Lufthansa Travel ID: Online-Check-in geht nur noch mit Konto

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VerantwortlichGründer von Meilenmeister
Erschienen28.10.202611 Min. Lesezeit
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Reisender mit Rollkoffer steht in der Abenddämmerung in einer leeren Abflughalle und schaut auf sein Smartphone, im Hintergrund unbesetzte Check-in-Schalter.
Mit KI erstellt

Die Mail kam wie immer: Einladung zum Check-in, 30 Stunden vor dem Abflug. Ich auf den Link, Buchungsnummer und Nachname eingetippt, wie seit Jahren. Und dann stand da nicht die Sitzplatzkarte, sondern eine Aufforderung, mich anzumelden.

Für den Online-Check-in der Lufthansa Group reicht die Buchungsnummer nicht mehr. Es braucht ein Kundenkonto, die Travel ID. Die Lufthansa Group hat das am 21. Oktober 2026 offiziell angekündigt und führt es seitdem gestaffelt ein, sortiert nach Abflughafen. Wer im November ab Frankfurt oder München fliegt, merkt es mitten in der Reisevorbereitung.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat aber zwei handfeste Folgen: Ohne Bordkarte kommst du nicht an der Sicherheitskontrolle vorbei, und bei vielen Tarifen wird der Sitzplatz erst beim Check-in vergeben. Wer sich also nicht anmeldet, bekommt spät und fremdbestimmt einen Platz. In diesem Text steht, ab wann es für deinen Flughafen gilt, wer weiterhin ohne Konto einchecken kann, und wie du trotzdem an eine Bordkarte kommst, wenn du kein Konto anlegen willst.

Auf einen Blick

Online-Check-in nur noch mit Travel IDWas sich ändert
2. November 2026Start Deutschland
16. November 2026München und Zürich
30. November 2026Frankfurt und weltweit
Schalter, Automat, Gruppen, FremdticketsWeiter ohne Konto
Optional zuschaltbar, kein ZwangMiles & More

Was die Travel ID ist und was sich beim Check-in genau ändert

Die Travel ID ist das Kundenkonto der Lufthansa Group. Ein Login mit E-Mail-Adresse, das für alle Airlines der Gruppe gilt. Bisher war sie ein Angebot: Wer wollte, hinterlegte dort Passdaten und Zahlungsmittel und sparte beim nächsten Buchen ein paar Eingaben. Wer nicht wollte, checkte mit Buchungsnummer und Nachname ein und kam genauso an die Bordkarte.

Genau dieser zweite Weg fällt jetzt weg. Für den Check-in über die Websites und Apps wird die Travel ID zur Voraussetzung. Die Lufthansa Group nennt als Grund einen einheitlichen Login für ihre digitalen Services, und tatsächlich hängt inzwischen mehr daran als nur der Check-in: Das WLAN-Portal an Bord läuft darüber, und Miles & More lässt sich mit demselben Konto verbinden.

Praktisch heißt das: Der Online-Check-in öffnet weiterhin 30 Stunden vor Abflug, aber du landest zuerst auf einer Anmeldeseite. Hast du noch kein Konto, legst du es in diesem Moment an, mit E-Mail-Adresse und Passwort, und bestätigst die Adresse. Das dauert ein paar Minuten, kostet aber Nerven, wenn du es zum ersten Mal am Abend vor dem Flug machst und die Bestätigungsmail im Spam hängt.

Informiert wirst du laut Lufthansa Group vorab: per E-Mail mit der Einladung zum Check-in und auf der Check-in-Seite selbst. Verlassen würde ich mich darauf nicht. Die Einladung kommt 30 Stunden vor Abflug, und wenn du dann im Zug zum Flughafen sitzt, ist das kein guter Zeitpunkt für eine Kontoeröffnung.

