Auf meinem Miles-&-More-Konto lagen im Frühjahr knapp 70.000 Meilen, und ich stand vor einer Frage, die mir seitdem oft gestellt wird: Reicht das für einen Flug, oder nehme ich lieber zwei schöne Hotelnächte? Die Hotelvariante klang verlockend, weil sie sofort verfügbar war. Kein Suchen nach Prämienplätzen, kein Warten auf eine freie Verbindung.
Also habe ich nachgerechnet, statt zu raten. Am 1. November 2026 habe ich im Buchungsportal von Miles & More dieselbe Hotelnacht zweimal abgefragt: einmal mit Meilen, einmal in Euro. Zehn Hotels in München, dieselbe Nacht, dieselben Zimmerbedingungen. Das Ergebnis war eindeutiger, als ich erwartet hatte.
Dieser Text zeigt dir den Kurs, den du bekommst, wo du überhaupt Meilen für Hotels einlösen kannst, und wann die Hotelnacht trotz schlechtem Kurs die richtige Entscheidung ist. Denn die gibt es, und sie kommt öfter vor, als Meilensammler zugeben.
Meilen für Hotels auf einen Blick
Wo du bei Miles & More überhaupt Meilen für Hotels einlösen kannst
Viele Einsteiger suchen die Hotelprämie dort, wo sie den Prämienflug buchen, und finden nichts. Das liegt daran, dass Miles & More die Hotelbuchung ausgelagert hat. Es gibt drei getrennte Wege, und sie funktionieren unterschiedlich.
Der Hauptweg läuft über Hotels & Cars by Rocket Travel by Agoda. Miles & More nennt dafür über 500.000 Unterkünfte weltweit, und du kannst dort selbst entscheiden, ob du den Aufenthalt komplett mit Meilen bezahlst oder nur einen Teil und den Rest in bar. Das ist der Weg, den ich für die Messung weiter unten benutzt habe, weil er der mit Abstand größte ist.
Der zweite Weg führt über Booking.com. Hier geht es ab 3.000 Meilen los, allerdings nur bei Unterkünften, die ausdrücklich mit dem Hinweis "Book with miles" gekennzeichnet sind. Miles & More weist für diesen Weg zwei Dinge aus, die du kennen solltest: Es fallen keine Buchungs- oder Verwaltungsgebühren an, und für Buchungen über diese Seite werden dir keine Meilen gutgeschrieben. Du zahlst also mit Meilen und sammelst gleichzeitig keine.
Der dritte Weg ist eine Nische, aber eine hübsche: Romantik Hotels & Restaurants, knapp 200 Häuser in elf Ländern Europas. Der Einstieg liegt hier bei 7.000 Meilen. Du buchst direkt beim Hotel, gibst beim Check-out deine Servicekartennummer samt PIN an und legst fest, wie viele Meilen angerechnet werden sollen. Ein Restbetrag lässt sich dort ausschließlich per Kreditkarte begleichen, nicht in bar.

Der Test: zehn Hotels, eine Nacht, zwei Preise
Für die Messung habe ich im Portal eine ganz gewöhnliche Suche angelegt: München, Anreise 1. Dezember 2026, Abreise am Tag darauf, ein Zimmer für zwei Personen. Dann habe ich dieselbe Suche zweimal laufen lassen, einmal im Modus "Meilen einlösen" und einmal im Modus "Meilen sammeln", wo die Preise in Euro stehen.
Das Sofitel Munich Bayerpost verlangte 110.800 Meilen für die Nacht. Dasselbe Zimmer, derselbe Termin, kostete in Euro 336. Teilt man den einen Wert durch den anderen, kommt man auf 0,303 Cent pro Meile. Das Leonardo Royal am Olympiapark wollte 44.100 Meilen oder 134 Euro, also 0,304 Cent. Das Holiday Inn in der City: 79.600 Meilen oder 241 Euro, wieder 0,303 Cent.
So ging es weiter, Hotel für Hotel. Das Steigenberger, der Hilton am Flughafen, das Novotel, das Westin Grand, das Hampton by Hilton. Zehn Häuser von drei bis fünf Sternen, Preise zwischen 84 und 336 Euro die Nacht. Alle zehn landeten zwischen 0,302 und 0,304 Cent je Meile.
Das ist kein Zufall und keine Streuung, das ist ein fester Kurs. Für dich heißt das: Du musst nicht suchen. Egal welches Hotel du anklickst, deine Meile ist dort rund 0,30 Cent wert. Oder umgekehrt gerechnet: Für einen Euro Zimmerwert zahlst du etwa 330 Meilen.

