Es gibt einen Moment, den vermutlich jeder Meilensammler kennt. Man loggt sich nach ein paar ruhigen Monaten ins Miles-&-More-Konto ein, sieht einen ordentlichen Kontostand, freut sich kurz, und entdeckt darunter eine zweite, deutlich kleinere Zahl mit dem Wort "Verfall" daneben.
Bei mir waren es vor einiger Zeit knapp 14.000 Meilen, die zum Quartalsende weg gewesen wären. Genug für einen innereuropäischen Prämienflug, und ich hätte es beinahe übersehen.
Das Ärgerliche daran: Meilen verfallen nicht, weil man zu wenig sammelt. Sie verfallen nach einem festen Zeitplan, der für jede einzelne Meile getrennt läuft. Wer diesen Zeitplan einmal verstanden hat, verliert praktisch nie wieder welche. Dieser Beitrag erklärt ihn, Stand August 2026, und trennt sauber zwischen dem, was wirklich schützt, und dem, was nur so aussieht.
Auf einen Blick
Die wichtigste Regel: Die Uhr läuft pro Meile, nicht pro Konto
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse anfangen. Miles & More führt keinen einzelnen Ablauftermin für dein Konto. Jede Gutschrift startet ihre eigene Uhr.
Konkret heisst das: Der Flug im März 2024 hat sein eigenes Verfallsdatum, die Hotelübernachtung im September 2025 ein anderes, und die Meilen aus der Payback-Umwandlung vom letzten Monat wieder ein anderes. Dein Kontostand ist also kein Topf, sondern ein Stapel aus vielen kleinen Portionen mit unterschiedlichen Haltbarkeitsdaten.
Daraus folgt die Konsequenz, die vielen teuer zu stehen kommt: Neue Meilen zu sammeln rettet alte Meilen nicht. Wer im Dezember noch schnell tankt, einkauft oder Punkte umwandelt, um "das Konto aktiv zu halten", schiebt damit kein einziges altes Verfallsdatum nach hinten. Er legt nur eine neue Portion oben drauf.
Miles & More formuliert es in den eigenen Hilfeseiten unmissverständlich: Meilen sind ab dem Ereignis 36 Monate gültig, also ab Antritt des jeweiligen Flugs, ab Beginn des Hotelaufenthalts oder ab dem Zeitpunkt der Wagenanmietung. Nicht ab der letzten Kontobewegung.
Das unterscheidet Miles & More von manchen anderen Programmen, die ein sogenanntes Aktivitätsmodell fahren, bei dem jede Buchung die gesamte Guthabenuhr zurücksetzt. Wer aus so einem Programm kommt, bringt die falsche Erwartung mit.

36 Monate, aber verfallen wird zum Quartalsende
Die zweite Feinheit steckt im Verfallstermin. Die 36 Monate sind nicht der Tag, an dem die Meilen verschwinden. Sie sind der Tag, ab dem das nächste Quartalsende zählt.
Miles & More erklärt das mit einem eigenen Beispiel: Wer am 12. Dezember 2025 von Frankfurt nach New York fliegt, dessen Meilen aus diesem Flug verfallen nach 36 Monaten zum nächsten Quartalsende, also am 31. Dezember 2028.
In der Praxis bedeutet diese Regel fast immer einen kleinen Bonus. Es gibt nur vier Verfallstermine im Jahr: den 31. März, den 30. Juni, den 30. September und den 31. Dezember. Je nachdem, wo dein Ereignis im Quartal lag, bekommst du also bis zu knapp drei Monate geschenkt.
Diese Kulanz ist der Grund, warum sich ein Blick ins Konto besonders im letzten Monat eines Quartals lohnt. Wer Ende September nachsieht, hat oft noch Tage Zeit für eine Einlösung, die Anfang Oktober nicht mehr möglich gewesen wäre.
Umgekehrt gilt: Verpasst du den Termin, ist nichts mehr zu machen. Miles & More stellt in den Bedingungen zur Kreditkarte ausdrücklich klar, dass bereits verfallene Meilen nicht reaktiviert werden können, auch nicht rückwirkend durch einen später einsetzenden Schutz.
Was deine Meilen wirklich schützt
Es gibt genau zwei Wege, den Verfall dauerhaft auszusetzen. Beide stehen so in den offiziellen Bedingungen, und beide funktionieren unabhängig davon, wie viele Meilen du hast.
