Zu wenig Meilen für den Prämienflug: die Wege, die wirklich funktionieren

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VerantwortlichGründer von Meilenmeister
Erschienen07.11.202612 Min. Lesezeit
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Reisender sitzt nachts allein am dunklen Flughafen-Gate und schaut auf sein Smartphone
Mit KI erstellt

Der Moment ist immer derselbe. Du hast den Flug gefunden, den du willst, das Datum passt, der Platz ist frei. Dann steht die Meilenzahl da, und darunter dein Kontostand. Es fehlen 15.000 Meilen. Oder 6.000. Oder, besonders bitter, 900. Der erste Reflex ist bei fast allen gleich: Dann zahle ich den Rest eben in Euro dazu.

Genau das geht bei Miles & More nicht, und zwar nicht aus Versehen, sondern weil die Bedingungen für Flugprämien diese Möglichkeit gar nicht kennen. Ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Award Flights dafür heute Zeile für Zeile gelesen. Es gibt dort kein Modell, bei dem du einen Teil der Meilen durch Geld ersetzen kannst. Was es gibt, sind Zuschläge, Steuern und Gebühren, die du zusätzlich zu den Meilen bezahlst, und das ist etwas völlig anderes.

Die gute Nachricht steckt dahinter. Es gibt fünf Wege, die Lücke zu schließen, und vier davon kosten dich keinen einzigen Euro extra. Einer von ihnen steht wörtlich in den Bedingungen und wird in den gängigen Ratgebern praktisch nie erwähnt, obwohl er der eleganteste ist. Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch, mit den Bedingungen, die wirklich gelten, und mit der Frage, welcher Weg in welcher Situation der richtige ist.

Auf einen Blick

Nicht möglichDifferenz in Euro zuzahlen
2 Erwachsene, bis zu 5 KinderMeilenpool
1:1 ab 200 PunktenPAYBACK zu Meilen
Ausdrücklich erlaubtFür andere buchen
50 Prozent der MeilenOneway statt Hin und Rück
Braucht bezahltes TicketUpgrade statt Prämienflug
Infografik: Der Praemienflug kostet 63.000 Meilen, auf dem Konto liegen 48.000, es fehlen 15.000 Meilen
Mit KI erstellt
Die typische Situation: Der Flug kostet 63.000 Meilen, auf dem Konto liegen 48.000, es fehlen 15.000. Diese Differenz lässt sich bei Miles & More nicht in Euro bezahlen.Mit KI erstellt

Die unbequeme Antwort zuerst: Geld ersetzt keine Meilen

Es lohnt sich, einen Moment bei dieser Absage zu bleiben, weil im Netz viel Verwirrung darüber herrscht. Schuld daran sind zwei Dinge, die ständig verwechselt werden.

Das erste ist die Zuzahlung, die es wirklich gibt. Jeder Prämienflug kostet dich Meilen und Geld. Die Bedingungen formulieren das in Ziffer 2.1 sehr klar: Die erforderlichen Meilen werden vom Konto abgezogen, sobald die Buchung abgeschlossen ist, und sämtliche Steuern, Gebühren und Zuschläge der Airline-Partner werden gesondert berechnet. Dieser Geldbetrag ist aber kein Ersatz für Meilen, sondern eine zusätzliche Rechnung. Er wird nicht kleiner, wenn du mehr Meilen einsetzt, und er wird nicht größer, wenn du weniger hast.

Interessant ist, dass derselbe Satz auch die umgekehrte Richtung verbietet. Die Steuern und Gebühren sind laut Ziffer 2.1 per Kreditkarte zu entrichten und können nicht mit weiteren Meilen beglichen werden. Die Trennung ist also in beide Richtungen dicht: Meilen bezahlen den Flug, Geld bezahlt die Abgaben, und die beiden Töpfe sind nicht austauschbar. Wie sich dieser Geldanteil zusammensetzt und warum er bei zwei Airlines auf derselben Strecke völlig unterschiedlich ausfallen kann, steht im Beitrag Prämienflug: Steuern und Gebühren.

Das zweite Missverständnis kommt von anderen Vielfliegerprogrammen. Air France und KLM bieten unter dem Namen Cash & Miles tatsächlich an, einen Teil des Preises mit Meilen und den Rest mit Geld zu zahlen. Wer das kennt und dann bei Miles & More danach sucht, findet nichts und vermutet einen Fehler. Es ist keiner. Es ist einfach ein anderes Programm mit anderen Regeln. Wenn du Punkte bei American Express liegen hast, ist das übrigens ein echtes Argument, sie zu Flying Blue zu transferieren statt in Richtung Miles & More, weil du dort eben auch mit einem halb gefüllten Konto etwas anfangen kannst.

