Ein Prämienflug fühlt sich beim Buchen an wie ein Gewinn. Man hat monatelang gesammelt, endlich einen freien Platz gefunden, und für ein paar hundert Euro Steuern sitzt man in der Business Class.
Bis etwas dazwischenkommt. Ein Termin verschiebt sich, jemand wird krank, die Reise fällt aus. Und dann stellt sich eine Frage, die überraschend viele Leute erst im Moment der Stornierung stellen: Bekomme ich meine Meilen eigentlich zurück?
Die kurze Antwort lautet: nicht automatisch. Miles & More erstattet Meilen im Standardfall nämlich gar nicht. Du bekommst sie nur zurück, wenn du ausdrücklich danach fragst und bereit bist, dafür zu zahlen. Wer das nicht weiss, verschenkt schnell 60.000 oder 100.000 Meilen, ohne es zu merken.
Dieser Beitrag erklärt, was beim Stornieren und Umbuchen wirklich passiert, was es kostet und in welchen Fällen die Meilen unwiderruflich weg sind. Alle Angaben stammen aus den Miles-&-More-Bedingungen für Award Flights, geprüft im August 2026.
Auf einen Blick
Der teuerste Irrtum: Meilen kommen nicht von selbst zurück
Die meisten Menschen übertragen ihre Erfahrung mit bezahlten Flügen auf Prämienflüge. Bei einem stornierbaren Ticket kommt das Geld zurück, also müssten doch auch die Meilen zurückkommen. Diese Erwartung ist der Grund, warum die Sache so oft schiefgeht.
In den Bedingungen für Award Flights steht es unmissverständlich. Bei einer von dir veranlassten Stornierung vor Reiseantritt kannst du zwischen mehreren Alternativen wählen. Die erste, und das ist der Standard, sieht vor: Es werden nur die Steuern und Gebühren erstattet. Meilen und Zuschläge der Miles-&-More-Airline-Partner werden nicht erstattet. Dafür fallen für dich keine zusätzlichen Kosten an.
Die zweite Alternative erstattet zusätzlich zu Steuern und Gebühren auch die Meilen und die Zuschläge. Im Gegenzug wird ein Betrag berechnet, mindestens jedoch 50 Euro pro Person und Stornierung.
Und dann folgt der Satz, auf den es ankommt: Diese Art der Rückerstattung wird nur auf deinen ausdrücklichen Wunsch hin vorgenommen.
Das heisst im Klartext: Wer beim Service Team anruft und einfach nur sagt "ich möchte stornieren", bekommt Alternative 1. Steuern zurück, Meilen weg. Es ist keine Falle und kein Kleingedrucktes im schlechten Sinne, aber es ist eine Voreinstellung, die man kennen muss.
Rechne es einmal durch, dann wird die Grössenordnung klar. Ein Business-Class-Prämienflug nach Asien kostet leicht 100.000 Meilen. Fünfzig Euro dafür zu zahlen, dass diese 100.000 Meilen zurück aufs Konto kommen, ist keine schwierige Entscheidung. Sie fällt nur dann falsch aus, wenn man gar nicht weiss, dass es die Wahl gibt.

Die Stornierungs-Alternativen im Detail
Es sind streng genommen drei Fälle, die dritte Variante wird nur oft übersehen, weil sie erst nach Reiseantritt greift.
Alternative 1 ist der kostenlose Weg ohne Meilen. Erstattet werden Steuern und Gebühren. Nicht erstattet werden die Meilen und die Zuschläge der Airline-Partner. Das ist sinnvoll, wenn die eingesetzte Meilenzahl klein war und die 50 Euro in keinem Verhältnis stehen.
Alternative 2 ist der kostenpflichtige Weg mit Meilen. Erstattet werden Steuern, Gebühren, Meilen und Zuschläge. Berechnet wird der in den Tarifbedingungen genannte Betrag, mindestens aber 50 Euro pro Person und Stornierung. Wichtig: pro Person. Bei einer Familienbuchung zu viert sind das mindestens 200 Euro.
