Auf meinem Miles-&-More-Konto standen vor ein paar Wochen rund 60.000 Meilen. Eine Zahl, die erst einmal nach viel klingt. Aber nach was genau? Ein Kontoauszug sagt dir, wie viele Meilen du hast. Er sagt dir nicht, was sie wert sind, und genau das ist die Frage, an der die meisten Einsteiger hängenbleiben.
Im Netz findest du auf diese Frage Antworten zwischen 0,3 und 3 Cent pro Meile. Diese Spanne ist so breit, dass sie praktisch nutzlos ist. Wer dir sagt, eine Meile sei 1,7 Cent wert, hat einen Durchschnitt aus fremden Buchungen gebildet, die mit deiner nichts zu tun haben.
Es gibt aber eine Zahl, die nicht geschätzt ist. Miles & More betreibt mit dem Worldshop einen eigenen Laden, und dort steht an jedem einzelnen Artikel ein Meilenpreis neben einem Europreis. Das Programm sagt dir also schwarz auf weiß, was es selbst für eine Meile hergibt. Diese Zahl habe ich heute abgelesen, und sie ist der ehrlichste Ausgangspunkt, den es gibt.
Auf einen Blick
Der Worldshop nennt den Kurs selbst
Der Worldshop ist der Prämienshop von Miles & More. Fast 4.000 Artikel liegen dort, und das Besondere ist die Preisauszeichnung: Bei jedem Artikel stehen Meilen und Euro nebeneinander. Du musst also nichts schätzen und keinen Barpreis bei einem Händler nachschlagen, der Shop rechnet dir den Kurs selbst vor.
Am deutlichsten wird das bei den eigenen Geschenkgutscheinen, weil deren Gegenwert unstrittig ist. Ein Gutschein über 200 Euro ist 200 Euro wert, da gibt es nichts zu diskutieren. Im Shop kostet er entweder 200 Euro in bar oder 60.000 Meilen. Das Programm setzt beides ausdrücklich gleich.
Ich habe heute alle fünf Stückelungen abgelesen: 25 Euro für 7.500 Meilen, 50 Euro für 15.000, 100 Euro für 30.000, 150 Euro für 45.000 und 200 Euro für 60.000 Meilen. Der Kurs ist auf die Nachkommastelle identisch, nämlich 300 Meilen je Euro. Das sind 0,333 Cent pro Meile, und weil es keine Mengenrabatte gibt, gilt dieser Kurs für jeden Betrag.
Warum ist das so wichtig? Weil dieser Kurs jederzeit verfügbar ist. Für einen Prämienflug brauchst du einen freien Prämienplatz, das richtige Datum und ein bisschen Glück. Für einen Gutschein brauchst du nichts davon. 0,33 Cent bekommst du immer, und deshalb ist das keine Schätzung, sondern eine Untergrenze.

Drei verschiedene Kurse in ein und demselben Shop
Jetzt wird es interessant, denn der Worldshop rechnet nicht überall gleich. Wer nur auf die Gutscheine schaut, übersieht, dass es innerhalb desselben Shops spürbar bessere und schlechtere Ecken gibt. Ich habe mir deshalb Artikel aus verschiedenen Bereichen angesehen und den Kurs ausgerechnet.
Bei den normalen Sachprämien liegt der Kurs erstaunlich stabil bei etwa 0,34 Cent. Eine Leica Q3 kostet 1.844.000 Meilen oder 6.250 Euro. Ein Loewe-Fernseher mit 65 Zoll steht bei 1.770.000 Meilen oder 6.000 Euro. Ein Samsung-Gerät mit 75 Zoll bei 1.583.000 Meilen oder 5.366 Euro. Rechne das nach, und du landest jedes Mal bei 0,339 Cent. Der Unterschied zum Gutschein ist minimal.
Eine Produktgruppe tanzt aber deutlich aus der Reihe: die Lufthansa Upcycling Collection, also Möbel und Barmodule aus ausgemusterten Flugzeugteilen. Eine Bar aus einer A321 kostet 1.780.000 Meilen oder 8.900 Euro. Ein Sessel aus einem Radom 1.380.000 Meilen oder 6.900 Euro. Das sind glatte 0,50 Cent pro Meile.
Mit 0,50 statt 0,34 Cent bekommst du für dieselben Meilen rund 47 Prozent mehr Gegenwert. Ich sage ausdrücklich nicht, dass du jetzt eine Flugzeugbar kaufen sollst, die wenigsten brauchen so etwas. Aber es zeigt, dass der Satz "im Shop bekommst du immer dasselbe" schlicht falsch ist. Wenn du im Shop einlöst, lohnt sich der Blick auf den Kurs des konkreten Artikels.