Bleibt die Frage, was du stattdessen tust. Die Antwort hängt davon ab, wie groß die Lücke ist und wie viel Zeit du hast. Bei 900 fehlenden Meilen und einem Flug nächste Woche ist der richtige Weg ein anderer als bei 40.000 fehlenden Meilen und einer Reise im nächsten Sommer.

Infografik: Drei Wege ohne Zukauf - Meilen im Pool sammeln, Payback Punkte tauschen, andere Person bucht
Mit KI erstellt
Drei Wege kommen ohne jeden Zukauf aus: die Meilen mehrerer Konten im Pool gemeinsam sammeln, PAYBACK Punkte in Meilen umwandeln, oder die Person mit den Meilen den Flug für dich buchen lassen.Mit KI erstellt

Weg 1: Meilen bündeln, nicht übertragen

Der häufigste Wunsch lautet: Mein Partner hat noch Meilen, kann er mir die überschreiben? Die Antwort ist ein klares Nein, und zwar aus einem Grund, der in den Teilnahmebedingungen steht. Meilen zu verkaufen, zu tauschen oder zu versteigern ist untersagt, und ein ausgestellter Prämienflug ist nicht übertragbar. Ein Meilenkonto ist persönlich.

Was Miles & More stattdessen anbietet, ist der Meilenpool, im Programm Mileage Pooling genannt. Er löst dasselbe Problem, nur anders: Die Meilen wandern nicht von einem Konto zum anderen, sondern mehrere Konten rechnen zusammen. Für eine Prämienbuchung zählt dann der gemeinsame Stand.

Die Eckwerte, Stand November 2026: Einen Pool gründen darf jede teilnehmende Person ab 18 Jahren. Dazu einladen kannst du einen weiteren Erwachsenen sowie bis zu fünf Kinder im Alter von zwei bis 18 Jahren. Die beiden Erwachsenen müssen nicht verheiratet sein. Mit dem 18. Geburtstag fällt ein Kind automatisch aus dem Pool heraus.

Der Punkt, den du vorher wissen musst, ist die Sperre. Die Meilen werden erst zwei Tage nach Annahme der Einladung zusammengeführt, und in diesem Zeitraum lassen sich weder die persönlichen noch die gemeinsamen Meilen einlösen. Zwei Tage, in denen du gar nicht buchen kannst. Wer den Pool in dem Moment gründet, in dem er den perfekten Prämienplatz gefunden hat, riskiert also, dass dieser Platz weg ist, bevor er zugreifen darf. Den Pool legst du an, bevor du suchst, nicht danach.

Zwei weitere Details, die später Ärger ersparen. Erstens fließen ab der Zusammenführung alle neu gesammelten Meilen automatisch in den Pool, nicht nur die alten. Zweitens entscheidet nicht du, welche Meilen bei einer Buchung draufgehen: Eingelöst wird automatisch nach dem jeweils frühesten Verfallsdatum, und geschützte Meilen werden erst angefasst, wenn die ungeschützten nicht ausreichen. Das ist in der Sache sinnvoll, weil so zuerst das verbraucht wird, was sonst verfallen würde. Wichtig ist nur: Der Meilenschutz über eine Kreditkarte gilt weiterhin ausschließlich für die Meilen der Karteninhaberin oder des Karteninhabers, nicht für den ganzen Pool.

Für Familien kommt noch etwas dazu, das die Lücke langfristig schließt. Kinder können ab zwei Jahren als JetFriends angemeldet werden, bekommen zur Begrüßung 500 Meilen und ihre Meilen sind bis zum 18. Geburtstag vor dem Verfall geschützt. Vier Familienmitglieder, die jeweils ein paar Flüge und etwas Alltag sammeln, kommen gemeinsam deutlich schneller an eine Prämie als einer allein.