Der erste Weg ist ein Vielfliegerstatus. Wer den Status Frequent Traveller, Senator oder HON Circle Member erreicht hat, geniesst laut Miles & More Meilenschutz. Der Haken: Verlierst du den Status wieder, tritt der Verfall erneut in Kraft. Die Meilen bleiben dann noch weitere 36 Monate gültig und verfallen danach zum jeweiligen Quartalsende. Man fällt also nicht ins Bodenlose, aber die Uhr läuft wieder.
Der zweite Weg ist die Miles & More Kreditkarte. Und hier lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte, weil die deutsche Regelung grosszügiger ist als das, was viele Ratgeber beschreiben.
Für Inhaber einer privaten oder geschäftlichen Miles & More Gold Credit Card oder Blue Credit Card, seit Oktober 2025 herausgegeben von der Deutschen Bank, sind laut Kartenherausgeber alle Meilen direkt nach Ausstellung der Kreditkarte unbegrenzt gültig, und zwar ausdrücklich unabhängig vom Kreditkartenumsatz. Es gibt in Deutschland also keine Pflicht, jeden Monat etwas mit der Karte zu bezahlen.
International sieht das anders aus. Auf der allgemeinen Miles-&-More-Seite zum Meilenverfall gelten für eine Reihe anderer Länder strengere Bedingungen: mindestens drei Monate Kartenbesitz und mindestens ein meilenfähiger Umsatz pro Monat. Wer eine im Ausland ausgegebene Karte nutzt, sollte das prüfen.

Was viele glauben, was aber nicht schützt
Rund um den Meilenverfall halten sich einige Ratschläge hartnäckig, die schlicht nicht funktionieren. Der Reihe nach.
Einloggen hilft nicht. Das Miles-&-More-Konto ist kein Prepaid-Handyvertrag. Es gibt keine Regel, nach der ein Login oder ein Seitenaufruf irgendetwas verlängert.
Neue Meilen sammeln hilft nicht. Das ist der teuerste Irrtum, weil er sich so plausibel anfühlt. Jede Gutschrift ist eine eigene Portion mit eigener Frist, wie oben beschrieben. Alte Meilen bleiben davon unberührt.
Punkte umwandeln hilft nicht. Wer Payback Punkte oder Membership Rewards Punkte in Meilen transferiert, erzeugt damit frische Meilen mit frischer 36-Monats-Frist. Die alten laufen weiter ihrem Termin entgegen. Der Transfer ist ein guter Weg, den Bestand aufzustocken, aber kein Rettungsanker.
Eine Prämie zu buchen und wieder zu stornieren ist ebenfalls keine Lösung, sondern ein Risiko. Bei einer Stornierung gehen die Meilen zurück ins Konto, und zwar mit ihrem ursprünglichen Verfallsdatum. Dazu kommen mögliche Gebühren.
Bleibt eine ehrliche Einordnung: Wer keinen Status und keine Miles-&-More-Kreditkarte hat, kann den Verfall nicht aufhalten. Er kann ihn nur rechtzeitig sehen und die betroffenen Meilen vorher sinnvoll einsetzen. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Schutz vor Meilenverfall im Überblick
Vielfliegerstatus
- Setzt den Verfall aus
- Ja
- Bedingung
- Status ab Frequent Traveller
- Was passiert beim Wegfall
- Verfall setzt wieder ein, danach 36 Monate
M&M Kreditkarte (DE)
- Setzt den Verfall aus
- Ja
- Bedingung
- Gold oder Blue Credit Card, unabhängig vom Umsatz
- Was passiert beim Wegfall
- Karenzzeit von mindestens 3 Monaten nach Quartalsende
Neue Meilen sammeln
- Setzt den Verfall aus
- Nein
- Bedingung
- keine
- Was passiert beim Wegfall
- entfällt
Login im Konto
- Setzt den Verfall aus
- Nein
- Bedingung
- keine
- Was passiert beim Wegfall
- entfällt
Vielfliegerstatus | Direktester Weg M&M Kreditkarte (DE) | Neue Meilen sammeln | Login im Konto | |
|---|---|---|---|---|
| Setzt den Verfall aus | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Bedingung | Status ab Frequent Traveller | Gold oder Blue Credit Card, unabhängig vom Umsatz | keine | keine |
| Was passiert beim Wegfall | Verfall setzt wieder ein, danach 36 Monate | Karenzzeit von mindestens 3 Monaten nach Quartalsende | entfällt | entfällt |
Angaben nach den offiziellen Bedingungen von Miles & More und des Kartenherausgebers, Stand August 2026. Für die Miles & More Kreditkarte besteht kein Partnerlink.