Warum 0,33 Cent die richtige Messlatte ist
Die meisten Ratgeber beantworten die Wertfrage mit einem Durchschnitt. Das Problem daran: Ein Durchschnitt mischt eine sehr gute Business-Class-Einlösung mit einer sehr schlechten Kurzstrecke und ergibt eine Zahl, die für keinen der beiden Fälle stimmt. Mit so einer Zahl kannst du keine Entscheidung treffen.
Eine Untergrenze funktioniert anders. Sie beantwortet die einzige Frage, die beim Einlösen wirklich zählt: Ist das hier besser als die Alternative, die ich sicher bekomme? Weil der Gutschein jederzeit verfügbar ist, hast du immer die Wahl zwischen deiner geplanten Einlösung und 0,33 Cent pro Meile in bar. Alles, was darunter liegt, ist damit widerlegt.
Ein Beispiel, die Zahlen bewusst rund gewählt: Angenommen, ein innerdeutscher Prämienflug kostet dich 10.000 Meilen. Gegen den Gutschein gerechnet gibst du damit 33 Euro Gegenwert aus. Kostet derselbe Flug in bar 79 Euro, war die Einlösung gut. Kostet er 35 Euro, hast du deine Meilen zum Nulltarif verbrannt und hättest den Flug besser bezahlt. Dieselbe Strecke, zwei völlig verschiedene Antworten, und ein Durchschnittswert hätte dir bei keiner geholfen.
Mir hat diese Denkweise das Einlösen deutlich einfacher gemacht. Ich frage mich nicht mehr, ob eine Einlösung "gut" ist, sondern nur noch, ob sie 0,33 Cent schlägt. Das ist eine Rechnung, die sich in zehn Sekunden im Kopf machen lässt.
Die Payback-Falle: aus einem Cent werden 0,33 Cent
Jetzt kommt der Punkt, der für Einsteiger am teuersten ist, und ich sehe ihn ständig. Viele sammeln Payback-Punkte und wandeln sie in Miles-&-More-Meilen um, weil Meilen nach Fernreise klingen und Payback nach Supermarkt. Rechnerisch ist das in den meisten Fällen ein Verlustgeschäft.
Der Grund steht auf den Seiten von Payback selbst. Ein Payback-Punkt ist genau einen Cent wert, das bestätigt Payback in den eigenen Hinweisen zur Bezahlfunktion: Der Einlösewert muss mindestens 200 Punkte beziehungsweise 2 Euro betragen. Du kannst Punkte also jederzeit wie Bargeld einsetzen, ein Punkt gleich ein Cent.
Die Umwandlung in Meilen läuft laut Payback ab 200 Punkten im Verhältnis 1:1. Aus einem Punkt wird eine Meile. Aus einem Cent wird damit eine Meile, die der Worldshop mit 0,33 Cent bewertet. Wer diesen Weg geht und die Meilen anschließend im Shop ausgibt, verliert zwei von drei Cent.
Achte dabei besonders auf das Miles-Abo. Wer es aktiviert hat, bei dem wandelt Payback die Punkte zweimal im Jahr automatisch um, Anfang März und Anfang September, sobald mindestens 200 Punkte auf dem Konto liegen. Das passiert ohne weitere Rückfrage. Wenn du nicht sicher weißt, dass du die Meilen für einen Flug brauchst, schau nach, ob dieses Abo bei dir läuft.

Amex-Punkte gehen nicht direkt zu Miles & More
An dieser Stelle muss ich mit einem Irrtum aufräumen, der durch sehr viele deutsche Blogs geistert und den ich selbst lange geglaubt habe: dass sich American Express Membership Rewards Punkte 1:1 in Miles-&-More-Meilen übertragen lassen. Das stimmt nicht.
Auf der Transferpartnerliste von American Express Deutschland taucht Miles & More schlicht nicht auf. Dort stehen British Airways und Iberia mit 5:4, Flying Blue und SAS mit 5:4, Qatar, Delta, Cathay und Singapore mit 3:2, Emirates mit 2:1. Lufthansa oder Miles & More kommen auf dieser Seite nicht vor.
Der einzige Weg von Membership Rewards zu Miles & More führt über Payback, und der kostet. Amex überträgt Punkte zu Payback im Verhältnis 3:1, danach geht es 1:1 weiter zu Miles & More. Unterm Strich werden aus drei Membership-Rewards-Punkten eine einzige Meile. Wenn diese Meile im Shop landet, bekommst du für drei Punkte 0,33 Cent, also 0,11 Cent je Punkt.
