Du hast einen Economy-Flug nach New York gebucht, elf Stunden Rückflug stehen an, und im Bordprospekt lacht dich die Business Class an. Genau in diesem Moment stellt sich fast jeder Meilensammler dieselbe Frage: Kann ich das Ticket nicht einfach mit Meilen aufwerten, statt einen kompletten Prämienflug zu buchen? Die Antwort ist ja, dieser Weg heißt bei Miles & More Upgrade Award. Er ist deutlich weniger bekannt als der klassische Prämienflug, und er ist in bestimmten Situationen der mit Abstand günstigste Weg nach vorne ins Flugzeug.
Nur: Der Upgrade Award hat eine Eigenheit, an der Einsteiger reihenweise scheitern. Wie viele Meilen du zahlst, hängt nicht nur davon ab, wohin du fliegst, sondern auch davon, wie billig dein Ticket war. Wer das nicht weiß, rechnet mit 35.000 Meilen und steht am Ende bei 75.000. Ich gehe hier durch, was das Upgrade tatsächlich kostet, wann es sich lohnt, und welche sechs Regeln du kennen musst, bevor du deine Meilen anfasst.
Auf einen Blick
Was ein Upgrade Award ist, und was er ausdrücklich nicht ist
Beim klassischen Prämienflug bezahlst du das komplette Ticket mit Meilen und legst nur noch Steuern und Gebühren in bar drauf. Beim Upgrade Award läuft es anders: Du kaufst ganz normal ein bezahltes Ticket, in aller Regel in der Economy, und setzt danach Meilen ein, um für denselben Flug eine Klasse höher zu rutschen. Dein gekauftes Ticket bleibt die Grundlage, die Meilen sind der Aufpreis.
Dieser Unterschied ist kein Detail, er zieht sich durch alle Regeln. Weil dein Originalticket die Grundlage bleibt, gelten auch weiterhin dessen Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen, nicht die der Business Class. Hast du ein sperriges Sparticket gekauft, bleibt es ein sperriges Sparticket, nur mit besserem Sitz. Und auch die Meilengutschrift richtet sich weiter nach dem ursprünglich gebuchten Ticket: Du sammelst die Meilen und Points deiner Economy-Buchung, nicht die einer Business-Buchung. Wer auf ein Upgrade hofft, um schneller Status zu machen, liegt damit falsch.
Eine Grenze ist besonders wichtig, weil sie oft übersehen wird: Ein Upgrade Award ist nicht auf Prämienflüge buchbar. Du kannst also keinen Economy-Prämienflug buchen und ihn anschließend mit weiteren Meilen in die Business heben. Das Upgrade setzt immer ein bezahltes Ticket voraus. Und es reicht maximal über zwei Reiseklassen: Aus der Economy kommst du in die Premium Economy oder in die Business Class, in die First Class dagegen nicht.
Was dein Upgrade wirklich kostet: die Buchungsklasse entscheidet
Hier liegt der Punkt, an dem die meisten Rechnungen kippen. Miles & More staffelt die Upgrade-Kosten nach der Buchungsklasse deines gekauften Tickets. Das ist jener einzelne Buchstabe, der in deiner Bestätigung steht und den kaum jemand beachtet. Die Logik dahinter ist für Vielflieger einleuchtend und für Einsteiger überraschend: Je billiger dein Ticket war, desto mehr Meilen verlangt die Airline für den Sprung nach vorne.
Auf der Strecke Frankfurt nach New York sieht das konkret so aus. Hast du ein flexibles Economy-Ticket in der Buchungsklasse B oder Y, kostet dich das Upgrade in die Business Class 35.000 Prämienmeilen pro Strecke. Liegt dein Ticket in einer der mittleren Klassen, sind es 50.000 Meilen. Und hast du das günstigste Sparticket in den Klassen K, L oder T erwischt, verlangt Miles & More 75.000 Meilen. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Fall liegen also 40.000 Meilen, und das für exakt denselben Sitz im selben Flugzeug.

