Stopover beim Prämienflug: Zwei Ziele mit einer Buchung

Erschienen04.10.202612 Min. Lesezeit
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Reisender am Terminalfenster in der Abenddämmerung, zwei Bordkarten in der Hand
Mit KI erstellt

Vor ein paar Monaten habe ich einen Prämienflug von Frankfurt nach Singapur gesucht. Die Verbindung ging über Bangkok, mit zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Mein erster Gedanke war: Warum eigentlich zweieinhalb Stunden? Ich war noch nie in Bangkok. Drei Tage dort wären der halbe Urlaub extra, und das Ticket ist ohnehin schon bezahlt.

Genau das ist der Gedanke hinter einem Stopover. Du unterbrichst deine Reise bewusst an einem Umsteigeort und bleibst ein paar Tage, statt nur durch den Transitbereich zu laufen. Aus einer Reise werden zwei. Im besten Fall kostet dich das keine einzige Meile mehr.

Im schlechtesten Fall funktioniert es gar nicht, kostet zusätzlich Steuern oder macht die Buchung unmöglich. Welcher der beiden Fälle eintritt, hängt an drei Dingen: mit welcher Airline du fliegst, welchen Prämientarif du wählst und wo genau du den Stopover einlegst. Dieser Beitrag erklärt alle drei, und zwar anhand dessen, was Miles & More tatsächlich schriftlich zusagt.

Auf einen Blick

Gabelflug, World Award Flight, ermässigte TarifeIn den AGB geregelt
Stopover-Obergrenze, 24-Stunden-GrenzeNicht in den AGB
50 % Strecke 1 + 50 % Strecke 2Gabelflug kostet
Stopover ausgeschlossenBei Fly Smart & Co.
bis 361 TageVorausbuchung
ein Jahr ab AusstellungTicket gültig

Umsteigen oder Stopover: wo genau der Unterschied liegt

Beide Wörter beschreiben dasselbe Ereignis: Du landest irgendwo, steigst aus, steigst später wieder ein. Der Unterschied ist nur die Dauer, und mit der Dauer ändert sich, wie die Airline deine Reise behandelt.

In der Luftfahrtbranche gilt als Faustregel: Bis 24 Stunden Aufenthalt ist es ein Umsteigen, der Fachbegriff dafür ist Layover. Länger als 24 Stunden, und es wird ein Stopover. Diese Grenze steht in vielen Tarifbestimmungen, aber, und das ist wichtig, sie steht nicht in den Miles-und-More-AGB. Ich habe die Bedingungen für Award Flights am 5. Oktober 2026 vollständig gelesen. Der Abschnitt, der "Zwischenstopps und Anschlussverbindungen" überschrieben ist, besteht aus einem einzigen Satz, und der enthält keine Stundenzahl.

Eine feste Stundengrenze gibt es in Deutschland trotzdem, nur an einer anderen Stelle: im Steuerrecht. Das Luftverkehrsteuergesetz definiert in Paragraf 2 Nummer 5 eine Zwischenlandung als Flugunterbrechung von mehr als zwölf Stunden, wenn das Ziel in einem Land der Anlage 1 liegt, und von mehr als 24 Stunden bei allen anderen Zielen. Warum das für dich relevant ist, steht weiter unten im Abschnitt zur Steuerfalle.

Vergleich: bis 24 Stunden Aufenthalt gilt als Umsteigen, mehr als 24 Stunden als Stopover, im Steuerrecht gelten 12 oder 24 Stunden
Mit KI erstellt
Bis 24 Stunden Aufenthalt spricht die Branche von Umsteigen, darüber von einem Stopover. Das deutsche Steuerrecht zieht die Grenze bei zwölf oder 24 Stunden, je nach Zielland.Mit KI erstellt

Für die Praxis heisst das: Verlass dich nicht darauf, dass irgendwo eine saubere Definition hinterlegt ist, an der du dich festhalten kannst. Was zählt, ist, was die Buchungsmaschine dir anbietet und was das Service Team darüber hinaus baut. Dazu gleich mehr.