Im Profil landen dann mehr Daten, als für einen Check-in nötig wären. Die Lufthansa Group wirbt damit, dass du persönliche Daten, Zahlungsdetails und Reisedokumente dort hinterlegen kannst, um beim nächsten Mal schneller durch Buchung und Check-in zu kommen. Dazu kommen zugeschnittene Angebote. Pflicht ist davon nichts: Für den Check-in reicht ein Konto mit E-Mail-Adresse, Namen und Passwort. Pass- und Zahlungsdaten hinterlegst du nur, wenn du den Komfort willst. Ich habe bei mir nur den Namen stehen und checke damit problemlos ein.

Ab wann es für deinen Abflughafen gilt

Die Umstellung läuft nicht an einem Stichtag, sondern in vier Stufen. Entscheidend ist dabei nicht, wo du wohnst oder wohin du fliegst, sondern von welchem Flughafen du abfliegst. Das ist der Punkt, an dem die meisten sich vertun.

Seit dem 20. Oktober 2026 gilt die Travel ID für Abflüge aus dem Schengen-Raum, ausgenommen Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wer also im Oktober ab Madrid oder Lissabon geflogen ist, hat die Anmeldeseite schon gesehen. Seit dem 2. November 2026 sind der europäische Non-Schengen-Raum sowie Deutschland, Österreich und die Schweiz dazugekommen, dabei zunächst ohne Frankfurt, München und Zürich. Ab dem 16. November 2026 folgen Abflüge aus den USA, Kanada und Mexiko sowie München und Zürich. Ab dem 30. November 2026 schließlich alle übrigen Regionen und Frankfurt.

Dass die drei großen Drehkreuze zuletzt drankommen, ergibt betrieblich Sinn: In Frankfurt und München wickelt die Gruppe das größte Passagieraufkommen ab, und dort fällt jede Störung am stärksten auf. Für dich heißt das aber auch, dass du dich im November auf zwei verschiedene Zustände einstellen musst, wenn du einen Hinflug ab Hamburg und einen Rückflug ab Frankfurt hast.

Ein Beispiel aus meinem eigenen Kalender: Hinflug am 10. November ab Nürnberg, Rückflug am 14. November über Frankfurt. Der Hinflug fällt unter die zweite Stufe und braucht die Travel ID, der Rückflug ab Frankfurt zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Zwei Wochen später wäre es bei beiden so. Wer das nicht weiß, wundert sich, warum der eine Check-in funktioniert und der andere nach einem Login fragt.

Eine Frage, die mir mehrfach gestellt wurde: Gilt das auch für Flüge, die ich längst gebucht habe? Ja. Entscheidend ist nicht, wann du gebucht hast, sondern wann und wo du eincheckst. Ein im Sommer gebuchter Flug ab Düsseldorf Mitte November fällt also unter die Pflicht, obwohl bei der Buchung noch keine Rede davon war. Umgekehrt gilt: Eine Buchung ändert sich dadurch nicht, dein Ticket bleibt gültig, und ein Anspruch auf Erstattung entsteht daraus nicht.

Zeitplan in drei Stufen: ab 20. Oktober 2026 Schengen ohne Deutschland, Österreich und Schweiz, ab 2. November 2026 Deutschland, Österreich und Schweiz ohne Frankfurt, München und Zürich, ab 16. und 30. November 2026 München und Zürich, dann Frankfurt und der Rest der Welt.
Mit KI erstellt
Vier Stufen, gestaffelt nach Abflughafen: seit dem 20. Oktober 2026 im Schengen-Raum ohne Deutschland, Österreich und Schweiz, seit dem 2. November in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ab dem 16. November in München und Zürich, ab dem 30. November in Frankfurt und weltweit.Mit KI erstellt

Wer weiterhin ohne Travel ID einchecken kann

Die Pflicht gilt für den Online-Check-in, nicht für den Check-in überhaupt. Das ist der wichtigste Satz in dieser ganzen Geschichte, und er geht in den Schlagzeilen meist unter. Die Lufthansa Group nennt in ihrer Mitteilung ausdrücklich mehrere Gruppen, die kein Konto brauchen.

