Prämienflug Sitzplatzreservierung: Der Tarif entscheidet, nicht die Meilen

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VerantwortlichGründer von Meilenmeister
Erschienen18.10.202610 Min. Lesezeit
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Leerer Fensterplatz in einer dunklen Flugzeugkabine mit warmem Leselicht
Mit KI erstellt

Der Moment, in dem die Freude kippt, kommt bei einem Prämienflug meistens ganz am Ende. Die Meilen sind abgebucht, die Buchungsbestätigung liegt im Postfach, und weil man neugierig ist, klickt man noch einmal in die Sitzplatzkarte. Und dort steht dann ein Preis. Nicht bei einem einzelnen Platz in der Notausgangsreihe, sondern bei fast allen. Genau an dieser Stelle schreiben mir Leser am häufigsten, und die Frage ist immer dieselbe: Ich habe doch mit Meilen bezahlt, warum soll ich jetzt noch für den Sitz zahlen?

Die Antwort ist unangenehm, aber sie ist wenigstens eindeutig, und man kann sie vor der Buchung zu seinem Vorteil nutzen. Deine Meilen kaufen dir eine Beförderung von A nach B. Sie kaufen dir keinen bestimmten Platz im Flugzeug. Ob du den selbst auswählen darfst, ohne dafür zu zahlen, hängt an drei Dingen, und die Zahlungsart ist keines davon.

Ich habe für diesen Beitrag nicht in Foren nachgesehen, sondern in den offiziellen Bedingungen. Das war nötig, weil die ersten Google-Treffer zu diesem Thema sich gegenseitig widersprechen. Zwei Quellen behaupten, beim Prämienflug sei die Reservierung generell kostenlos. Eine dritte behauptet das Gegenteil. Richtig ist keine von beiden, weil die Frage so gar nicht beantwortbar ist.

Auf einen Blick

der gebuchte TarifEntscheidend ist
Zuweisung beim Check-inLight-Tarife
Classic Seat enthaltenFlex-Tarif
meist kostenlosMit Senator-Status
Allegris Suite und Extra Long BedImmer kostenpflichtig
Oktober 2026Stand

Die kurze Antwort: Meilen kaufen eine Beförderung, keinen Platz

Es hilft, sich kurz vor Augen zu halten, was bei einer Prämienbuchung eigentlich passiert. Du tauschst Meilen gegen ein Flugticket. Dieses Ticket ist kein Sonderprodukt, es ist ein normales Ticket in einem normalen Tarif, nur eben anders bezahlt. Deshalb gelten für dieses Ticket auch alle Regeln, die für ein bezahltes Ticket im selben Tarif gelten. Das betrifft das Gepäck, das betrifft die Umbuchung, und das betrifft eben auch den Sitzplatz.

Diese Logik ist der Grund, warum die Frage "kostet der Sitz beim Prämienflug extra" keine allgemeine Antwort hat. Sie ist ungefähr so präzise wie die Frage, ob ein Auto eine Klimaanlage hat. Das hängt von der Ausstattung ab, nicht davon, ob du es bar oder per Überweisung bezahlt hast.

Wer schon einmal gelesen hat, wie sich beim Prämienflug die Regeln für das Gepäck bestimmen, erkennt hier dasselbe Muster. Auch dort entscheidet nicht die Zahlung mit Meilen, sondern der Tarif, den du beim Buchen fast nebenbei auswählst. Und wer sich gefragt hat, warum bei einem Prämienflug überhaupt noch Geld fällig wird, findet die Antwort bei den Steuern und Gebühren. Die Sitzplatzreservierung ist der dritte Posten in dieser Reihe, und sie ist der einzige, den du vollständig selbst in der Hand hast.

Das ist die gute Nachricht in diesem Beitrag. Steuern kannst du nicht verhandeln, Gepäckregeln auch nicht. Beim Sitzplatz entscheidest du beim Buchen mit, oft ohne es zu merken, und manchmal kostet die bessere Entscheidung keine einzige Meile mehr.

Was Miles & More selbst zur Sitzplatzreservierung sagt

Miles & More beantwortet diese Frage in einem eigenen Hilfeartikel, und die Antwort ist kürzer, als man hofft. Dort steht, bei vielen Airline-Partnern sei eine Sitzplatzreservierung möglich, direkt bei der Online-Buchung, über die Buchungsübersicht oder über das Service Team. Und dann folgt der entscheidende Satz: Ob diese Reservierung kostenfrei ist, hängt von den Bedingungen der Airline ab. Ist sie nicht verfügbar, solle man sich direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden.