Warum ein Stopover überhaupt gratis sein kann

Der ganze Reiz des Stopovers hängt an einer einzigen Frage: Wird dein Prämienflug nach Strecke berechnet oder nach Zone? Die Antwort steht in Abschnitt 2.1 der Award-Flight-Bedingungen, und sie fällt unterschiedlich aus, je nachdem, wer dich fliegt.

Für Flüge mit Air Dolomiti, Austrian Airlines, Discover Airlines, Lufthansa, Lufthansa City Airlines und SWISS berechnet Miles & More die Meilen auf Grundlage des gewählten Routings, der Reiseklasse, des Tarifs und des Vorausbuchungszeitraums. Der Preis wird dir bei der Buchung angezeigt. Das ist das dynamische System: Jede Änderung am Weg kann den Preis verschieben, nach oben wie nach unten.

Für alle anderen Prämienflugbuchungen gilt etwas anderes. Dort wird der Meilenwert auf Grundlage eines Hin- und Rückfluges in der gewählten Prämienzone berechnet. Zone heisst: Nicht der genaue Weg bestimmt den Preis, sondern nur, in welcher Weltregion du landest. Und genau hier entsteht der Spielraum. Wenn Europa nach Südostasien eine Zone ist, dann kostet Frankfurt nach Singapur dasselbe wie Frankfurt nach Singapur mit drei Tagen Bangkok dazwischen, solange beide Ziele in derselben Zone liegen und die Airline die Verbindung so zulässt.

Was den Meilenpreis bestimmt: bei der Lufthansa Gruppe Routing, Klasse und Tarif, bei anderen Partnern die feste Zonentabelle, die Zuzahlung immer separat
Mit KI erstellt
Bei den Lufthansa-Group-Airlines bestimmen Routing, Klasse und Tarif den Meilenpreis. Bei allen anderen Partnern zählt die feste Zonentabelle. Die Zuzahlung wird in beiden Fällen getrennt berechnet.Mit KI erstellt

Daraus folgt die wichtigste strategische Regel dieses Beitrags: Ein Stopover lohnt sich am meisten auf Partner-Airlines, nicht auf Lufthansa selbst. Wer Frankfurt nach Tokio mit Lufthansa bucht und einen Umweg einbaut, zahlt den Umweg oft mit. Wer dieselbe Strecke mit einem Star-Alliance-Partner bucht, der über die Zonentabelle abgerechnet wird, hat den Umweg unter Umständen umsonst.

Was Miles & More zum Stopover wirklich zusagt

Jetzt der unbequeme Teil. Wenn du im Netz nach Stopover-Regeln bei Miles & More suchst, findest du erstaunlich präzise Angaben: zwei Stopover beim Hin- und Rückflug, keiner beim Oneway, nur in der Zielregion, nicht innerhalb Europas. Diese Angaben zirkulieren seit Jahren über viele Seiten hinweg.

Ich habe am 5. Oktober 2026 die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Miles & More Award Flights vollständig durchgesehen. Abschnitt 1.3.2 heisst "Zwischenstopps und Anschlussverbindungen" und lautet vollständig: Bitte wenden Sie sich an Ihr zuständiges Miles & More Service Team, um Verfügbarkeiten und Bedingungen von weiteren als den online angebotenen Zwischenstopps und Anschlussverbindungen zu erfragen. Das ist der ganze Abschnitt. Keine Zahl, keine Stundengrenze, keine Obergrenze.

Das bedeutet nicht, dass die kursierenden Regeln erfunden wären. Sie beschreiben, wie sich die Tarifberechnung und die Buchungsmaschine in der Praxis verhalten. Es bedeutet aber sehr wohl, dass sie nicht zugesichert sind. Eine Routingregel, die nur im Preissystem steckt und nicht in den Bedingungen, kann sich ohne Ankündigung ändern, und niemand hat dir etwas versprochen.

Praktisch heisst das zweierlei. Erstens: Was die Online-Suche dir anbietet, kannst du buchen. Zweitens: Alles darüber hinaus läuft über das Service Team, und dort entscheidet sich im Einzelfall, was geht. Plane deshalb keinen Urlaub um eine Stopover-Regel herum, die du nur vom Hörensagen kennst. Prüfe sie in der Buchungsmaschine, bevor du Hotels buchst.