Ausgenommen sind erstens alle, die am Flughafen am Schalter oder am Automaten einchecken. Zweitens Reisende mit Tickets anderer Fluggesellschaften, in der Branchensprache OAL für Other Airline. Drittens Reisende auf Flügen anderer Fluggesellschaften, die mit einem Ticket einer Lufthansa-Group-Airline unterwegs sind. Viertens Gruppenbuchungen. Und fünftens ausgewählte Veranstalter- und Charterbuchungen, bei denen der Online-Check-in mit den Buchungsdaten vom Reisebüro oder Veranstalter läuft.

Dazu kommt eine Regelung, die vielen Familien das Leben leichter macht: Wer den Check-in für eine andere Person übernimmt, darf dafür die eigene Travel ID verwenden. Die reisende Person braucht dann kein eigenes Konto. Und bei Buchungen mit mehreren Reisenden gilt: Checkt eine Person die ganze Gruppe ein, reicht ihre Travel ID für alle. Eine vierköpfige Familie braucht also genau ein Konto, nicht vier.

Wer regelmäßig für Eltern, Großeltern oder Kinder bucht, kann das sogar aus der Ferne erledigen. Die Lufthansa Group stellt ausdrücklich klar, dass der Check-in für andere auch dann möglich ist, wenn die kontoführende Person selbst gar nicht mitfliegt. Das nimmt dem Ganzen einen guten Teil seines Schreckens.

Drei Ausnahmen von der Travel-ID-Pflicht: Check-in am Schalter oder Automat, Gruppenbuchung, Ticket einer anderen Airline.
Mit KI erstellt
Drei Wege bleiben ohne Konto offen: der Check-in am Schalter oder Automaten am Flughafen, Gruppenbuchungen und Tickets, die auf einer anderen Fluggesellschaft ausgestellt sind.Mit KI erstellt

Jetzt kommt der Teil, den ich in keiner der Meldungen zu dieser Umstellung gefunden habe, obwohl er auf den Lufthansa-Seiten offen dasteht. Es gibt einen zweiten digitalen Weg zur Bordkarte, und der verlangt keine Travel ID.

Lufthansa bietet einen automatischen Check-in an. Wer ihn nutzt, bekommt die Bordkarte 23 Stunden vor Abflug automatisch per E-Mail oder SMS aufs Mobiltelefon, ohne selbst einzuchecken. Für Travel-ID-Nutzer und Miles-&-More-Teilnehmer ist dieser Service auf Flügen innerhalb des Schengen-Raums bereits aktiviert. So weit, so bekannt.

Entscheidend ist der zweite Zugang: Du kannst dich für den automatischen Check-in auch über den Link in deiner Buchungsbestätigung anmelden, und zwar ausdrücklich dann, wenn du weder Travel-ID-Nutzer noch Miles-&-More-Teilnehmer bist. Der Service gilt in diesem Fall nur für den gebuchten Flug und nur bei einer festen Buchung. Die Bordkarte kommt dann per E-Mail an die von dir angegebene Adresse. Lufthansa weist dabei darauf hin, dass diese Mail unverschlüsselt verschickt wird.

Für wen ist das etwas? Für alle, die kein weiteres Konto anlegen wollen, aber auch nicht eine halbe Stunde früher am Schalter stehen möchten. Der Haken: Es ist kein vollwertiger Ersatz. Du kannst dich nicht spontan umentscheiden, den Sitzplatz nur noch über den Link in der mobilen Bordkarte ändern, und bei Flügen, die nicht vollständig im Schengen-Raum stattfinden, greift der automatische Check-in ohnehin nicht. Dann kommt wie gewohnt eine separate Check-in-Einladung, und die führt wieder zur Anmeldeseite.