Alternative 3 betrifft die teilweise Nutzung. Wer den Hinflug genommen hat und den Rückflug nicht mehr antreten will, bekommt Steuern, Gebühren und Zuschläge nur anteilig und nur im Rahmen der jeweiligen Tarifbedingungen zurück. Die Meilen werden in diesem Fall nicht zurückerstattet, und zwar unabhängig davon, was du verlangst.
Eine wichtige Einschränkung gilt über allen dreien: Die Wahlmöglichkeit besteht nur, soweit die Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen der beteiligten Airline-Partner nichts anderes regeln. Bei Partner-Airlines kann die Realität also enger sein als die allgemeine Regel.
Die drei Stornierungsfälle im Vergleich
Alternative 1
- Steuern und Gebühren
- Erstattet
- Meilen
- Nicht erstattet
- Zuschläge der Partner
- Nicht erstattet
- Deine Kosten
- Keine
Alternative 2
- Steuern und Gebühren
- Erstattet
- Meilen
- Erstattet
- Zuschläge der Partner
- Erstattet
- Deine Kosten
- Mind. 50 Euro pro Person
Teilweise geflogen
- Steuern und Gebühren
- Nur anteilig
- Meilen
- Nicht erstattet
- Zuschläge der Partner
- Nur anteilig
- Deine Kosten
- Je nach Tarif
Nicht erschienen
- Steuern und Gebühren
- Nur nicht verbrauchte
- Meilen
- Nicht erstattet
- Zuschläge der Partner
- Nicht erstattet
- Deine Kosten
- Kein Wahlrecht mehr
Alternative 1 | Musst du verlangen Alternative 2 | Teilweise geflogen | Nicht erschienen | |
|---|---|---|---|---|
| Steuern und Gebühren | Erstattet | Erstattet | Nur anteilig | Nur nicht verbrauchte |
| Meilen | Nicht erstattet | Erstattet | Nicht erstattet | Nicht erstattet |
| Zuschläge der Partner | Nicht erstattet | Erstattet | Nur anteilig | Nicht erstattet |
| Deine Kosten | Keine | Mind. 50 Euro pro Person | Je nach Tarif | Kein Wahlrecht mehr |
Nach den Miles & More Bedingungen für Award Flights, Abschnitt 2.3.3, Stand August 2026. Abweichende Regelungen einzelner Airline-Partner gehen vor.
Umbuchen: was es kostet und was überhaupt möglich ist
Beim Umbuchen kommt es darauf an, was für einen Award Flight du gebucht hast. Die Bedingungen unterscheiden zwei Welten, und das erklärt, warum im Netz so unterschiedliche Zahlen kursieren.
Fliegst du mit Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Discover Airlines, Air Dolomiti oder Lufthansa City Airlines, richten sich Umbuchung und Stornierung nach dem gewählten Award-Flight-Tarif. Die Bedingungen werden dir im Angebot bei der Buchung ausgewiesen. Je nach Tarif können Gebühren anfallen, und die Umbuchungsmöglichkeit kann eingeschränkt sein.
Buchst du dagegen einen Award Flight mit statischen Meilenwerten, also typischerweise bei einem Partner ausserhalb der Lufthansa Group, gilt eine feste Regel: 50 Euro pro Person und Umbuchung. Geändert werden können dabei ausschliesslich Datum und Uhrzeit. Eine Änderung der Flugstrecke ist nicht möglich, Abflug- und Ankunftsort müssen bestehen bleiben.
Zusätzlich weist Miles & More darauf hin, dass bei Umbuchungen Nachbelastungen oder Erstattungen bei Steuern, Gebühren und Zuschlägen entstehen können. Die 50 Euro sind also nicht zwingend der Endbetrag.
Praktisch bedeutet das: Wer flexibel bleiben will, sollte schon bei der Buchung auf den ausgewiesenen Tarif achten, statt sich später zu wundern. Die Information steht im Angebot, sie wird nur selten gelesen.

Wo es gar keine Meilen zurückgibt
Es gibt Konstellationen, in denen auch der ausdrückliche Wunsch nichts hilft. Wer sie kennt, bucht anders.