Der Gabelflug: die Alternative, die wirklich in den AGB steht

Es gibt eine zweite Möglichkeit, aus einem Prämienflug zwei Ziele zu machen, und die ist ausdrücklich geregelt. Sie heisst Gabelflug, international auch Open Jaw. Dabei ist der Zielort deines Hinflugs nicht identisch mit dem Startort deines Rückflugs.

Ein Beispiel macht das sofort klar. Du fliegst von München nach Bangkok, reist von dort auf eigene Faust weiter nach Singapur, mit dem Zug, dem Bus oder einem billigen Direktflug, und fliegst von Singapur zurück nach München. Zwei Länder, eine Prämienbuchung.

Abschnitt 1.3.1 der Bedingungen sagt dazu, wie der Preis entsteht: Der Meilenwert für den Gabelflug errechnet sich aus 50 Prozent des Meilenwerts für einen Hin- und Rückflug vom Startort des Hinfluges zum Zielort des Hinfluges und 50 Prozent des Meilenwertes für einen Hin- und Rückflug vom Zielort des Rückfluges zum Startort des Rückfluges.

Rechnung für den Gabelflug: 50 Prozent für Strecke eins retour plus 50 Prozent für Strecke zwei retour ergeben den vollen Meilenpreis
Mit KI erstellt
Der Gabelflug kostet die Hälfte des Hin- und Rückflugs auf der ersten Strecke plus die Hälfte des Hin- und Rückflugs auf der zweiten Strecke. Zusammen ergibt das den vollen Meilenpreis einer Rundreise.Mit KI erstellt

Übersetzt heisst das: Ein Gabelflug ist nicht automatisch billiger als ein normaler Hin- und Rückflug, aber auch nicht teurer, solange beide Strecken ähnlich weit sind. Du zahlst den Durchschnitt. Teuer wird es nur, wenn eine der beiden Strecken deutlich länger ist, weil dann deren halber Preis den Schnitt nach oben zieht.

Rechnen wir das einmal durch, mit erfundenen, aber plausiblen Zahlen. Angenommen, München nach Bangkok und zurück kostet in der Economy 60.000 Meilen, München nach Singapur und zurück 64.000 Meilen. Der Gabelflug München nach Bangkok, später Singapur zurück nach München, kostet dann die Hälfte von 60.000 plus die Hälfte von 64.000, also 30.000 plus 32.000 und damit 62.000 Meilen. Das liegt exakt zwischen beiden Rundreisen. Du hast zwei Länder gesehen und dafür 2.000 Meilen mehr bezahlt als für die billigere der beiden Einzelreisen.

Jetzt die Gegenrechnung, die zeigt, wann es sich nicht lohnt. Wäre dein zweites Ziel nicht Singapur, sondern Sydney mit, sagen wir, 110.000 Meilen für Hin- und Rückflug, dann zahlst du 30.000 plus 55.000, also 85.000 Meilen. Das ist deutlich mehr als die Bangkok-Rundreise und nur wenig weniger als die Australien-Rundreise. In diesem Fall fliegst du fast zum Preis der teuren Strecke und solltest genau überlegen, ob dir Bangkok diesen Aufpreis wert ist.

Die Faustregel daraus: Der Gabelflug ist stark, wenn beide Enden ungefähr gleich weit weg liegen. Er wird schwach, sobald eines davon deutlich weiter ist. Die konkreten Meilenzahlen zeigt dir immer die Prämienflugsuche, die Zahlen oben sind nur zur Veranschaulichung gewählt.

Der grosse Vorteil gegenüber dem Stopover: Du bist nicht auf die Gnade des Routingsystems angewiesen. Der Gabelflug ist ein zugesagtes Produkt mit einer nachlesbaren Preisformel. Wenn du zwei Ziele sehen willst und zwischen ihnen ohnehin selbst reisen würdest, ist er oft der ehrlichere Weg.