Unterm Strich ist das die beste Lösung für Gelegenheitsflieger auf Kurzstrecken im Schengen-Raum. Für alles andere, also Langstrecke, Umsteigeverbindungen über Nicht-Schengen-Flughäfen und alles, wo du flexibel bleiben willst, ist das Konto der ruhigere Weg.

Ablauf in drei Schritten: Link in der Buchungsmail anklicken, nur für diesen einen Flug anmelden, Bordkarte kommt 23 Stunden vor Abflug per Mail.
Mit KI erstellt
Der automatische Check-in lässt sich auch ohne Travel ID über den Link in der Buchungsbestätigung aktivieren. Er gilt dann nur für diesen einen Flug, die Bordkarte kommt 23 Stunden vor Abflug per E-Mail.Mit KI erstellt

Was das für deinen Sitzplatz bedeutet

Hier wird die Umstellung aus Passagiersicht unangenehm, und zwar aus einem Grund, der mit der Travel ID selbst nichts zu tun hat. In den Allgemeinen Beförderungsbedingungen der Lufthansa, Fassung August 2026, steht unter Ziffer 5.4.2 ein Satz, den man kennen sollte: Wer sich gegen eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung entscheidet, bekommt beim Check-in einen Sitzplatz kostenlos zugewiesen.

Beim Check-in. Nicht bei der Buchung. Wer also keinen Sitzplatz dazukauft, erfährt erst beim Einchecken, wo er sitzt. Und wer spät eincheckt, bekommt übrig gebliebene Plätze. Bei zwei Personen auf einer Buchung heißt das im Zweifel: getrennt sitzen, Reihe 14 und Reihe 31.

Die beiden Dinge greifen jetzt ineinander. Bisher konnte man pünktlich 30 Stunden vor Abflug einchecken und sich aus dem Rest der freien Plätze bedienen. Künftig steht zwischen dir und diesem Moment eine Anmeldung. Wer sie erst dann erledigt, verliert die ersten Minuten, und genau in diesen Minuten gehen die Plätze nebeneinander weg. Wenn du also ohne Reservierung fliegst und Wert darauf legst, neben deiner Begleitung zu sitzen, dann ist das Konto vorher angelegt kein Komfort, sondern Voraussetzung.

Wie die Sitzplatzvergabe bei einem mit Meilen gebuchten Flug läuft und wann eine Reservierung sich wirklich lohnt, habe ich in einem eigenen Beitrag zur Sitzplatzreservierung beim Prämienflug aufgeschrieben. Die Regel aus den Beförderungsbedingungen gilt dort genauso: Ohne Zuzahlung wird der Platz beim Check-in zugeteilt, nicht vorher.

Wenn du es erst am Flughafen merkst

Angenommen, es passiert trotzdem. Du stehst am Eingang der Halle, willst eben noch schnell einchecken, und die App schickt dich auf eine Anmeldeseite. Dann entscheidet jetzt eine Zahl darüber, wie entspannt der Tag weitergeht: die Annahmeschlusszeit.

Die Beförderungsbedingungen definieren die Meldeschlusszeit als den Zeitpunkt, bis zu dem du die Check-in-Formalitäten abgeschlossen haben und im Besitz deiner Bordkarte sein musst. Nicht im Besitz eines Tickets, nicht in der Schlange stehend. Im Besitz der Bordkarte. Lufthansa weist zusätzlich darauf hin, dass du bis dahin auch dein Gepäck abgegeben haben musst, und dass diese Zeiten je nach Flughafen unterschiedlich sind. Eine pauschale Minutenzahl gibt es also nicht, du findest sie in der Flughafenübersicht auf den Lufthansa-Seiten.

Praktisch hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du legst das Konto an Ort und Stelle an, was realistisch fünf bis zehn Minuten dauert, wenn das Netz mitspielt und die Bestätigungsmail zügig kommt. Oder du stellst dich am Schalter an, was nichts mit der Travel ID zu tun hat und deshalb auf jeden Fall funktioniert, aber eben so lange dauert, wie die Schlange lang ist. Im November, wenn in Frankfurt und München gleichzeitig Tausende Leute auf dieselbe Umstellung treffen, würde ich mit mehr Schlange rechnen als sonst.