Vier der zehn gemessenen Hotels im Direktvergleich
NH München Airport
- Preis mit Meilen
- 27.600 Meilen
- Preis in Euro
- 84 Euro
- Wert je Meile
- 0,304 Cent
Hilton Munich Airport
- Preis mit Meilen
- 69.300 Meilen
- Preis in Euro
- 210 Euro
- Wert je Meile
- 0,303 Cent
Holiday Inn City Centre
- Preis mit Meilen
- 79.600 Meilen
- Preis in Euro
- 241 Euro
- Wert je Meile
- 0,303 Cent
Sofitel Munich Bayerpost
- Preis mit Meilen
- 110.800 Meilen
- Preis in Euro
- 336 Euro
- Wert je Meile
- 0,303 Cent
NH München Airport | Hilton Munich Airport | Holiday Inn City Centre | Teuerstes im Test Sofitel Munich Bayerpost | |
|---|---|---|---|---|
| Preis mit Meilen | 27.600 Meilen | 69.300 Meilen | 79.600 Meilen | 110.800 Meilen |
| Preis in Euro | 84 Euro | 210 Euro | 241 Euro | 336 Euro |
| Wert je Meile | 0,304 Cent | 0,303 Cent | 0,303 Cent | 0,303 Cent |
Eigene Abfrage bei Hotels & Cars by Rocket Travel by Agoda am 01.11.2026 für die Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2026, ein Zimmer, zwei Gäste. Zimmerpreise ändern sich täglich, der Kurs blieb in allen zehn Fällen gleich.
Warum der Kurs nicht besser wird, egal wie teuer das Hotel ist
Bei Prämienflügen gibt es eine Logik, die viele Meilensammler verinnerlicht haben: Je teurer die Klasse, desto mehr holst du aus deinen Meilen heraus. Ein Business-Class-Platz, der in bar vierstellig kostet, bringt pro eingesetzter Meile deutlich mehr als ein billiger Economy-Hüpfer. Deshalb lautet die Standardempfehlung, Meilen für die teuren Sachen aufzuheben.
Im Hotel funktioniert das nicht. Der Preis in Meilen wird schlicht aus dem Europreis umgerechnet, mit einem festen Faktor. Das Fünf-Sterne-Haus in der Innenstadt bringt dir pro Meile exakt so viel wie das Flughafenhotel für 84 Euro. Die übliche Taktik, sich für die Prämie etwas besonders Teures auszusuchen, läuft hier ins Leere.
Das hat eine praktische Folge, die ich für den wichtigsten Satz dieses Textes halte: Du musst bei Hotelprämien nicht nach dem besten Deal suchen. Es gibt keinen. Du suchst dir einfach das Hotel aus, in dem du schlafen möchtest, und zahlst überall denselben Kurs. Die Zeit, die du sonst in die Prämiensuche steckst, kannst du dir sparen.
Umgekehrt heißt das auch: Wenn dir jemand erzählt, er habe bei einer Hotelbuchung einen besonders guten Meilenwert erzielt, lohnt das Nachfragen. Entweder lief die Buchung über einen anderen Kanal, oder es war eine befristete Aktion, oder die Rechnung stimmt nicht.
Die Gegenprobe: 53 bezahlte Nächte für eine Nacht auf Meilen
Es gibt einen zweiten Weg, die Sache einzuordnen, und der kommt ohne jeden Vergleich mit Flügen aus. Dasselbe Portal zeigt nämlich im Modus "Meilen sammeln" an, wie viele Meilen du für eine bar bezahlte Buchung gutgeschrieben bekommst.
Für das Sofitel waren das 2.100 Meilen für die bezahlte Nacht zu 336 Euro. Die Nacht mit Meilen kostet 110.800. Teilt man das eine durch das andere, kommt man auf knapp 53. Du müsstest also 53 Mal in genau diesem Zimmer übernachten und es jedes Mal bar bezahlen, um dir eine einzige Nacht auf Meilen zu verdienen.
Über die zehn Hotels hinweg lag die Sammelrate zwischen rund 5,9 und 10,4 Meilen je Euro. Das klingt nach viel Spielraum, ändert am Grundproblem aber wenig: Du bekommst Meilen, die rund 0,30 Cent wert sind, für Geld, das du voll bezahlst. Als reines Sammelinstrument ist das Portal in Ordnung, weil die Meilen ja zusätzlich zu einer Buchung anfallen, die du ohnehin gemacht hättest. Als Einlösekanal ist es schwach.
Mir hat diese Rechnung geholfen, weil sie ohne jede Annahme auskommt. Beide Zahlen stehen auf derselben Seite, im selben Portal, für dasselbe Zimmer. Da muss man nichts glauben.