Eine Einschränkung nennen die Bedingungen für denselben Abschnitt: Auf innereuropäischen Umsteigeverbindungen, einschliesslich Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen, lassen sich Flüge der Lufthansa-Group-Airlines innerhalb einer Reiserichtung nicht mit Flügen anderer Miles-und-More-Partner kombinieren. Wer in Europa bastelt, hat also weniger Spielraum als auf der Langstrecke.

Welche Airlines sich für einen Stopover anbieten

Ein Stopover braucht zwei Dinge: ein Drehkreuz, in dem du gerne ein paar Tage verbringst, und eine Airline, die dich über dieses Drehkreuz fliegt. Abschnitt 1 der Bedingungen listet die Partner namentlich auf, bei denen du Flugprämien überhaupt einlösen kannst. Dazu gehören unter anderem Aegean Airlines, Air Astana, Air Canada, Air China, Air India, Air New Zealand, All Nippon Airways, Asiana Airlines, Avianca, Cathay Pacific, Copa Airlines, EgyptAir, Ethiopian Airlines, EVA Air, ITA Airways, LATAM, LOT Polish Airlines und Olympic Air, neben den Lufthansa-Group-Airlines selbst.

Diese Liste ist für die Stopover-Planung wertvoller, als sie zunächst aussieht. Jede dieser Airlines hat ein Heimatdrehkreuz, und genau dort landest du, wenn du mit ihr fliegst. EVA Air bringt dich über Taipeh, Asiana Airlines über Seoul, All Nippon Airways über Tokio, Ethiopian Airlines über Addis Abeba, Copa Airlines über Panama-Stadt, Air Canada über Toronto. Wenn dein eigentliches Ziel ohnehin hinter diesem Drehkreuz liegt, bist du sowieso dort. Die Frage ist nur, ob du zwei Stunden oder drei Tage bleibst.

Wer also überlegt, wo ein Stopover sinnvoll ist, sollte nicht bei der Frage anfangen "Welche Stadt will ich sehen", sondern bei "Welche Airline fliegt mein Ziel an und wo steigt sie um". Die Auswahl an realistischen Zwischenzielen ist kleiner, als man denkt, und sie ergibt sich fast vollständig aus der Airline.

Ein zweiter Gedanke dazu: Flüge mit Star-Alliance-Partnern und anderen Miles-und-More-Partnern können laut Abschnitt 1.3.1 innerhalb eines Award Flights miteinander kombiniert werden. Du bist also nicht auf eine einzige Airline festgelegt. Nur innereuropäisch gilt die bereits genannte Einschränkung, dass Lufthansa-Group-Flüge und andere Partner nicht in derselben Reiserichtung gemischt werden können.

Die Steuerfalle: wenn der Stopover in Deutschland liegt

Hier kommt der Punkt, den ich in keinem der Stopover-Ratgeber gefunden habe, und der dich echtes Geld kosten kann. Er betrifft nur Stopovers an einem deutschen Flughafen, aber wenn du einen planst, solltest du ihn kennen.

Das Luftverkehrsteuergesetz behandelt eine lange Flugunterbrechung nicht als Teil derselben Reise, sondern als Ende der einen und Beginn einer neuen. Paragraf 2 Nummer 4 sagt es so: Wird die Flugreise planmässig auf einem inländischen Flugplatz durch eine Zwischenlandung unterbrochen, gilt dieser Flugplatz als Zielort, und der Weiterflug zählt als neuer Abflug.

Eine Zwischenlandung in diesem Sinne liegt nach Nummer 5 vor, wenn die Unterbrechung mehr als zwölf Stunden dauert und das Ziel in einem Land der Anlage 1 liegt, oder mehr als 24 Stunden bei allen übrigen Zielen. Die Folge ist eine zweite Luftverkehrsteuer. Nach Paragraf 11 Absatz 1 beträgt sie je Fluggast 13,03 Euro für Ziele der Anlage 1, 33,01 Euro für Ziele der Anlage 2 und 59,43 Euro für alle anderen Länder.