Zum Vergleich: Überträgst du dieselben Punkte stattdessen zu einer Partner-Airline und buchst damit Business Class, sind je nach Strecke deutlich höhere Werte drin. Wie dieser Weg funktioniert, habe ich in Amex Membership Rewards Punkte einlösen ausführlich aufgeschrieben. Für Miles & More gilt: Transferiere nicht blind, nur weil Lufthansa die Airline ist, die du kennst.
So rechnest du jede Einlösung in zehn Sekunden nach
Die Formel ist simpel, und sie enthält einen Posten, den fast alle vergessen. Du nimmst den Barpreis des Fluges, ziehst die Steuern und Gebühren ab, die du beim Prämienflug trotzdem bezahlen musst, und teilst das Ergebnis durch die Anzahl der Meilen. Mal hundert, fertig ist der Wert in Cent.
Der Abzug ist entscheidend. Nach den Teilnahmebedingungen von Miles & More lassen sich Steuern und Gebühren nicht mit Meilen bezahlen, sie werden immer zusätzlich in Euro fällig. Wer den vollen Ticketpreis durch die Meilen teilt, rechnet sich die Einlösung also systematisch schön.
Ein Rechenbeispiel: Ein Flug kostet in bar 1.200 Euro. Als Prämienflug zahlst du 60.000 Meilen und zusätzlich 280 Euro Steuern und Gebühren. Gespart hast du damit nicht 1.200, sondern 920 Euro. Geteilt durch 60.000 Meilen ergibt das 1,53 Cent pro Meile. Das ist ein guter Wert, gut das Viereinhalbfache des Gutscheinkurses, und genau deshalb lohnt sich diese Buchung.
Dieselbe Rechnung entlarvt auch die schlechten Fälle sofort. Zahlst du für einen Flug, der in bar 150 Euro kostet, 30.000 Meilen plus 60 Euro Gebühren, kommst du auf 0,30 Cent pro Meile. Das liegt unter dem Gutscheinkurs. In diesem Fall wäre es günstiger gewesen, den Flug zu bezahlen und die Meilen gegen einen Gutschein einzutauschen.
Was deine Meilen je nach Einlösung bringen
Gutschein im Worldshop
- Kurs je Meile
- 0,33 Cent
- Verfügbarkeit
- immer
- Zuzahlung in Euro
- keine
- Urteil
- Die Messlatte, nie schlechter werden
Sachprämie im Worldshop
- Kurs je Meile
- rund 0,34 Cent
- Verfügbarkeit
- meist
- Zuzahlung in Euro
- keine
- Urteil
- Praktisch gleichwertig zum Gutschein
Upcycling Collection
- Kurs je Meile
- 0,50 Cent
- Verfügbarkeit
- wenige Stücke
- Zuzahlung in Euro
- keine
- Urteil
- Bester Kurs im Shop
Prämienflug Langstrecke
- Kurs je Meile
- oft über 1 Cent
- Verfügbarkeit
- nur mit freiem Platz
- Zuzahlung in Euro
- Steuern und Gebühren
- Urteil
- Hier liegt der eigentliche Wert
Gutschein im Worldshop | Sachprämie im Worldshop | Upcycling Collection | Bestes Potenzial Prämienflug Langstrecke | |
|---|---|---|---|---|
| Kurs je Meile | 0,33 Cent | rund 0,34 Cent | 0,50 Cent | oft über 1 Cent |
| Verfügbarkeit | immer | meist | wenige Stücke | nur mit freiem Platz |
| Zuzahlung in Euro | keine | keine | keine | Steuern und Gebühren |
| Urteil | Die Messlatte, nie schlechter werden | Praktisch gleichwertig zum Gutschein | Bester Kurs im Shop | Hier liegt der eigentliche Wert |
Kurse im Worldshop am 7. November 2026 abgelesen. Der Wert eines Prämienflugs hängt vom Barpreis des konkreten Fluges ab und muss im Einzelfall gerechnet werden.
Wann sich die Umwandlung in Meilen trotzdem lohnt
Nach allem, was bis hierhin steht, könnte man meinen, Meilen seien grundsätzlich die schlechtere Währung. So ist es nicht. Meilen sind dann stark, wenn du sie für etwas einsetzt, das in bar richtig teuer ist, und das ist fast immer ein Langstreckenflug in einer besseren Kabine.
Der Denkfehler liegt nicht in den Meilen, sondern in der Reihenfolge. Die meisten sammeln erst und überlegen dann, wofür. Richtig herum wird ein Schuh daraus: Du überlegst zuerst, welchen Flug du haben willst, und wandelst dann so viele Punkte um, wie du dafür brauchst. Punkte, die du nicht umwandelst, behalten ihren vollen Cent.