Man muss sich das einmal klarmachen. Das Programm, bei dem du die Meilen gesammelt und eingelöst hast, sagt dir an dieser Stelle, dass es für den Sitzplatz nicht zuständig ist. Zuständig ist die Airline, die dich tatsächlich fliegt. Das ist keine Ausrede, das ist technisch korrekt, und es ist der Schlüssel zum ganzen Thema.

Noch deutlicher wird es auf der Award-Flight-Seite von Miles & More. Dort sind die Tarife aufgelistet, die beim Prämienflug zur Auswahl stehen, und darunter stehen vier Punkte, in denen sich diese Tarife unterscheiden. Der erste dieser vier Punkte ist die Sitzplatzreservierung. Dann folgen Umbuchungsoptionen, Erstattungsoptionen und Gepäckmitnahme. Die Sitzplatzreservierung ist also keine Nebenbedingung, die irgendwo im Kleingedruckten versteckt ist. Sie ist eines der vier Merkmale, über die der Tarif überhaupt definiert wird.

Und zur Rolle des Status schreibt Miles & More auf derselben Seite, die Statusprivilegien hingen bei Award Flights weiterhin von der gewählten Reiseklasse ab, und bei Air Dolomiti, Austrian Airlines, Discover Airlines, Lufthansa, Lufthansa City und SWISS zusätzlich vom jeweiligen Tarif. So, wie man es von normalen Flugbuchungen bei diesen Airlines kenne. Damit sind alle drei Hebel benannt: Airline, Tarif, Status.

Infografik: Airline, Tarif und Status entscheiden über den Sitzplatz, nicht die Meilen
Mit KI erstellt
Über deinen Sitzplatz entscheiden drei Dinge: die ausführende Airline, der gebuchte Tarif und dein Vielfliegerstatus. Die Meilen selbst entscheiden nichts.Mit KI erstellt

Der Tarif entscheidet, und du wählst ihn beim Buchen

Viele Meilensammler haben noch ein Bild im Kopf, das es so nicht mehr gibt: Prämienflug bedeutete früher, man zahlt eine feste Meilenzahl und bekommt das volle Produkt der Reiseklasse. Seit Miles & More bei den Lufthansa-Group-Airlines die Meilenwerte flexibel berechnet, wählst du beim Prämienflug zusätzlich einen Tarif. Und dieser Tarif ist der eigentliche Preisschalter.

Für Air Dolomiti, Austrian Airlines, Discover Airlines, Lufthansa, Lufthansa City und SWISS stehen laut Miles & More grundsätzlich diese Tarife zur Auswahl. Auf Kontinentalflügen in der Economy Class: Basic, Light, Comfort und Flex. In der Business Class auf Kontinentalflügen: Light, Comfort und Flex. Auf Interkontinentalflügen gilt über Economy, Premium Economy, Business und First hinweg eine andere Staffel: Light, Comfort, Comfort Plus und Flex, wobei Light in der First Class nicht angeboten wird.

Die Faustregel, die Miles & More selbst dazu nennt, ist unspektakulär und trifft es: Der Flex-Tarif bietet mehr Flexibilität bei den Konditionen, der Light-Tarif ist dafür schon für einen reduzierten Meilenwert zu buchen. Das klingt nach einem fairen Tausch, und es ist auch einer. Nur übersehen viele, was sie da eigentlich tauschen. Wer beim Buchen auf die niedrigste Meilenzahl klickt, weil der Meilenstand knapp ist, kauft sich damit auch aus der kostenlosen Sitzplatzwahl heraus.

Ein Beispiel, das die Größenordnung zeigt: Wenn ein Light-Tarif auf der Langstrecke ein paar Tausend Meilen günstiger ist als der Comfort-Tarif, du aber für zwei Flüge Sitzplätze zukaufen musst, ist der scheinbare Vorteil schnell aufgebraucht. Nur zahlst du ihn dann in Euro statt in Meilen. Und das ist bei einem Prämienflug besonders ärgerlich, weil der ganze Sinn der Übung war, eben nicht in Euro zu zahlen.