Richtig eng wird es bei Umsteigeverbindungen, bei denen du für den Weiterflug erneut einchecken musst. Da schlägt jede verlorene Viertelstunde doppelt zu.

Wie viel Puffer ein Umstieg braucht und wie die Mindestumsteigezeit an den großen Drehkreuzen bemessen ist, steht in einem eigenen Beitrag. Mein pragmatischer Rat für November und Dezember 2026: Plane 20 Minuten mehr ein als gewohnt, und erledige die Anmeldung vorher am Küchentisch.

Travel ID und Miles & More: was zusammengehört und was nicht

Eine Sorge höre ich seit der Ankündigung immer wieder: Muss ich jetzt bei Miles & More mitmachen, nur um einchecken zu können? Die Antwort ist nein. Die Lufthansa Group führt Miles & More auf ihrer eigenen Travel-ID-Seite unter einem klaren Vorbehalt auf: auf Wunsch alle Vorteile von Miles & More nutzen. Auf Wunsch, nicht verpflichtend.

Travel ID und Miles & More sind also zwei Dinge. Das eine ist ein Login, das andere ein Vielfliegerprogramm. Du kannst die Travel ID anlegen, einchecken und nie eine Meile sammeln. Du kannst Miles & More aber auch für dieselbe Travel ID aktivieren, dann laufen Login und Meilenkonto zusammen.

Und wenn du schon ein Konto anlegen musst, dann lohnt sich dieser zweite Schritt. Das Meilenkonto kostet nichts, und es fängt sofort an zu zählen. Dazu kommt ein kleiner, aber konkreter Vorteil: Travel-ID- und Miles-&-More-Kunden bekommen auf allen Kurz- und Mittelstreckenflügen mit Flugzeugen der A320-Familie, die mit WLAN ausgestattet sind, kostenloses und unbegrenztes Messaging im FlyNet-Portal. Nicht das große Internetpaket, aber WhatsApp und iMessage über den Wolken, ohne Aufpreis.

Realistisch bleibt dabei: Zwei Flüge im Jahr bringen kaum Meilen. Ein Europa-Rückflug schlägt je nach Tarif mit wenigen Hundert bis gut tausend Prämienmeilen zu Buche, und für einen Prämienflug innerhalb Europas brauchst du ein Vielfaches davon. Wer sein Meilenkonto wirklich füllen will, tut das über den Alltag, nicht über das Fliegen. Genau da setzen Kreditkarten und Partnerprogramme an.

Weiterlesen und selbst rechnen

Wenn du das Meilenkonto gerade erst anlegst, sind das die drei Seiten, die ich dir an die Hand gebe.

Welche Airlines betroffen sind, und welche nicht

Die Mitteilung vom 21. Oktober 2026 nennt sieben Fluggesellschaften: Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Edelweiss und Discover Airlines. Für Check-ins über deren Websites und Apps wird die Travel ID schrittweise erforderlich.

Interessant ist, wer dort nicht steht. Die Lufthansa Group zählt auf ihrer Travel-ID-Seite deutlich mehr Airlines auf, die die Travel ID nutzen, darunter Eurowings, ITA Airways und Lufthansa City Airlines. Diese drei tauchen in der Liste zur Check-in-Pflicht aber nicht auf. Dass eine Airline die Travel ID anbietet, heißt also nicht automatisch, dass sie sie beim Check-in verlangt.