Wann Meilen für Hotels trotzdem die richtige Wahl sind
Jetzt die andere Seite, denn ein pauschales Nein wäre zu einfach. Es gibt vier Situationen, in denen ich die Hotelbuchung ausdrücklich für vernünftig halte.
Die erste und mit Abstand wichtigste: Restmeilen, die sonst verfallen. Eine Meile, die in drei Monaten wertlos wird, ist nicht 0,30 Cent wert, sondern genau so viel, wie du heute dafür bekommst. Wer 4.000 Meilen auf dem Konto hat, die ablaufen, holt sich damit über den Booking.com-Weg rund zwölf Euro Zimmerwert. Das ist besser als null.
Die zweite: zu wenige Meilen für einen Flug. Prämienflüge haben eine hohe Einstiegshürde. Wer 9.000 Meilen hat und realistisch nie auf einen Flug kommt, weil er kaum fliegt, sollte sie nicht jahrelang liegen lassen. Die Zuzahlungsoption macht das praktikabel, weil du die Meilen einfach anteilig auf eine ohnehin geplante Buchung legen kannst.
Die dritte: keine Prämienplätze auf deiner Strecke. Wenn du an feste Ferientermine gebunden bist und auf deiner Verbindung seit zwei Jahren nichts frei wird, nützt dir der bessere Kurs eines Prämienflugs nichts, den du nicht buchen kannst.
Und die vierte: Der Betrag ist dir egal. Wenn 30.000 Meilen für dich keine Rolle spielen, weil du geschäftlich viel fliegst und laufend nachsammelst, dann ist die bequeme Hotelnacht ohne Zuzahlung eine legitime Entscheidung. Nicht jede Meile muss optimiert werden.
Was du bei der Buchung über das Portal aufgibst
Der Kurs ist nur die eine Hälfte der Rechnung. Die andere Hälfte sind die Dinge, die bei einer Prämienbuchung wegfallen, und die tauchen in keiner Preisanzeige auf.
Das Offensichtlichste sagt Miles & More für den Booking.com-Weg selbst: Für Buchungen über diese Seite werden keine Meilen gutgeschrieben. Das ist logisch, aber es gehört in die Rechnung. Wenn dieselbe Nacht in bar 2.100 Meilen eingebracht hätte, ist das ein zusätzlicher Posten, den die Prämiennacht dich kostet. Bei rund 0,30 Cent je Meile sind das zwar nur gut sechs Euro, aber die Richtung stimmt: Die Prämiennacht ist noch etwas teurer, als der reine Kurs vermuten lässt.
Der zweite Punkt wiegt für Vielreisende schwerer, und hier muss ich ehrlich sein: Ich kann ihn dir nicht pauschal beantworten. Eine Buchung über Hotels & Cars oder Booking.com ist aus Sicht der Hotelkette eine Buchung über einen Dritten, nicht über das eigene Portal. Ob dir die Nacht in deinem Hotelprogramm als qualifizierender Aufenthalt zählt, ob du Punkte bekommst und ob dein Status beim Check-in greift, regelt jede Kette in ihren eigenen Teilnahmebedingungen unterschiedlich.
Wenn du also bei Hilton, Marriott oder IHG an einem Status arbeitest, lies das vor der Buchung in den Bedingungen deines Hotelprogramms nach, nicht bei Miles & More. Es wäre ärgerlich, für eine Nacht Meilen im Wert von 300 Euro einzusetzen und dafür eine Statusnacht zu verlieren, die dich das ganze Jahr über begleitet hätte.
Der dritte Punkt ist weniger dramatisch, aber praktisch relevant: Bei Problemen vor Ort hast du zwei Ansprechpartner statt einem. Das Hotel verweist auf das Portal, das Portal auf das Hotel. Für eine Nacht im Flughafenhotel ist das egal, für zwei Wochen Familienurlaub würde ich es mitdenken.
Cash & Miles: der Weg, den die meisten übersehen
In der Diskussion über Hotelprämien geht fast immer unter, dass es keine Alles-oder-nichts-Entscheidung ist. Miles & More erlaubt bei Hotels & Cars ausdrücklich, den Aufenthalt komplett oder anteilig mit Meilen zu bezahlen. Bei Romantik Hotels gilt dasselbe, dort lässt sich ein Restbetrag allerdings nur per Kreditkarte begleichen.
Das ändert die Frage. Sie lautet dann nicht mehr "Hotelnacht oder Flug", sondern "Wie viele Meilen schiebe ich in eine Buchung, die ich sowieso mache". Und darauf gibt es eine saubere Antwort: genau so viele, wie du anders nicht sinnvoll loswirst.