Praktisch heißt das: Bevor du überhaupt über ein Upgrade nachdenkst, schau in deine Buchungsbestätigung und suche die Buchungsklasse. Steht dort ein K, L oder T, ist das Upgrade fast immer der teuerste denkbare Weg in die Business Class. Steht dort ein B oder Y, hast du eine der besten Meilen-Verwendungen überhaupt vor dir.
Die Meilenwerte nach Regionen: von 10.000 bis 85.000
Die zweite Stellschraube ist die Entfernung, genauer gesagt die Region. Miles & More teilt die Welt in Zonen ein und berechnet das Upgrade nach Abflug- und Zielregion. Innerhalb einer Region, also zum Beispiel auf einem Flug von München nach Lissabon, beginnt das Upgrade von der Economy in die Business bei 10.000 Meilen aus den Klassen B und Y. Aus anderen Klassen sind es 15.000 Meilen, aus K, L und T 20.000 Meilen.
Auf der Langstrecke steigen die Werte deutlich. Von Europa nach Nordamerika, ins südliche Afrika oder nach Indien beginnt das Upgrade bei 35.000 Meilen. Nach Mittelamerika und in die Karibik sowie nach Südamerika sind es ab 40.000 Meilen. In den Nahen Osten, den Kaukasus sowie nach Nord- und Zentralafrika geht es günstiger los, dort beginnt das Upgrade bei 30.000 Meilen. Am teuersten wird es Richtung Südostasien, Zentralasien und Fernost mit mindestens 50.000 Meilen, im ungünstigsten Fall 85.000, sowie nach Neuseeland mit mindestens 60.000 Meilen.

Alle diese Werte gelten pro Flugstrecke. Das ist die Zahl, die viele unterschätzt: Wer Hin- und Rückflug aufwerten will, verdoppelt sie. Ein Upgrade Frankfurt nach New York und zurück aus einem mittelpreisigen Ticket kostet also nicht 50.000, sondern 100.000 Meilen. Damit liegt man bereits in einer Größenordnung, in der ein kompletter Prämienflug in der Business Class zur ernsthaften Alternative wird.
Europa nach Nordamerika: Was die drei Upgrade-Wege kosten
Economy in Premium Economy
- Aus teurer Buchungsklasse
- 20.000 Meilen
- Aus mittlerer Klasse
- 30.000 Meilen
- Aus günstigster Klasse
- 45.000 Meilen
Premium Economy in Business
- Aus teurer Buchungsklasse
- 20.000 Meilen
- Aus mittlerer Klasse
- 30.000 Meilen
- Aus günstigster Klasse
- 45.000 Meilen
Economy in Business
- Aus teurer Buchungsklasse
- 35.000 Meilen
- Aus mittlerer Klasse
- 50.000 Meilen
- Aus günstigster Klasse
- 75.000 Meilen
Economy in Premium Economy | Premium Economy in Business | Der Klassiker Economy in Business | |
|---|---|---|---|
| Aus teurer Buchungsklasse | 20.000 Meilen | 20.000 Meilen | 35.000 Meilen |
| Aus mittlerer Klasse | 30.000 Meilen | 30.000 Meilen | 50.000 Meilen |
| Aus günstigster Klasse | 45.000 Meilen | 45.000 Meilen | 75.000 Meilen |
Prämienmeilen pro Flugstrecke, Strecken zwischen Europa und Nordamerika. Quelle: Miles & More, Upgrade Award, abgerufen am 29.09.2026.
Die Tabelle zeigt einen Weg, den kaum jemand auf dem Schirm hat. Wer ohnehin ein Premium-Economy-Ticket in der besten Buchungsklasse gekauft hat, kommt für 20.000 Meilen in die Business Class, also für 15.000 Meilen weniger als aus dem besten Economy-Ticket. Wenn du also zwischen einem teuren Economy-Ticket und einem günstigen Premium-Economy-Ticket schwankst und das Upgrade ohnehin einplanst, ist die Premium Economy der klügere Startpunkt.