Was ein langer Aufenthalt steuerlich auslöst

Aufpassen

Stopover in Frankfurt

Ort der Unterbrechung
Inland
Dauer
über 12 bzw. 24 Stunden
Zweite Luftverkehrsteuer
Ja, 13,03 bis 59,43 Euro je Person

Stopover in Bangkok

Ort der Unterbrechung
Ausland
Dauer
beliebig
Zweite Luftverkehrsteuer
Nein

Kurzes Umsteigen in München

Ort der Unterbrechung
Inland
Dauer
unter 12 Stunden
Zweite Luftverkehrsteuer
Nein

Steuersätze nach Paragraf 11 Absatz 1 Luftverkehrsteuergesetz, abgerufen am 5. Oktober 2026.

Für die meisten Reisen ist das eine gute Nachricht: Ein Stopover in Bangkok, Istanbul oder Singapur löst keine deutsche Luftverkehrsteuer aus, weil die Steuer nur an einen Abflug von einem inländischen Startort anknüpft. Teuer wird es nur, wenn du ausgerechnet in Deutschland lange stehen bleibst, etwa weil du den Hinflug in Frankfurt unterbrichst, um Familie zu besuchen. Zwei Erwachsene auf einer Fernreise zahlen dafür knapp 120 Euro extra, ohne dafür irgendetwas zu bekommen.

Und noch eine Erinnerung an die Grundregel: Steuern, Gebühren und Zuschläge werden laut Abschnitt 2.1 der Bedingungen immer gesondert berechnet, sind per Kreditkarte zu entrichten und können nicht mit weiteren Meilen beglichen werden. Ein Stopover verändert also nur die Zuzahlung, nie den Meilenteil.

Wo ein Stopover ausgeschlossen ist

Es gibt eine Gruppe von Prämienflügen, bei denen du gar nicht erst anfangen musst zu planen. Miles & More fasst sie unter "ermässigte Award Flights" zusammen, dazu gehören Fly Smart Award Flights, Award Flight Specials und Meilenschnäppchen.

Abschnitt 3.1 der Bedingungen ist an dieser Stelle ungewöhnlich eindeutig: Bei Anschlussflügen wird immer automatisch der nächste verfügbare Flug ausgewählt. Es gibt keine Möglichkeit zur freien Wahl des Anschlussfluges, auch nicht über das Service Team. Damit ist ein Stopover bei diesen Tarifen vertraglich ausgeschlossen, und zwar ohne Hintertür.

Das ist genau die Stelle, an der Einsteiger regelmässig Geld und Nerven verlieren. Die Logik "Ich nehme das günstige Meilenschnäppchen und baue mir drei Tage Zwischenstopp ein" klingt naheliegend und funktioniert nicht. Wer einen Stopover will, muss den regulären Prämienflug nehmen und die höhere Meilenzahl bezahlen.

Dieselben Tarife bringen weitere Einschränkungen mit. Eine Umbuchung ist nicht möglich. Bei einer Stornierung werden nur die gezahlten Gebühren und Steuern zurückerstattet, Meilen und Zuschläge der Airline-Partner dagegen nicht. Fly Smart Award Flights lassen sich ausserdem nur online buchen und nicht mit anderen Ermässigungen kombinieren, und sie haben eine Mindestaufenthaltsdauer: Innerhalb der Zonen Deutschland und Europa ist der früheste Rückflug der erste Sonntag nach Reiseantritt, bei interkontinentalen Zielen sind es sieben Tage.

World Award Flight: die grosse Runde mit festen Regeln

Wenn du es wirklich wissen willst, gibt es ein Produkt, bei dem mehrere Stopovers der ganze Zweck sind. Der World Award Flight ist die Weltreise im Prämienprogramm, und er ist eines der wenigen Dinge rund um das Thema, zu denen die Bedingungen konkret werden.

Ein World Award Flight Ticket beinhaltet laut Abschnitt 1.3.3 eine Überquerung des Atlantiks und des Pazifiks. Du umrundest also tatsächlich die Erde. Zwischen dem Beginn des ersten und dem Ende des letzten Langstreckenfluges müssen mindestens zehn Tage vergehen, eine Hetzpartie ist also ausgeschlossen. Das Ticket ist zwölf Monate ab Ausstellungsdatum gültig, und der letzte Flugabschnitt muss spätestens am letzten Tag dieser Gültigkeitsdauer angetreten werden.