Infografik: Sitzplatzregeln nach Tarif von Light bis Flex
Mit KI erstellt
Im Light-Tarif bekommst du den Sitz erst beim Check-in zugewiesen. Im Comfort-Tarif kostet die Reservierung extra. Im Flex-Tarif ist der Classic Seat enthalten.Mit KI erstellt

Dafür spricht

  • Flex und Comfort: Sitzplatzwahl ist in der Regel enthalten oder günstiger
  • Umbuchung und Erstattung sind deutlich flexibler
  • Kein Risiko, am Ende doch in Euro nachzuzahlen
  • Statusvorteile greifen auch auf der Langstrecke

Dagegen spricht

  • Light: spürbar weniger Meilen für dasselbe Ziel
  • Sitzplatz wird erst beim Check-in automatisch zugewiesen
  • Reservierung nur gegen Gebühr, auch mit Status
  • Bei zwei Langstrecken summiert sich der Zukauf

Fazit: Flex und Comfort gegen Light

Was Lufthansa für einen Sitzplatz verlangt

Weil Miles & More auf die Airline verweist, lohnt der Blick auf die Seite, die dann wirklich gilt. Lufthansa unterscheidet beim Sitzplatz mehrere Kategorien, und sie kosten unterschiedlich viel. Der Classic Seat ist der normale Platz, den du selbst auswählst, egal ob Fenster oder Gang. Sein Preis richtet sich nach der Länge deines Fluges und dem Zielort, und im Flex-Tarif ist er kostenlos. Das ist der Satz, auf den es ankommt, und er steht so auf der Lufthansa-Seite zur Sitzplatzreservierung.

Darüber liegen die teureren Kategorien. Der Preferred Zone Seat sitzt im vorderen Teil der Economy Class, direkt hinter Business oder Premium Economy, damit man nach der Landung schneller aussteigt. Der Legroom Seat bietet etwa acht Zentimeter mehr Platz als der Classic Seat. Der Extra Legroom Seat ist auf fast allen Flugzeugtypen buchbar, teilweise in den Notausgangsreihen, wo besondere Bedingungen gelten. Und der Back Seat in den letzten Reihen ist ausdrücklich als günstigste Variante gedacht, bei der man trotzdem selbst auswählt.

Eine Angabe auf dieser Seite ist für Statusinhaber Geld wert: Die Reservierung des Legroom Seat ist für HON Circle Member und Senatoren kostenlos. Wer Status hat, sollte also nicht reflexhaft den Classic Seat nehmen, sondern prüfen, ob der Legroom Seat verfügbar ist. Acht Zentimeter sind auf einem Nachtflug kein Detail.

Wenn du gar keinen Sitzplatz auswählst, bekommst du beim Online-Check-in automatisch einen zugewiesen. Diesen kannst du je nach Tarif und Sitzplatzkategorie gegen eine Gebühr ändern. Und hier gibt es eine Regel, die kaum jemand kennt: Diese Gebühr entfällt, wenn du vorher schon einen Sitzplatz gebucht hattest, sofern der neue Sitz derselben oder einer niedrigeren Kategorie entspricht. Eine kostenpflichtige Reservierung ist laut Lufthansa bis zwei Stunden vor Abflug über "Meine Buchungen" möglich.

Mit Status wird es günstiger, aber nicht immer kostenlos

Der zweite große Hebel ist der Vielfliegerstatus, und er wirkt beim Prämienflug genauso wie beim bezahlten Ticket. Auf der offiziellen Seite zum Senator-Status steht, dass Senatoren auf Flügen, die von Air Dolomiti, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, ITA Airways, Lufthansa, Lufthansa City und SWISS durchgeführt werden, in allen Buchungsklassen kostenlos Sitzplätze reservieren können.

Dann kommt die Klammer, und in dieser Klammer steckt die eigentliche Information. Ausgenommen sind Buchungen in den Tarifen Economy Basic und Economy Light auf Kurzstreckenflügen, Economy Light, Premium Economy Light und Business Light auf Langstreckenflügen sowie die Lufthansa Allegris Produkte Extra Long Bed, Business Class Suite und Suite Plus.

Das ist bemerkenswert, und zwar in beide Richtungen. Es heißt erstens, dass Status die Tarifwahl nicht heilt. Wer als Senator einen Business-Light-Tarif auf der Langstrecke bucht, zahlt für die Reservierung, obwohl er in der Business Class sitzt. Und es heißt zweitens, dass die begehrtesten Plätze im neuen Lufthansa-Langstreckenprodukt auch für HON Circle Member kostenpflichtig bleiben. Die Business Class Suite und das Extra Long Bed sind vom Statusvorteil ausgenommen, Punkt.

Eine Sache geht dabei oft unter, die gerade für Familien und Paare viel wert ist: Auf Flügen, die von Austrian Airlines, Brussels Airlines, Lufthansa oder SWISS durchgeführt werden, erhalten laut derselben Seite auch die Begleiter eine kostenlose Reservierung, sofern sie in derselben Buchung sind. Die oben genannten Tarifausnahmen gelten dabei weiter. Wer also mit Status reist und die Familie mitnimmt, sollte die Buchung zusammenhalten statt sie aufzuteilen.