Der teure Denkfehler: billig kaufen und später aufwerten
Die naheliegende Strategie klingt so: Ich nehme das allerbilligste Economy-Ticket und hole mir den Komfort später mit Meilen dazu. Genau diese Rechnung geht bei Miles & More nicht auf, und zwar systematisch. Das günstigste Ticket liegt fast immer in den Buchungsklassen K, L oder T, und damit landest du automatisch in der teuersten Upgrade-Stufe.
Ein Beispiel macht es greifbar. Nehmen wir zwei Economy-Tickets nach New York, das eine ein Sparticket in Klasse L, das andere ein flexibleres in Klasse B. Für das Sparticket zahlst du 75.000 Meilen Upgrade, für das flexible 35.000. Die Differenz von 40.000 Meilen ist gewaltig: Das sind Meilen, mit denen du auf vielen Europastrecken bereits mehrere komplette Prämienflüge bekommst. Wenn das flexible Ticket also nicht mehr als diese 40.000 Meilen an Aufpreis kostet, ist es in Kombination mit dem Upgrade die klar bessere Wahl.
Daraus folgt eine simple Faustregel, die ich mir selbst angewöhnt habe: Ein Upgrade Award ist kein Rettungsanker für ein Billigticket, sondern die Belohnung für ein solides. Wer ohnehin ein halbwegs flexibles Ticket braucht, etwa auf einer Dienstreise, hat mit dem Upgrade Award den besten Hebel im ganzen Miles-and-More-Programm. Wer auf den letzten Euro optimiert hat, sollte den Prämienflug prüfen statt das Upgrade.
So buchst du das Upgrade Schritt für Schritt
Der eigentliche Buchungsvorgang ist unspektakulär, wenn du bei Lufthansa, Austrian Airlines, SWISS, Brussels Airlines, Discover Airlines oder Lufthansa City Airlines fliegst. Du meldest dich in deinem Miles-and-More-Konto an und gehst auf den Bereich mit deinen aktuellen Buchungen. Steht dein Flug dort noch nicht, trägst du ihn über den sechsstelligen Buchungscode nach, den du in deiner Bestätigungsmail findest.
Anschließend wählst du den Flug aus und klickst auf die Option zum Upgraden. Im letzten Schritt entscheidest du, ob du Prämienmeilen oder eVoucher einsetzen willst. Alternativ geht die Buchung auch telefonisch über das Miles-and-More-Service-Team, dafür brauchst du denselben Buchungscode. Bei ausgewählten Airlines und Flughäfen kannst du das Upgrade sogar noch am Check-in-Schalter oder am Gate buchen, dann mit deiner Servicekarte und deiner PIN.

Fliegst du dagegen mit einem anderen Star-Alliance-Partner, läuft es über ein separates Online-Formular. Dort gibst du Flugnummer, Airline, Buchungsklasse, Abflug- und Zielflughafen sowie das Datum ein und bekommst angezeigt, ob ein Upgrade Award verfügbar ist. Zwei Stolpersteine lauern hier: Der Flug muss die Flugnummer der tatsächlich ausführenden Airline tragen, und bei Partnern sind Upgrades nur aus bestimmten Buchungsklassen möglich.
Warteliste: Meilen werden erst abgebucht, wenn es klappt
Die häufigste Enttäuschung beim Upgrade Award ist nicht der Preis, sondern die Verfügbarkeit. Miles & More sagt das selbst mit bemerkenswerter Offenheit: Die Verfügbarkeit kann nach Datum, Saison und Reiseziel schwanken, eine Garantie für ein Upgrade gibt es nicht. Anders als beim Sitzplatz, den du kaufst, kaufst du hier nur die Chance auf einen Platz, der gerade frei ist.