Wie viele Segmente und Zwischenstopps genau erlaubt sind, nennen die Bedingungen nicht. Dafür verweisen sie, wie schon beim normalen Stopover, auf das Service Team. Und sie halten ausdrücklich fest, dass die Buchung eines World Award Flights ausschliesslich über das Service Team möglich ist. Online geht hier gar nichts.

Für Einsteiger ist das kein realistisches erstes Projekt, dafür sind die Meilenzahlen zu hoch. Aber es ist gut zu wissen, dass es den Weg gibt, und es zeigt das Muster: Je ungewöhnlicher die Reiseführung, desto wahrscheinlicher führt der Weg zum Telefon statt zur Website.

Wenn du vorher abschätzen willst, wie viele Meilen du für dein Wunschziel überhaupt brauchst und wie lange du dafür sammeln musst, hilft dir der Meilenrechner. Er rechnet dir aus, wie weit dein aktueller Kontostand trägt, und ist ohne Anmeldung nutzbar.

So gehst du bei der Buchung konkret vor

Genug Theorie. So würde ich einen Stopover heute angehen, in der Reihenfolge, in der die Schritte am wenigsten Zeit kosten.

Sieben Schritte zum Stopover

Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt, dass die billigen Prüfungen vorne stehen.

  • Regulären Prämienflug wählen, keinen ermässigten

    Fly Smart, Award Flight Specials und Meilenschnäppchen scheiden aus, weil dort immer der nächste verfügbare Anschluss gesetzt wird.

  • Auf eine Partner-Airline schauen, nicht nur auf Lufthansa

    Bei den Lufthansa-Group-Airlines bestimmt das Routing den Preis. Bei anderen Partnern zählt die Prämienzone, und dort liegt der Spielraum.

  • Den Umweg zuerst in der Online-Suche testen

    Was die Buchungsmaschine anbietet, ist buchbar. Trage das Zwischenziel als eigenes Segment ein und vergleiche den Meilenpreis mit der Direktverbindung.

  • Parallel den Gabelflug durchrechnen

    Zwei Ziele gehen auch ohne Stopover. Der Gabelflug kostet die Hälfte beider Strecken und ist vertraglich zugesagt.

  • Bei einem Halt in Deutschland die Stunden zählen

    Über zwölf beziehungsweise 24 Stunden Unterbrechung im Inland löst eine zweite Luftverkehrsteuer aus, 13,03 bis 59,43 Euro je Person.

  • Erst zum Schluss das Service Team anrufen

    Alles, was über die Online-Verbindungen hinausgeht, läuft dort. Geh mit einer konkreten Routenidee ins Gespräch, nicht mit einer offenen Frage.

  • Den Buchungszeitraum im Blick behalten

    Prämienflüge sind bis 361 Tage im Voraus buchbar. Der Flugschein ist ein Jahr ab Ausstellung gültig, ausgestellt werden kann er bis 180 Minuten vor Abflug.

Ein Hinweis zum letzten Punkt: Die 361 Tage sind grosszügiger, als viele denken, und beim Stopover besonders nützlich. Prämienplätze sind direkt zur Öffnung des Buchungsfensters am besten verfügbar, und eine Route mit zusätzlichem Halt braucht nun einmal zwei passende Plätze statt einem.

