind sie für dich als Mitglied abgedeckt.

Rechne das gegen deine tatsächliche Nutzung, nicht gegen deine Absicht. Wer viermal im Jahr ab Hannover oder Nürnberg fliegt und dort jedes Mal eine Stunde Wartezeit hat, kommt mit der Standard-Stufe plus Einzelabrechnung meistens günstiger weg als mit Prestige. Wer dagegen zwanzigmal im Jahr fliegt und dabei regelmässig eine Begleitung mitnimmt, landet schnell in einer Grössenordnung, in der die Prestige-Stufe oder eben eine Kreditkarte mit enthaltenem Pass sinnvoller wird.

Der übliche deutsche Weg ist der über die Amex Platinum, weil dort die Priority Pass Mitgliedschaft im Kartenpaket steckt. Die Karte kostet 720 Euro im Jahr, laut American Express abgerechnet als 60 Euro monatliches Kartenentgelt. Das ist deutlich mehr als eine Prestige-Mitgliedschaft, dafür hängen an der Karte Reiseguthaben, Versicherungen und das Punkteprogramm. Als reine Lounge-Lösung betrachtet ist sie zu teuer. Als Paket kann sie aufgehen, aber eben nur, wenn du die übrigen Bausteine auch nutzt.

Wenn du das für dich durchrechnen willst, findest du auf dieser Seite einen Meilenrechner, mit dem sich der Gegenwert der gesammelten Punkte abschätzen lässt. Der Lounge-Zugang ist dabei nur eine von mehreren Positionen.

Häufige Fragen zum Priority Pass in Deutschland

An 14 Flughäfen mit zusammen 21 Lounges: Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart. Frankfurt hat mit vier die meisten Lounges. Stand: September 2026, geprüft auf prioritypass.com.
Nein. Lufthansa Lounges gehören nicht zum Priority Pass und haben nie dazugehört. Der bisherige Zugang von Amex-Platinum-Inhabern zu Lufthansa Lounges lief über eine separate Kooperation, und diese endet am 30. September 2026.
Nein. Beide Priority Pass Lounges am Flughafen München liegen in Terminal 1, die Airport Lounge World im Pier auf Ebene 4 und die Airport Lounge Europe im Modul D auf Ebene 5. Aus Terminal 2 sind sie hinter der Sicherheitskontrolle nicht erreichbar.
In den meisten deutschen Lounges gilt eine Obergrenze von drei Stunden. In München ist der Zutritt ausserdem erst ab drei Stunden vor dem planmässigen Abflug erlaubt. Für sehr lange Umstiege reicht ein Besuch also nicht durchgehend.
Das hängt von deiner Mitgliedschaft und von der einzelnen Lounge ab. Gäste sind grundsätzlich vorgesehen, werden je nach Tarif aber zusätzlich abgerechnet. Auch die Begleitung braucht eine Bordkarte für einen bestätigten Flug am selben Tag.
Der Anbieter führt drei Stufen: Standard für 69 Pfund im Jahr, Standard Plus für 229 Pfund und Prestige für 419 Pfund. Sie unterscheiden sich darin, wie viele Lounge-Besuche im Preis enthalten sind und was pro Besuch zusätzlich fällig wird.

Fazit: eine gute Karte, aber nicht überall

Der Priority Pass ist in Deutschland besser aufgestellt, als sein Ruf in Vielflieger-Foren vermuten lässt. 21 Lounges an 14 Flughäfen sind eine ordentliche Abdeckung, und gerade an den mittelgrossen Standorten wie Hannover, Nürnberg oder Bremen ist er oft die einzige Möglichkeit, ohne Status in einen ruhigen Raum zu kommen. Dass Restaurantgutscheine dazukommen, macht ihn an einigen Flughäfen noch flexibler.

Die Schwäche liegt genau dort, wo die meisten deutschen Vielflieger unterwegs sind: in den Lufthansa-Terminals. München Terminal 2 hat keine Priority Pass Lounge, und in Frankfurt Terminal 1 liegt die einzige vor der Sicherheitskontrolle. Ab dem 1. Oktober 2026, wenn der Lufthansa-Zugang der Amex Platinum wegfällt, wird das für viele zum ersten Mal spürbar. Wer das vorher weiss, plant anders und ärgert sich nicht am Gate.

Alle Lounge-Angaben in diesem Beitrag habe ich am 3. September 2026 direkt bei Priority Pass nachgesehen, die Kartenzahlen bei American Express. Öffnungszeiten und Standorte ändern sich, die App zeigt immer den aktuellen Stand.

Geschrieben von

Simon Edholzer

Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik

Zuletzt aktualisiert am 02.09.2026

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