Wenn du noch keinen Status hast und abschätzen willst, ob er für dich realistisch erreichbar ist: Ich habe aufgeschrieben, wie man den Miles-and-More-Status erreicht und welche Vorteile Star Alliance Gold darüber hinaus bringt. Für die Sitzplatzfrage allein lohnt sich die Jagd nach dem Status nicht, als Nebeneffekt ist sie aber einer der spürbarsten.

Infografik: drei Ausnahmen von der kostenlosen Sitzplatzreservierung für Senatoren
Mit KI erstellt
Auch mit Senator-Status gibt es drei Ausnahmen: Basic und Light auf der Kurzstrecke, die Light-Tarife auf der Langstrecke und die teuren Allegris-Sitze.Mit KI erstellt

Bei Partner-Airlines wird es unübersichtlich

Miles & More wirbt damit, dass Award Flights bei mehr als 35 Airline-Partnern buchbar sind. Für die Sitzplatzfrage ist das zugleich der größte Vorteil und das größte Risiko. Für alle Partner außerhalb der Lufthansa-Group-Airlines gilt laut Miles & More der Standard-Tarif pro Reiseklasse, der zum 3. Juni 2025 vom Flex-Tarif umbenannt wurde, inhaltlich aber unverändert blieb.

Das klingt nach einer klaren Regel, löst das Problem aber nur auf dem Papier. Denn welche Leistungen dieser Standard-Tarif umfasst, legt die jeweilige Airline fest, nicht Miles & More. Es gibt Partner, bei denen die Sitzplatzwahl im Prämienticket selbstverständlich enthalten ist. Und es gibt Partner, bei denen selbst in der Business Class für die Reservierung gezahlt wird.

Dazu kommt ein praktisches Ärgernis, das in Foren regelmäßig auftaucht: Bei Partner-Airlines funktioniert die Sitzplatzwahl oft nicht über die Miles-und-More-Plattform. Manchmal braucht man die Buchungsnummer der ausführenden Airline und muss sich dort einloggen, manchmal geht es nur telefonisch. Genau darauf zielt der Hilfeartikel ab, wenn er sagt, man solle sich bei fehlender Verfügbarkeit direkt an die Fluggesellschaft wenden.

Mein Rat dazu ist unromantisch: Wenn der Sitzplatz für dich wichtig ist, etwa weil du mit Kind reist oder sehr groß bist, dann entscheide die Partnerfrage vor der Buchung und nicht danach. Suche den Tarifbedingungen-Hinweis in der Buchungsmaske, und wenn du ihn nicht findest, rechne damit, dass du zahlst. Diese Erwartungshaltung hat mich schon mehrfach vor Frust bewahrt.

So gehst du vor der Buchung vor

Das Ganze lässt sich auf eine Handvoll Handgriffe eindampfen, die vor dem Klick auf "Buchen" zwei Minuten dauern und später Geld sparen. Ich gehe selbst in dieser Reihenfolge vor, seit ich einmal auf einem Nachtflug in der letzten Reihe neben der Bordtoilette saß, weil ich im Light-Tarif gebucht und mich auf gut Glück verlassen hatte.

Sechs Handgriffe vor der Prämienbuchung

Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt: Die ersten beiden Punkte kosten nichts und entscheiden am meisten.

  • Prüfe, wer wirklich fliegt

    Nicht das Logo im Suchergebnis zählt, sondern die ausführende Airline. Sie bestimmt die Sitzplatzregeln.

  • Lies den Tarifnamen, nicht nur die Meilenzahl

    Basic, Light, Comfort, Comfort Plus oder Flex: Dieses eine Wort entscheidet über die Sitzplatzwahl.

  • Rechne den Zukauf gegen die Meilenersparnis

    Bei zwei Langstrecken und zwei Personen sind es vier Reservierungen. Erst dann vergleichst du ehrlich.

  • Mit Status: prüfe den Legroom Seat

    Für HON Circle Member und Senatoren ist dessen Reservierung bei Lufthansa kostenlos, nicht nur der Classic Seat.

  • Halte Mitreisende in einer Buchung

    Auf Flügen von Austrian, Brussels, Lufthansa und SWISS bekommen Begleiter in derselben Buchung den Statusvorteil mit.

  • Bei Partnern: reserviere direkt bei der Airline

    Wenn die Sitzplatzkarte bei Miles & More leer bleibt, mit der Buchungsnummer zur ausführenden Airline wechseln.