Der Kontoauszug: so findest du dein echtes Verfallsdatum
Die gute Nachricht ist, dass du nicht selbst rechnen musst. Miles & More zeigt die gefährdeten Meilen von sich aus an, man muss nur wissen, wo.
Im Online-Kontoauszug werden dir laut Miles & More die Meilen angezeigt, die zum Ende des laufenden und zum Ende des Folgequartals verfallen. Das ist die verlässlichste Quelle, weil sie deinen tatsächlichen Bestand kennt und nicht nur die allgemeine Regel.
Zusätzlich gibt es einen Frühwarnkanal: Wer den Miles-&-More-Newsletter abonniert hat, bekommt nach Programmangabe etwa zwei Monate im Voraus eine Übersicht aller Meilen, die zum Ende des laufenden Quartals zum Verfall anstehen. Zwei Monate reichen in der Regel, um noch einen vernünftigen Prämienflug zu finden.
Mein praktischer Rat, und das ist die einzige Gewohnheit, die man sich hier wirklich angewöhnen muss: Setz dir vier Kalendererinnerungen im Jahr, jeweils etwa sechs Wochen vor Quartalsende. Also Mitte Februar, Mitte Mai, Mitte August und Mitte November. Ein Blick in den Kontoauszug dauert zwei Minuten.
Sechs Wochen sind bewusst gewählt. Sie reichen für die Suche nach Prämienverfügbarkeit, ohne dass man in Panik die erstbeste schlechte Einlösung nimmt.

Deine Routine gegen den Meilenverfall
Fünf Punkte, danach passiert dir das nicht mehr.
Vier Termine pro Jahr in den Kalender
Jeweils rund sechs Wochen vor dem 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember.
Online-Kontoauszug öffnen
Dort stehen die Meilen, die zum Ende des laufenden und des Folgequartals verfallen.
Newsletter abonnieren
Miles & More verschickt etwa zwei Monate vorher eine Übersicht der verfallenden Meilen.
Betrag bewerten, nicht nur sehen
Kleine Restbestände lohnen keine Hektik, vierstellige Beträge schon.
Erst Gegenwert prüfen, dann einlösen
Eine schlechte Einlösung ist teurer als ein kleiner Verfall.
Meilen retten, wenn die Frist schon läuft
Angenommen, der Kontoauszug zeigt einen Betrag, der in wenigen Wochen weg wäre. Dann kommt es auf die Grössenordnung an, und es lohnt sich, kurz nüchtern zu bleiben.
Bei einem grösseren Bestand ist der Prämienflug fast immer die beste Verwendung, weil dort der Gegenwert pro Meile am höchsten liegt. Das Problem ist selten die Meilenzahl, sondern die Verfügbarkeit. Wie man sie systematisch findet, statt sich durch Kalender zu klicken, haben wir separat beschrieben.
Wenn die Zeit knapp ist, hilft ausserdem Mileage Pooling. Miles & More erlaubt es, als Familie oder mit Freundinnen und Freunden gemeinsam auf eine Prämie zu sparen. Wer allein knapp unter der Schwelle für eine sinnvolle Einlösung liegt, kommt so unter Umständen doch noch über die Ziellinie, bevor die Frist zuschlägt.
Fehlen nur wenige Meilen zur nächsten sinnvollen Prämie, kann ein Zukauf die Rechnung retten. Das ist allerdings nur dann vernünftig, wenn der Gegenwert der Prämie den Kaufpreis klar übersteigt, sonst wirft man gutem Geld schlechtes hinterher.
Wir haben durchgerechnet, wann sich der Kauf von Miles-&-More-Meilen lohnt und wann nicht. Und wenn es um die Suche nach freien Prämienplätzen geht, findest du das Vorgehen in unserem Beitrag zur Prämienflug-Verfügbarkeit.
Bei kleinen Restbeständen im drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich gilt dagegen: Nicht überreagieren. Meilen im Worldshop oder für Sachprämien einzulösen bringt erfahrungsgemäss einen deutlich schlechteren Gegenwert als ein Flug. Wer 2.000 Meilen verfallen lässt, verliert wenig. Wer für 2.000 Meilen etwas kauft, das er nicht braucht, verliert mehr.
Nach der Kartenkündigung: die Karenzzeit
Ein Punkt, der oft untergeht und der besonders die betrifft, die eine Miles-&-More-Kreditkarte wegen der Jahresgebühr wieder abgeben.