Genau dafür gibt es die Warteliste, und sie ist fairer gebaut, als viele erwarten. Für Flüge mit Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, Lufthansa, Lufthansa City Airlines und SWISS kannst du dich online selbst vormerken, direkt in deinem Konto unter den aktuellen Buchungen. Wird in deiner Wunschklasse ein Platz frei, bestätigt Miles & More das Upgrade automatisch und informiert dich rechtzeitig vor dem Abflug.
Der entscheidende Punkt für dein Meilenkonto: Die Meilen oder eVoucher werden erst belastet, wenn die Warteliste bestätigt wird. Bleibt der Vorgang offen, erfolgt die Belastung 72 Stunden vor Abflug, und wenn das Upgrade dann nicht zustande kommt, bekommst du alles zurückerstattet. Du gehst also kein Risiko ein, wenn du dich auf die Warteliste setzt. Wer flexibel ist und die Warteliste früh nutzt, hat damit den besten Zugriff auf die Plätze, die kurz vor Abflug noch frei werden.
Sechs Regeln, die Einsteiger regelmäßig übersehen
Die meisten Fehlschläge beim Upgrade Award haben nichts mit Meilenmangel zu tun, sondern mit Regeln, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Diese sechs solltest du kennen, bevor du buchst.
Vor der Buchung prüfen
Sechs Regeln, an denen Upgrade-Pläne am häufigsten scheitern.
Die Werte gelten pro Flugstrecke
Für Hin- und Rückflug verdoppelt sich der Meilenbedarf. Rechne von Anfang an mit dem doppelten Wert, sonst stimmt deine Planung nicht.
Maximal zwei Reiseklassen
Von der Economy in die Business ist möglich, von der Economy direkt in die First Class nicht. Wer in die First will, braucht ein Business-Ticket als Ausgangspunkt.
Prämienflüge lassen sich nicht upgraden
Der Upgrade Award setzt ein bezahltes Ticket voraus. Ein mit Meilen gebuchter Economy-Flug kann nicht mit weiteren Meilen aufgewertet werden.
Du sammelst Meilen für dein altes Ticket
Die Gutschrift von Meilen und Points richtet sich nach dem ursprünglich gebuchten Ticket, nicht nach der Klasse, in der du am Ende sitzt.
Es gelten die Bedingungen deines Originaltickets
Umbuchung und Stornierung folgen weiterhin den Regeln deines gekauften Tickets. Ein Upgrade macht aus einem starren Sparticket kein flexibles.
Inlandsflüge nur als Anschluss
Ein Upgrade für einen reinen Inlandsflug gibt es nicht. Nur in Kombination mit einem Upgrade auf einem Interkontinentalflug ist der Zubringer eingeschlossen, und das nur bei ausgewählten Airlines in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen und Portugal.
eVoucher: die Abkürzung für Senatoren und HON Circle
Neben Meilen gibt es eine zweite Währung für Upgrades, die eVoucher. Das sind elektronische Upgrade-Gutscheine, und sie sind reine Statusbelohnung: Miles & More schenkt zwei beziehungsweise vier dieser Voucher, sobald du den Senator Status oder den HON Circle Status erreichst, und ebenso bei jeder Verlängerung dieser Status.
Der Reiz liegt darin, dass eVoucher die Buchungsklassen-Falle teilweise entschärfen. Für ein Upgrade von der Economy in die Business innerhalb einer Region genügt ein einziger Voucher, und zwar unabhängig davon, ob dein Ticket aus einer teuren oder aus einer günstigen Klasse stammt. Auf der Langstrecke zwischen Europa und dem Rest der Welt sind es zwei Voucher, aus den Sparklassen K, L und T drei Voucher. Für den Sprung von der Premium Economy in die Business reicht ein Voucher, aus der Buchungsklasse N sind es zwei.