Dazu kommt ein Punkt, den viele unterschätzen: Payback-Punkte und Meilen haben unterschiedliche Verfallsregeln, und die Umwandlung ist eine Einbahnstraße. Aus Meilen werden nie wieder Payback-Punkte. Wer zu früh umwandelt, tauscht flexible Währung gegen gebundene, und das zu einem Kurs, den der Betreiber selbst mit 0,33 Cent bewertet.
Checkliste vor jeder Einlösung
Sechs Schritte, die dich vor einer teuren Fehlentscheidung bewahren.
Zielflug zuerst festlegen
Strecke, Klasse und ungefähre Meilenzahl kennen, bevor du irgendetwas umwandelst.
Barpreis des Fluges nachschlagen
Ohne den Barpreis lässt sich der Wert der Einlösung nicht berechnen.
Steuern und Gebühren abziehen
Sie sind beim Prämienflug immer in Euro zu zahlen und mindern den Gegenwert.
Ergebnis gegen 0,33 Cent prüfen
Liegt der Wert darunter, lieber den Flug bezahlen und die Meilen anders einlösen.
Miles-Abo bei Payback kontrollieren
Sonst wandelt Payback zweimal jährlich automatisch um, Anfang März und Anfang September.
Nur so viel umwandeln wie nötig
Die Umwandlung lässt sich nicht rückgängig machen, Restpunkte behalten ihren vollen Wert.
Was das für dein Meilenkonto bedeutet
Zurück zu den 60.000 Meilen vom Anfang. Nach dem Gutscheinkurs sind sie exakt 200 Euro wert, und dieser Betrag ist dir sicher. Das ist nicht viel für ein Konto, auf das jemand jahrelang eingezahlt hat, und genau das ist die unbequeme Wahrheit hinter jedem Meilenstand.
Dieselben 60.000 Meilen können aber auch 920 Euro wert sein, nämlich dann, wenn sie in der Rechnung von oben auf einem Langstreckenflug landen. Der Unterschied zwischen 200 und 920 Euro liegt nicht am Programm und nicht an deinem Glück, sondern ausschließlich an der Einlöseentscheidung.
Deshalb lautet mein Rat an jeden, der anfängt: Sammle ruhig, aber lass dir die Meilen nicht zu früh aus der Hand nehmen. Wenn du wissen willst, welche Karte bei deinen Ausgaben am meisten bringt, rechne das einmal in Ruhe mit dem kostenlosen Meilenrechner durch. Und wenn du schon ein Konto hast und dich fragst, ob deine Meilen bald verfallen, steht das in Miles & More Meilenverfall.
Passend dazu: Meilen für Hotels einlösen und Miles & More Meilen kaufen.
Fazit
Eine Miles-&-More-Meile ist mindestens 0,33 Cent wert, und das ist keine Schätzung, sondern der Kurs, den der Worldshop selbst ausweist. Nach oben ist viel Luft, aber nur über Prämienflüge, bei denen ein hoher Barpreis auf eine überschaubare Meilenzahl trifft.
Die beiden teuersten Fehler sind schnell benannt. Erstens: Payback-Punkte in Meilen umwandeln, ohne ein konkretes Flugziel zu haben, und damit aus einem Cent 0,33 machen. Zweitens: den vollen Ticketpreis durch die Meilen teilen und die Steuern und Gebühren vergessen, die trotzdem in Euro fällig werden.
Wer beides vermeidet und jede Einlösung gegen die 0,33 Cent prüft, braucht keine Durchschnittswerte aus fremden Tabellen mehr. Die Rechnung dauert zehn Sekunden und beantwortet die Frage besser als jeder Ratgeber, meiner eingeschlossen.
Häufig gestellte Fragen
Warum du diesen Zahlen vertrauen kannst
- ✅Alle Kurse am 7. November 2026 im Worldshop abgelesen, Artikel für Artikel
- ✅Umwandlungsverhältnis und Punktewert direkt bei Payback nachgeschlagen
- ✅Transferpartnerliste von American Express Deutschland gegengeprüft
- ✅Keine Durchschnittswerte aus fremden Tabellen übernommen
- ✅Empfehlungslink klar gekennzeichnet, für dich entstehen keine Mehrkosten
Geprüft am 7. November 2026. Kurse im Worldshop können sich ändern, der Rechenweg bleibt derselbe.
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex, zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung. Damit fliegt er regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 08.11.2026



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