Ein Beispiel mit dem gemessenen Kurs. Du buchst ein Zimmer für 200 Euro und hast 12.000 Meilen auf dem Konto, die für keinen Flug reichen. Setzt du sie ein, sinkt der zu zahlende Betrag um rund 36 Euro. Keine Sensation, aber ein konkreter Gegenwert für Meilen, die sonst nur als Zahl im Konto stehen. Hättest du 70.000 Meilen, wäre dieselbe Aktion ein Fehler, weil diese Menge in Richtung eines Prämienflugs gehört.
Ich halte die Zuzahlungsoption deshalb für den eigentlich interessanten Teil dieses ganzen Bereichs. Sie macht aus einem schlechten Einlösekanal ein brauchbares Restelager. Wer sein Konto ohnehin leerräumen will, etwa vor einer Kontoschließung oder am Ende einer Verfallsfrist, bekommt damit einen Weg, der ohne Mindestmenge für einen kompletten Aufenthalt auskommt.
So rechnest du es in zwei Minuten selbst nach
Du musst mir das alles nicht glauben, und das ist auch gar nicht nötig. Die Rechnung dauert zwei Minuten, und sie funktioniert für jede Prämie, nicht nur für Hotels.
Die Formel ist simpel: Du nimmst den Preis in Euro, den dieselbe Leistung in bar kostet, teilst ihn durch die Zahl der Meilen und multiplizierst mit hundert. Heraus kommt der Wert einer Meile in Cent. Alles über 0,30 Cent ist besser als die Hotelbuchung, alles darunter schlechter.
Wichtig ist dabei nur eine Sache, und an ihr scheitern die meisten Vergleiche: Du musst wirklich dieselbe Leistung vergleichen. Dasselbe Hotel, dasselbe Zimmer, derselbe Termin, dieselbe Stornobedingung. Sobald du eine Prämiennacht im Fünf-Sterne-Haus gegen den Barpreis eines Hostels hältst, kommt Unsinn heraus.
Bei Prämienflügen gilt dieselbe Formel, mit einem Zusatz: Rechne die Steuern und Gebühren, die du beim Prämienflug trotzdem in bar zahlst, vom Barpreis ab, bevor du teilst. Sonst rechnest du dir den Flug besser, als er ist.
Die Zwei-Minuten-Prüfung
Diese fünf Schritte beantworten die Frage für jede Prämie, nicht nur für Hotels.
Barpreis derselben Nacht notieren
Im selben Portal den Modus wechseln, damit die Bedingungen identisch bleiben.
Meilenpreis daneben schreiben
Immer den Gesamtpreis nehmen, nicht den Preis pro Nacht bei mehreren Nächten.
Euro durch Meilen teilen, mal hundert
Das Ergebnis ist der Wert einer Meile in Cent.
Gegen 0,30 Cent halten
Darüber lohnt die Alternative, darunter ist die Hotelnacht die bessere Verwendung.
Verfallsdatum der Meilen prüfen
Laufen die Meilen bald ab, sticht das jede Kursrechnung.
Wenn du lieber rechnen lässt: Auf dieser Seite gibt es einen kostenlosen Meilenrechner. Er ist ohne Anmeldung nutzbar und nimmt dir das Umrechnen ab. Wer die Zahlen lieber im Zusammenhang sehen möchte, findet im Beitrag zu den Steuern und Gebühren beim Prämienflug die Beträge, die du bei der Gegenrechnung abziehen musst.
Häufige Fragen zu Meilen für Hotels
Passend dazu: Was eine Miles & More Meile wert ist und wann sich Marriott-Punkte kaufen lohnt.
Mein Fazit
Ich habe die 70.000 Meilen damals nicht ins Hotel gesteckt, und nach dieser Messung weiß ich auch, warum das richtig war. Ein fester Kurs von 0,30 Cent ist kein Angebot, über das man nachdenken muss, solange die Meilen noch Zeit haben.
Gleichzeitig halte ich nichts davon, Hotelprämien pauschal schlechtzureden. Für Restmeilen kurz vor dem Verfall, für kleine Guthaben, die nie für einen Flug reichen, und für Strecken ohne Prämienplätze ist der Weg genau richtig. Entscheidend ist, dass du die Entscheidung mit einer Zahl triffst und nicht mit einem Gefühl.
Die Zahl kennst du jetzt. Alles, was pro Meile mehr als 0,30 Cent bringt, ist die bessere Verwendung. Alles andere darfst du ohne schlechtes Gewissen in eine Hotelnacht stecken. Stand: November 2026.
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex, zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung. Damit fliegt er regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 08.11.2026





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