Für dich als Reisenden ist das mehr als eine Fußnote. Wer Eurowings fliegt, checkt nach heutigem Stand weiter mit Buchungscode und Nachname ein. Wer eine Verbindung bucht, die aus einem Lufthansa- und einem Eurowings-Abschnitt besteht, kann also bei einem Abschnitt eine Anmeldung brauchen und beim anderen nicht. Ich würde mich darauf nicht dauerhaft verlassen, denn die Gruppe spricht ausdrücklich von einer schrittweisen Einführung. Dass weitere Airlines nachziehen, wäre die logische Fortsetzung.

Noch ein Hinweis zur Einordnung: Die Allgemeinen Beförderungsbedingungen der Lufthansa in der Fassung von August 2026 erwähnen die Travel ID mit keinem Wort. Die Pflicht kommt aus einer betrieblichen Mitteilung, nicht aus dem Kleingedruckten deines Beförderungsvertrags. Was dort steht, ist die Meldeschlusszeit: der Zeitpunkt, bis zu dem du die Check-in-Formalitäten abgeschlossen haben und im Besitz deiner Bordkarte sein musst. Wie du zu dieser Bordkarte kommst, lässt der Vertrag offen. Deshalb bleibt der Schalter auch ein gültiger Weg.

Drei Wege zur Bordkarte im Vergleich

Empfehlung

Online-Check-in mit Travel ID

Konto nötig
Ja, einmalig anlegen
Ab wann möglich
30 Stunden vor Abflug
Sitzplatzwahl
Freie Plätze zum frühest möglichen Zeitpunkt
Gut für
Alle, die mehr als einmal im Jahr fliegen

Automatischer Check-in per Link

Konto nötig
Nein
Ab wann möglich
Bordkarte 23 Stunden vor Abflug
Sitzplatzwahl
Nur nachträglich über die mobile Bordkarte
Gut für
Gelegenheitsflüge im Schengen-Raum

Schalter oder Automat am Flughafen

Konto nötig
Nein
Ab wann möglich
Am Reisetag vor Ort
Sitzplatzwahl
Was übrig ist
Gut für
Gruppen, Fremdtickets, Notfälle

Angaben nach den Lufthansa-Seiten zu Check-in und Travel ID sowie der offiziellen Mitteilung vom 21. Oktober 2026. Stand: Oktober 2026.

Was du jetzt konkret tun solltest

Die Umstellung ist kein Drama, aber sie bestraft Leute, die sie erst am Flughafen bemerken. Der Aufwand, ihr zuvorzukommen, liegt bei etwa fünf Minuten. Diese fünf Minuten solltest du dir nehmen, bevor der nächste Flug ansteht, nicht am Abend davor.

Wichtig ist vor allem die Reihenfolge: erst Konto anlegen, dann E-Mail-Adresse bestätigen, dann prüfen, ob die Daten im Profil zu deinem Ausweis passen. Wer bei der Buchung einen Zweitnamen mitgeschrieben hat und im Profil nicht, bekommt beim Check-in unnötigen Ärger.

Deine Checkliste vor dem nächsten Lufthansa-Flug

Sieben Punkte, die zusammen keine zehn Minuten brauchen.

  • Prüfe, ab wann es für deinen Abflughafen gilt

    Maßgeblich ist der Abflughafen, nicht das Ziel. Deutschland ohne Frankfurt und München seit dem 2. November 2026, München und Zürich ab dem 16. November, Frankfurt ab dem 30. November.

  • Lege die Travel ID in Ruhe zu Hause an

    Du brauchst eine E-Mail-Adresse, auf die du zugreifen kannst, um sie zu bestätigen. Am Reisetag ist das der häufigste Stolperstein.

  • Gleiche den Namen im Profil mit deinem Ausweis ab

    Vorname, Nachname und gegebenenfalls Zweitname müssen zur Buchung passen. Abweichungen fallen erst beim Check-in auf.

  • Bei mehreren Reisenden reicht ein Konto

    Checkt eine Person die ganze Buchung ein, braucht nur diese Person eine Travel ID. Für Familien ist das die einfachste Lösung.