Für Einsteiger ist dieser Weg vorerst verschlossen, der Senator Status ist kein Ziel für das erste Jahr. Erwähnenswert ist er trotzdem, weil er die Rangfolge erklärt: Wer Status hat, zahlt für dasselbe Upgrade faktisch nichts aus dem Meilenkonto. Für alle anderen bleiben die Prämienmeilen der Weg nach vorne, und genau deshalb lohnt es sich, sie nicht für schwache Upgrades zu verbrennen.
Wann sich das Upgrade lohnt, und wann du es lassen solltest
Die ehrliche Antwort hängt an drei Fragen. Erstens: In welcher Buchungsklasse liegt dein Ticket? Aus B oder Y ist das Upgrade fast immer ein gutes Geschäft, aus K, L oder T fast nie. Zweitens: Wie lang ist der Flug? Auf einem Zweistundenflug innerhalb Europas bekommst du für 10.000 Meilen einen breiteren Sitz mit freiem Nachbarplatz, Loungezugang und Priority Boarding. Das ist ordentlich, aber es ist kein Erlebnis, für das man Meilen hortet. Auf einem Elfstundenflug über den Atlantik verwandelt dasselbe Prinzip eine durchwachte Nacht in erholsamen Schlaf.
Drittens: Was hättest du sonst mit den Meilen gemacht? 35.000 Meilen für ein Business-Upgrade nach New York sind eine sehr gute Verwendung, weil derselbe Betrag dir als reiner Prämienflug in der Economy deutlich weniger Erlebnis bringt. 75.000 Meilen für dasselbe Upgrade aus einem Sparticket sind dagegen eine schwache Verwendung, weil du in dieser Größenordnung anderswo mehr bekommst.
Meine persönliche Linie nach einigen Jahren Meilensammeln: Das Upgrade lohnt sich auf Langstrecken ab etwa acht Stunden, wenn das Ticket nicht aus der billigsten Klasse stammt, und wenn ich den Flug ohnehin gebucht hätte. Sobald ich anfange, ein teureres Ticket nur wegen des Upgrades zu kaufen, oder wenn ich für die Warteliste meine Reiseplanung verbiege, ist der Punkt überschritten, an dem die Rechnung noch aufgeht.
Rechne vor der Buchung nach
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Häufige Fragen zum Upgrade mit Meilen
Was deine Meilen beim Upgrade tatsächlich wert sind
Ob ein Upgrade sich lohnt, lässt sich nicht nach Gefühl entscheiden, aber mit einer einzigen Rechnung. Du brauchst dafür nur zwei Zahlen: den Aufpreis, den die Business Class in bar gekostet hätte, und die Meilen, die das Upgrade verlangt. Den Aufpreis teilst du durch die Meilen, und du bekommst den Gegenwert pro Meile in Cent. Das ist die Kennzahl, an der du jede Meilenverwendung messen kannst, nicht nur Upgrades.
Ein Rechenbeispiel, bewusst mit runden Zahlen. Angenommen, dein Economy-Ticket nach New York kostet 600 Euro, dasselbe Ticket in der Business Class würde 2.400 Euro kosten. Der Aufpreis für die Business Class beträgt also 1.800 Euro. Liegt dein Ticket in einer guten Buchungsklasse, kostet dich das Upgrade 35.000 Meilen pro Strecke, für beide Richtungen also 70.000 Meilen. 1.800 Euro geteilt durch 70.000 Meilen ergibt rund 2,6 Cent pro Meile. Das ist ein ordentlicher Wert, an dem sich die Entscheidung festmachen lässt.
Dieselbe Rechnung mit einem Sparticket in Klasse L sieht anders aus. Dort kostet das Upgrade 75.000 Meilen pro Strecke, also 150.000 Meilen für hin und zurück. Bei unverändert 1.800 Euro Aufpreis landest du bei 1,2 Cent pro Meile, also bei weniger als der Hälfte. Genau dieser Unterschied ist der Grund, warum die Buchungsklasse in diesem Beitrag so oft vorkommt: Sie halbiert oder verdoppelt den Wert deiner Meilen, ohne dass sich am Flug irgendetwas ändert.