Mit der Kündigung endet der Schutz nicht sofort. Nach Angabe des Kartenherausgebers unterliegen die vor und während der Kartengültigkeit gesammelten Meilen nach der Kündigung zwar wieder dem Verfall gemäss den Miles-&-More-Teilnahmebedingungen, es wird aber eine Karenzzeit von mindestens drei Monaten nach Ablauf des Quartals gewährt, in dem die Kündigung wirksam wurde.
Meilen, die in diesem Zeitraum verfallen würden oder die bei Kartenkündigung schon verfallen gewesen wären, behalten bis zum Ablauf dieser Karenzzeit ihre Gültigkeit.
Praktisch heisst das: Du hast nach einer Kündigung ein Fenster von mindestens einem Vierteljahr plus dem Rest des laufenden Quartals, um deinen Bestand zu ordnen. Das ist genug für eine geplante Einlösung, aber zu wenig, um es zu vergessen.
Wer also über eine Kündigung nachdenkt und einen grösseren Meilenbestand hat, sollte die Reihenfolge umdrehen: erst die Einlösung planen, dann kündigen. Nicht andersherum.
Was es nicht mehr gibt: die kostenpflichtige Verlängerung
An dieser Stelle ist eine Korrektur nötig, weil zu diesem Thema viel Veraltetes im Umlauf ist.
Miles & More bot einige Zeit über einen Partner die Möglichkeit an, die Gültigkeit verfallender Meilen gegen eine Gebühr zu verlängern, üblicherweise für etwa einen Cent pro Meile. Dieses Angebot existiert nicht mehr, die Zusammenarbeit wurde beendet.
In der aktuellen Übersicht der Miles-&-More-Self-Services taucht eine solche Verlängerung nicht auf. Dort stehen die nachträgliche Gutschrift von Meilen und Points, die Online-Buchung von Award Flights, der Travel Calculator und das Mileage Pooling. Eine kostenpflichtige Verlängerung ist nicht darunter.
Wenn du also auf einen Ratgeber stösst, der dir anbietet, verfallende Meilen einfach freizukaufen: Der Text ist veraltet. Verlass dich im Zweifel auf deinen eigenen Kontoauszug und die offiziellen Hilfeseiten, nicht auf Blogbeiträge mit unbekanntem Stand. Das gilt ausdrücklich auch für diesen hier, deshalb steht überall dazu, wann wir geprüft haben.
Und wenn du gar keine Meilen mehr verfallen lassen willst?
Für viele Einsteiger ist der Meilenverfall vor allem ein Argument, das Sammeln anders aufzubauen. Nämlich so, dass man nicht ständig gegen eine Uhr arbeitet.
Der eine Weg ist der eben beschriebene: eine Miles-&-More-Kreditkarte, die den Verfall aussetzt. Der andere Weg ist, den Bestand gar nicht erst über Jahre im Meilenkonto liegen zu lassen, sondern Punkte in einem flexiblen Programm zu sammeln und erst dann in Meilen umzuwandeln, wenn eine konkrete Einlösung ansteht.
Dieser zweite Ansatz hat den Nebeneffekt, dass man sich nicht früh auf ein einziges Vielfliegerprogramm festlegt. Er ist deshalb der Standardrat für alle, die noch nicht wissen, wohin sie eigentlich fliegen wollen.
Wie man Punkte sinnvoll einsetzt, statt sie zu horten, haben wir am Beispiel der Membership Rewards Punkte ausführlich beschrieben.
Fazit
Der Meilenverfall bei Miles & More ist kein Zufall und keine Willkür, sondern ein sehr berechenbarer Mechanismus. Jede Meile ist ab ihrem Ereignis 36 Monate gültig und verfällt danach zum Quartalsende. Es gibt vier Stichtage im Jahr, mehr muss man sich nicht merken.
Wirklich aufhalten lässt sich der Verfall nur durch einen Vielfliegerstatus ab Frequent Traveller oder durch eine Miles & More Gold oder Blue Credit Card, die in Deutschland ohne Umsatzbedingung wirkt. Alles andere, vom Einloggen bis zum eiligen Punktetransfer, ist Selbstberuhigung.
Wer keines von beidem hat, braucht keine Panik, sondern eine Erinnerung im Kalender. Viermal im Jahr in den Kontoauszug schauen, sechs Wochen vor Quartalsende, kostet acht Minuten im Jahr. Das ist der ganze Trick.
Häufige Fragen zum Miles & More Meilenverfall
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 09.09.2026


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