Häufige Fragen zum Stopover beim Prämienflug

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Award Flights nennen keine Zahl. Abschnitt 1.3.2 verweist für alles, was über die online angebotenen Verbindungen hinausgeht, auf das Miles & More Service Team. Die in Foren kursierenden Angaben von einem oder zwei Stopovers beschreiben das Verhalten der Buchungsmaschine, sind aber nicht vertraglich zugesagt.
Das hängt von der Airline ab. Bei Air Dolomiti, Austrian Airlines, Discover Airlines, Lufthansa, Lufthansa City Airlines und SWISS wird der Meilenpreis nach dem gewählten Routing berechnet, ein Umweg kann ihn also verändern. Bei allen anderen Partnern wird nach Prämienzone abgerechnet, dort kann ein Stopover innerhalb derselben Zone meilenneutral sein.
Nein. Bei ermässigten Prämienflügen, also Fly Smart Award Flights, Award Flight Specials und Meilenschnäppchen, wird laut Abschnitt 3.1 der Bedingungen bei Anschlussflügen immer automatisch der nächste verfügbare Flug ausgewählt. Eine freie Wahl des Anschlussfluges ist ausdrücklich auch über das Service Team nicht möglich.
Beim Stopover unterbrichst du deine Reise an einem Umsteigeort und fliegst danach mit demselben Ticket weiter. Beim Gabelflug endet der Hinflug an einem anderen Ort, als der Rückflug beginnt, die Strecke dazwischen legst du selbst zurück. Der Gabelflug ist in Abschnitt 1.3.1 ausdrücklich geregelt und kostet 50 Prozent des Hin- und Rückflugs der ersten Strecke plus 50 Prozent der zweiten.
Nur wenn der Stopover an einem deutschen Flughafen liegt und länger dauert als zwölf Stunden bei Zielen der Anlage 1 oder 24 Stunden bei allen übrigen Zielen. Dann gilt der deutsche Flughafen nach Paragraf 2 Nummer 4 Luftverkehrsteuergesetz als Zielort und der Weiterflug als neuer Abflug. Ein Stopover im Ausland löst keine deutsche Luftverkehrsteuer aus.
Was die Prämienflugsuche als Verbindung anbietet, kannst du direkt buchen. Für alles darüber hinaus verweisen die Bedingungen auf das Service Team. Den World Award Flight mit Atlantik- und Pazifiküberquerung kannst du ausschliesslich über das Service Team buchen, online ist er nicht verfügbar.

Fazit: zwei Ziele sind machbar, aber nicht garantiert

Der Stopover ist der grösste Hebel, den ein Prämienflug hat, und gleichzeitig der am schlechtesten dokumentierte. Miles & More sagt in den Bedingungen fast nichts dazu zu und schiebt die Entscheidung ans Service Team. Wer darauf angewiesen ist, sollte das wissen, bevor er eine Reise darum herum plant.

Was dagegen schwarz auf weiss steht, ist nützlich genug: Der Gabelflug ist zugesagt und hat eine nachrechenbare Preisformel. Der Meilenpreis folgt bei Partner-Airlines einer Zonentabelle, und darin liegt der ganze Spielraum. Bei ermässigten Tarifen ist jeder Stopover ausgeschlossen. Und ein langer Halt in Deutschland kostet dich eine zweite Luftverkehrsteuer.

Mein Rat für den ersten Versuch: Such dir eine Fernreise auf einer Star-Alliance-Partnerairline, teste den Umweg in der Online-Suche, und wenn er dort auftaucht, buch ihn direkt. Wenn nicht, rechne den Gabelflug durch. Einer der beiden Wege funktioniert in den meisten Fällen, und beide bringen dich zu zwei Zielen statt einem.

Weiterlesen: Was du neben den Meilen tatsächlich bezahlst, steht im Beitrag Prämienflug Steuern und Gebühren. Wie du überhaupt an freie Prämienplätze kommst, erklärt Prämienflug-Verfügbarkeit finden. Und wenn dein Ziel Asien oder Australien ist, lohnt sich Business Class nach Australien mit Miles & More, wo der Zwischenstopp in Asien schon im Meilenpreis steckt.

Stand: Oktober 2026. Alle Regelangaben stammen aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Miles & More Award Flights, abgerufen am 5. Oktober 2026, sowie aus dem Luftverkehrsteuergesetz in der heute geltenden Fassung. Die Angaben zur PAYBACK American Express stammen von der Aktionsseite von PAYBACK, ebenfalls am 5. Oktober 2026 geprüft. Meilenzahlen in Beispielen sind Annahmen zur Veranschaulichung. Den verbindlichen Meilenpreis zeigt dir die Prämienflugsuche vor der Buchung.

Geschrieben von

Simon Edholzer

Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik

Zuletzt aktualisiert am 04.10.2026

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