Als grobe Orientierung hat sich bei mir eine Schwelle von etwa 1,5 Cent pro Meile eingebürgert. Liegt das Upgrade darüber, greife ich zu. Liegt es darunter, lasse ich die Meilen liegen, weil ich sie an anderer Stelle besser ausgebe, etwa für einen kompletten Prämienflug in der Business Class. Diese Schwelle ist keine Regel, sondern eine persönliche Linie, aber sie zwingt zu der einen Rechnung, die viele gar nicht erst aufmachen.
Upgrades jenseits von Europa: die Werte für Umsteiger und Auswanderer
Die Tabelle von Miles & More endet nicht bei Abflügen aus Europa. Wer regelmäßig innerhalb anderer Weltregionen unterwegs ist, findet dort Werte, die im deutschsprachigen Raum kaum jemand kennt, und einige davon sind ausgesprochen günstig.
Der auffälligste Fall ist Nordamerika nach Hawaii. Dort kostet das Upgrade von der Economy in die Business Class 10.000 Meilen aus den Klassen B und Y und 15.000 Meilen aus anderen Klassen, also dasselbe wie ein kurzer Europaflug, obwohl der Flug von der Westküste rund fünf bis sechs Stunden über den Pazifik geht. Ähnlich attraktiv ist Nordamerika nach Mittelamerika und in die Karibik mit 15.000 beziehungsweise 20.000 Meilen.
Innerhalb Asiens bleibt es ebenfalls überschaubar. Von Südostasien nach Zentralasien oder in den Fernen Osten sowie von Südostasien nach Australien, Neuseeland und Ozeanien kostet das Upgrade 30.000 Meilen aus den guten Klassen und 45.000 aus den übrigen. Von Südostasien nach Indien sind es 25.000 beziehungsweise 35.000 Meilen. Teuer wird es dagegen auf den ganz langen Verbindungen: Indien nach Nordamerika schlägt mit 60.000 bis 75.000 Meilen zu Buche, Zentralasien oder Ferner Osten nach Südamerika ebenfalls mit 60.000 bis 75.000 Meilen.
Für Reisende aus Deutschland ist das vor allem bei Anschlussflügen interessant. Wer ohnehin nach Bangkok fliegt und von dort weiter nach Sydney, kann die beiden Abschnitte getrennt betrachten: Der Fernstreckenabschnitt aus Europa kostet ab 50.000 Meilen, der Weiterflug innerhalb Asiens ab 30.000. Weil die Werte pro Flugstrecke gelten, lässt sich so gezielt nur der Abschnitt aufwerten, auf dem der bessere Sitz am meisten bringt, in aller Regel der lange Nachtflug.
Fazit: Das Upgrade ist ein Werkzeug, kein Schnäppchen
Der Upgrade Award ist einer der unterschätzten Wege, Meilen sinnvoll auszugeben, und gleichzeitig einer der am leichtesten falsch verstandenen. Wer glaubt, er könne das billigste Ticket kaufen und den Rest mit Meilen erledigen, zahlt am Ende den höchsten Meilenpreis im ganzen System. Wer dagegen ein solides Ticket in einer guten Buchungsklasse hat, bekommt für 35.000 Meilen einen Atlantikflug im Flachbett, und das ist eine der besten Verwendungen, die Miles & More zu bieten hat.
Mein Rat für den Einstieg: Schau bei deiner nächsten Buchung zuerst in die Buchungsklasse, rechne den Meilenbedarf immer für beide Richtungen, und setz dich früh auf die Warteliste, weil sie dich nichts kostet. Und wenn die Rechnung über 100.000 Meilen für Hin- und Rückflug klettert, vergleiche ehrlich mit einem kompletten Prämienflug in der Business Class. Oft ist der dann der bessere Deal.
Geschrieben von
Simon Edholzer
Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex — zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung — und fliegt damit regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik
Zuletzt aktualisiert am 29.09.2026


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