Der erste Fall sind ermäßigte Award Flights. Dazu zählen Fly Smart Award Flights, Award Flight Specials und Meilenschnäppchen. Für diese gilt laut Bedingungen: Eine Umbuchung ist nicht möglich. Im Falle einer Stornierung werden nur die gezahlten Gebühren und Steuern zurückerstattet, Meilen und Zuschläge der Airline-Partner nicht.
Das ist der Preis für den Rabatt. Ein Meilenschnäppchen kostet deutlich weniger Meilen, dafür ist es faktisch unflexibel. Wer ein Ticket mit unsicherem Reisedatum bucht, sollte das einkalkulieren.
Der zweite Fall ist die teilweise Nutzung, wie oben beschrieben. Sobald der erste Flugabschnitt geflogen ist, sind die Meilen verbraucht.
Der dritte Fall ist das Nichterscheinen, und der ist der ärgerlichste, weil er vermeidbar wäre. Dazu gleich mehr.
Und eine Randnotiz, die immer wieder für Enttäuschung sorgt: Einmal ausgestellte Award Flights sind nicht übertragbar. Du kannst ein Ticket also nicht einfach an jemand anderen weitergeben, wenn du selbst nicht fliegen kannst. Der Verkauf oder Tausch von Prämienunterlagen und Meilen ist nach den Teilnahmebedingungen ausdrücklich verboten.

Nicht erscheinen ist die schlechteste aller Optionen
Wenn eine Reise platzt, ist die Versuchung gross, den Flug einfach verfallen zu lassen. Kein Anruf, kein Aufwand, kein Ärger. Das ist finanziell die teuerste Variante.
Die Bedingungen sind an dieser Stelle deutlich: Im Falle des Nichterscheinens zum gebuchten und nicht rechtzeitig stornierten Flug entfällt das Wahlrecht. Es erfolgt lediglich eine Erstattung von nicht verbrauchten Steuern und Gebühren, nicht aber von Meilen und Zuschlägen der Airline-Partner.
Entscheidend ist das Wort "entfällt". Du verlierst nicht nur die Meilen, du verlierst die Möglichkeit, sie gegen 50 Euro zurückzukaufen. Eine Stornierung fünf Minuten vor Abflug ist also messbar besser als gar keine.
Deshalb der wichtigste operative Rat in diesem ganzen Beitrag: Wenn du merkst, dass du einen Prämienflug nicht antreten wirst, storniere ihn, bevor der Flug abhebt. Auch dann, wenn du in dem Moment noch nicht weisst, ob sich Alternative 1 oder 2 lohnt. Die Entscheidung über die Meilen kannst du im Gespräch treffen, das Zeitfenster dafür aber nicht zurückholen.
Rechtzeitig stornieren gegen einfach verfallen lassen
Dafür spricht
- Rechtzeitig stornieren erhält dir das Wahlrecht zwischen beiden Alternativen
- Bei hohen Meilenbeträgen sind 50 Euro pro Person fast immer die bessere Rechnung
- Steuern und Gebühren kommen in jedem Fall zurück
Dagegen spricht
- Nichterscheinen kostet Meilen und Wahlrecht gleichzeitig
- Bei mehreren Reisenden fallen die 50 Euro pro Person an, nicht pro Buchung
- Ermäßigte Award Flights bleiben auch bei rechtzeitiger Stornierung ohne Meilenerstattung
So gehst du vor, wenn du stornieren musst
Der Ablauf ist unspektakulär, aber die Reihenfolge macht den Unterschied. Wer zuerst rechnet und dann anruft, entscheidet besser.
Miles & More weist darauf hin, dass Award Flights entweder über die Website oder über das Service Team storniert und umgebucht werden können. Bei der Hilfeseite zu den Gebühren steht ausdrücklich, dass man sich für Umbuchung oder Stornierung eines Prämientickets an das Service Team wenden soll. Für die Wahl von Alternative 2, die ja ausdrücklich verlangt werden muss, ist der direkte Kontakt ohnehin der sicherere Weg.