Was sich bei den Statusvorteilen gerade ändert

Ein Hinweis zur Aktualität, weil dieses Thema in Bewegung ist. Die Branchenseite meilenoptimieren berichtete am 17. Oktober 2026, dass Senatoren und HON Circle Member bei Buchungen ab dem 27. Oktober 2026 im Economy-Light-Tarif auf Langstrecken keine Sitzplätze mehr kostenlos im Voraus reservieren können, und dass dabei das Buchungsdatum maßgeblich ist, nicht das Reisedatum.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen, was ich selbst geprüft habe. Auf der offiziellen Senator-Seite von Miles & More steht die Ausnahme für die Light-Tarife auf der Langstrecke heute bereits so drin, wie ich sie oben zitiert habe. Ob das die Umsetzung der angekündigten Änderung ist oder ob die Seite der Änderung vorausläuft, lässt sich von außen nicht sauber beantworten. Für dich ändert das praktisch nichts: Verlass dich im Economy Light auf der Langstrecke nicht auf einen kostenlosen Sitz, auch nicht mit Status.

Genau deshalb halte ich bei diesem Thema nichts von Tabellen, die man sich einmal abspeichert. Die Tarifstrukturen bei Miles & More haben sich in den vergangenen zwei Jahren mehrfach geändert, Namen wurden getauscht, Ausnahmen kamen hinzu. Was bleibt, ist die Mechanik: Airline, Tarif, Status. Wenn du die drei Hebel kennst, kannst du jede neue Regelung in zwei Minuten selbst einordnen, auch wenn sich die Details wieder verschieben.

Häufig gestellte Fragen

Nicht pauschal. Miles & More schreibt, ob die Reservierung kostenfrei ist, hänge von den Bedingungen der Airline ab. Entscheidend sind der gebuchte Tarif und dein Vielfliegerstatus, nicht die Zahlung mit Meilen. Bei Lufthansa ist der Classic Seat im Flex-Tarif enthalten. Stand: Oktober 2026.
Bei vielen Airline-Partnern ja, laut Miles & More direkt bei der Online-Buchung, über die Buchungsübersicht oder über das Service Team. Ist die Reservierung nicht verfügbar, verweist Miles & More ausdrücklich an die jeweilige Fluggesellschaft.
Nein. Auf Flügen der genannten Lufthansa-Group-Airlines und von ITA Airways gilt der Vorteil in allen Buchungsklassen, ausgenommen sind aber Economy Basic und Economy Light auf der Kurzstrecke, Economy Light, Premium Economy Light und Business Light auf der Langstrecke sowie die Allegris-Produkte Extra Long Bed, Business Class Suite und Suite Plus.
Auch das hängt am Tarif. Ein Business-Light-Tarif auf der Langstrecke ist von der kostenlosen Statusreservierung ausgenommen. Und die teuersten Allegris-Sitze, also Business Class Suite, Suite Plus und Extra Long Bed, kosten laut Miles & More selbst für HON Circle Member und Senatoren extra.
Dann weist dir Lufthansa beim Online-Check-in automatisch einen Platz zu. Diesen kannst du je nach Tarif und Kategorie gegen eine Gebühr ändern. Die Gebühr entfällt, wenn du vorher schon einen Sitz gebucht hattest und der neue Sitz derselben oder einer niedrigeren Kategorie entspricht.
Weil die Sitzplatzwahl bei Partner-Airlines häufig nicht über die Miles-und-More-Plattform läuft. In diesen Fällen brauchst du meist die Buchungsnummer der ausführenden Airline und reservierst in deren System oder telefonisch.

Fazit

Die Frage, ob der Sitzplatz beim Prämienflug extra kostet, hat keine Ja-oder-Nein-Antwort, und jede Quelle, die eine liefert, vereinfacht zu stark. Deine Meilen kaufen eine Beförderung. Über den Platz im Flugzeug entscheiden die ausführende Airline, der Tarif, den du beim Buchen auswählst, und dein Vielfliegerstatus. Miles & More sagt das selbst, deutlicher als man erwartet: Die Sitzplatzreservierung steht dort an erster Stelle der vier Punkte, in denen sich die Tarife unterscheiden.

Praktisch heißt das: Schau beim Buchen nicht nur auf die Meilenzahl, sondern auf das Wort daneben. Zwischen Light und Comfort liegt bei einer Langstreckenbuchung für zwei Personen oft mehr Geld, als der Meilenunterschied wert ist. Und wenn du Status hast, prüfe den Legroom Seat, statt reflexhaft den Classic Seat zu nehmen. Das kostet nichts und sind acht Zentimeter mehr Platz in der Nacht.

Geschrieben von

Simon Edholzer

Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex, zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung. Damit fliegt er regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik

Zuletzt aktualisiert am 18.10.2026

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