  • Ohne Konto: automatischen Check-in über den Buchungslink aktivieren

    Funktioniert ausdrücklich auch ohne Travel ID, gilt dann aber nur für diesen einen Flug und nur bei Flügen vollständig im Schengen-Raum.

  • Ohne Sitzplatzreservierung früh einchecken

    Ohne Zuzahlung wird der Platz erst beim Check-in zugewiesen. Wer spät dran ist, sitzt getrennt.

  • Miles & More gleich mit aktivieren, wenn du Meilen sammeln willst

    Kostet nichts, ist freiwillig, und bringt auf WLAN-Flügen der A320-Familie kostenloses Messaging im FlyNet-Portal.

Mein Fazit

Die Travel-ID-Pflicht ist ein Schritt, den ich nicht schön finde, der aber weniger wehtut, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Ein Konto, einmal fünf Minuten, und danach ist das Thema erledigt. Was mich stört, ist nicht die Anmeldung selbst, sondern dass sie sich mit der Sitzplatzvergabe beim Check-in überlagert und ausgerechnet die trifft, die ohne Reservierung fliegen.

Drei Dinge nimm bitte mit. Erstens: Maßgeblich ist dein Abflughafen, und Frankfurt kommt zuletzt. Zweitens: Der Schalter bleibt offen, und für Gruppen und Fremdtickets ändert sich nichts. Drittens, und das ist der Punkt, den kaum jemand erwähnt: Der automatische Check-in über den Link in der Buchungsbestätigung funktioniert ausdrücklich ohne Travel ID.

Und wenn du das Konto ohnehin anlegst, dann hak Miles & More gleich mit ab. Es kostet nichts, es zählt ab dem ersten Flug, und du nimmst dem Ganzen wenigstens etwas Gutes ab.

Häufig gestellte Fragen zur Lufthansa Travel ID

Für den Online-Check-in über Website und App der betroffenen Airlines ja. Am Schalter und am Automaten des Flughafens checkst du weiterhin ohne Travel ID ein. Auch Gruppenbuchungen, Tickets anderer Fluggesellschaften und ausgewählte Veranstalterbuchungen sind ausgenommen.
Für Abflüge aus Deutschland seit dem 2. November 2026, zunächst ohne Frankfurt und München. München folgt am 16. November 2026, Frankfurt am 30. November 2026. Maßgeblich ist immer der Abflughafen, nicht das Reiseziel.
Nein. Checkt eine Person die gesamte Buchung ein, reicht deren Travel ID für alle Reisenden. Wer den Check-in für andere übernimmt, etwa für Eltern oder Kinder, kann dafür die eigene Travel ID verwenden und muss selbst nicht einmal mitfliegen.
Ja, über den automatischen Check-in. Dafür meldest du dich über den Link in deiner Buchungsbestätigung an, ausdrücklich auch ohne Travel ID und ohne Miles & More. Die Bordkarte kommt dann 23 Stunden vor Abflug per E-Mail, allerdings unverschlüsselt und nur für diesen einen Flug. Bei Flügen, die nicht vollständig im Schengen-Raum stattfinden, steht dieser Weg nicht zur Verfügung.
Nein. Die Lufthansa Group führt Miles & More bei der Travel ID ausdrücklich als Option auf. Du kannst das Konto nutzen, ohne jemals eine Meile zu sammeln. Wer Miles & More aktiviert, bekommt zusätzlich kostenloses Messaging im FlyNet-Portal auf WLAN-Flügen der A320-Familie.
Die Mitteilung vom 21. Oktober 2026 nennt Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Air Dolomiti, Edelweiss und Discover Airlines. Eurowings steht nicht auf dieser Liste, nutzt die Travel ID aber grundsätzlich. Da die Lufthansa Group von einer schrittweisen Einführung spricht, kann sich das ändern.

Geschrieben von

Simon Edholzer

Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex, zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung. Damit fliegt er regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik

Zuletzt aktualisiert am 02.11.2026

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