Sechs Schritte bei der Stornierung
In dieser Reihenfolge, dann geht nichts verloren.
Zuerst prüfen, wie viele Meilen im Ticket stecken
Die Zahl steht in der Buchungsbestätigung. Sie ist die Grundlage für alles Weitere.
Tarif und Produktart nachsehen
Regulärer Award Flight, statischer Meilenwert oder ermäßigtes Angebot wie Meilenschnäppchen? Danach richten sich die Möglichkeiten.
Gegenwert gegen 50 Euro pro Person abwägen
Bei fünfstelligen Meilenbeträgen ist die Rechnung eindeutig, bei kleinen Beträgen nicht.
Vor dem Abflug stornieren, nicht danach
Nach dem Nichterscheinen entfällt das Wahlrecht komplett.
Alternative 2 ausdrücklich verlangen
Formuliere klar, dass du die Erstattung von Meilen und Zuschlägen möchtest.
Bestätigung abwarten und Kontoauszug prüfen
Erst wenn die Meilen wieder im Konto stehen, ist die Sache erledigt.
Ein Hinweis für den Fall, dass die Meilen zurückkommen: Erstattete Meilen behalten ihr ursprüngliches Verfallsdatum, sie starten nicht neu. Wenn dein Ticket also alte Meilen verbraucht hat, solltest du direkt nach der Erstattung prüfen, wie lange sie noch gültig sind. Wie der Meilenverfall bei Miles & More genau funktioniert, haben wir separat erklärt.
Upgrade Awards und Companion Awards
Zwei Sonderfälle, die regelmässig Fragen aufwerfen, weil sie eigenen Regeln folgen.
Bei Upgrade Awards gilt: Die für das ursprünglich ausgestellte Ticket geltenden Konditionen bezüglich Umbuchung und Stornierung gelten auch für das Upgrade. Das Upgrade hängt also am bezahlten Ticket und nicht umgekehrt. Upgrade-Zertifikate selbst sind zwölf Monate gültig.
Wichtig dabei: Ein Upgrade Award setzt einen vollständig bezahlten Flug voraus, für den bereits ein Ticket ausgestellt wurde. Upgrades für Award Flights sind ausgeschlossen. Wer also einen Prämienflug in der Economy gebucht hat, kann ihn nicht mit Meilen in die Business hochstufen.
Der Companion Award Flight steht Teilnehmenden mit Senator Status oder HON Circle Member Status offen und bringt eine Ermäßigung von 50 Prozent auf den Award Flight der Begleitperson. Die Reise muss gemeinsam gebucht, angetreten und vollständig durchgeführt werden. Genau dieser letzte Punkt ist bei einer Stornierung relevant, denn eine getrennte Nutzung ist nicht vorgesehen.
Companion Award Flights gelten ausserdem nicht in Kombination mit ermäßigten Award Flights wie Fly Smart, Award Flight Specials oder Meilenschnäppchen.
Fazit
Prämienflüge sind flexibler, als ihr Ruf vermuten lässt, aber nur für die, die die Spielregeln kennen. Die zentrale Regel passt in einen Satz: Miles & More gibt dir die Meilen zurück, wenn du ausdrücklich darum bittest und mindestens 50 Euro pro Person zahlst. Von allein passiert es nicht.
Der zweite Satz ist genauso kurz: Storniere vor dem Abflug. Wer den Flug verfallen lässt, verliert nicht nur die Meilen, sondern auch das Recht, sie zurückzukaufen.
Und der dritte betrifft die Buchung selbst. Wer weiss, dass ein Reisetermin wackelt, sollte kein Meilenschnäppchen nehmen. Der Rabatt ist echt, die Unflexibilität aber auch.
Wenn du gerade dabei bist, den nächsten Prämienflug zu planen, findest du unser Vorgehen zur Suche nach freien Plätzen im Beitrag zur Prämienflug-Verfügbarkeit.
Häufige Fragen zu Stornierung und Umbuchung
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 09.09.2026


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