Infografik: Der Meilenpool fasst zwei Erwachsene und bis zu fuenf Kinder von 2 bis 18 Jahren zusammen, zwei Tage gesperrt
Mit KI erstellt
Der Meilenpool fasst die Konten von zwei Erwachsenen und bis zu fünf Kindern im Alter von 2 bis 18 Jahren zusammen. Nach der Einladung sind die Meilen zwei Tage lang gesperrt und nicht einlösbar.Mit KI erstellt

Weg 2: Die Person mit den Meilen bucht einfach für dich

Das ist der Weg, den fast kein Ratgeber erwähnt, und er steht wörtlich in Ziffer 2.4 der Bedingungen. Du darfst Prämienflüge für Verwandte oder Bekannte buchen, ohne selbst mitzufliegen. Der Meilenwert wird vom Konto der buchenden Person abgezogen, die Reise macht jemand anderes.

Damit löst sich das Problem oft von selbst. Wenn dein Vater 70.000 Meilen hat und du 20.000, dann muss niemand Meilen verschieben und niemand einen Pool gründen. Dein Vater bucht den Flug auf deinen Namen, und das ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich vorgesehen. Für eine einzelne Reise ist das der schnellste und sauberste Weg überhaupt: kein Antrag, keine Wartezeit, keine Sperre.

Zwei Bedingungen gibt es. Die Buchung muss von der kontoführenden Person persönlich gemacht werden, du kannst also nicht einfach die Kontodaten übernehmen und selbst buchen. Und das ausgestellte Ticket ist danach nicht mehr übertragbar: Wer draufsteht, fliegt, und ein Namenswechsel ist keine Option. Der Name muss also beim Buchen sitzen.

Wo die Grenze liegt, ist ebenfalls geregelt und wichtig zu kennen: Das Verbot, Meilen und Prämienunterlagen zu verkaufen oder zu tauschen, gilt weiter. Für jemanden zu buchen, den man kennt, ist erlaubt. Gegen Bezahlung Prämienflüge für Fremde zu buchen, ist es nicht. Was dabei im Einzelnen gilt, auch für Geschenke und für Reisen ohne die buchende Person, habe ich im Beitrag Meilen für eine andere Person einlösen ausführlich aufgeschrieben.

Für Senatoren und HON Circle Member gibt es dazu noch eine eigene Abkürzung. Mit der Begleitprämie fliegt eine Begleitperson auf derselben Reise für 50 Prozent der Meilen mit. Gebucht, angetreten und vollständig durchgeführt werden muss die Reise gemeinsam, und mit ermäßigten Prämien, Kinderprämien oder Oneway-Prämien lässt sich das nicht kombinieren. Wer diesen Status hat, halbiert damit für zwei Personen den Meilenbedarf des zweiten Tickets.

Weg 3: Punkte umwandeln, der beste Kurs für kleine Lücken

Wenn 900 Meilen fehlen, ist ein Meilenpool Overkill und ein Mileneinkauf Unsinn. Für kleine Lücken ist die Umwandlung von PAYBACK Punkten mit Abstand der beste Weg, und das hat einen einfachen Grund: Der Kurs ist 1:1 und die Einstiegshürde ist winzig.

Die Bedingungen stehen bei PAYBACK selbst und sind heute so nachzulesen: Ab 200 PAYBACK Punkten lassen sich diese im Verhältnis 1:1 in Miles-&-More-Meilen umwandeln, je Transaktion maximal 999.999 Punkte. Du gibst im PAYBACK Konto den gewünschten Punktewert ein, dazu die Miles-&-More-Kartennummer, und die Punkte werden als Prämienmeilen gutgeschrieben. 200 Punkte sind die Untergrenze, nicht die Schrittweite, du kannst also auch genau die 900 umwandeln, die dir fehlen.

Ein Detail, das du vorher bedenken solltest: Umgewandelte Punkte lassen sich nicht zurückbuchen. Die Einbahnstraße ist hier ernst gemeint. Wandle also so viele Punkte um, wie du für die konkrete Prämie brauchst, und nicht vorsorglich den ganzen Bestand.

Wer das nicht jedes Mal von Hand machen will, kann das Miles-Abo einschalten. PAYBACK schreibt dann zweimal im Jahr, im März und im September, automatisch alle zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Punkte als Meilen auf das Miles-&-More-Konto, sofern mindestens 200 Punkte zusammengekommen sind. Für Leute, die ihre Punkte ohnehin immer in Meilen stecken, ist das bequem. Für alle anderen ist es eher gefährlich, weil der ganze Punktestand automatisch weggeht.

Ob der 1:1-Tausch ein gutes Geschäft ist, hängt daran, was du mit den Meilen anschließend machst. Als Flugprämie holst du pro Meile das Vielfache heraus, was du bei einer Sachprämie im Worldshop bekommst: Dort liegt der Gegenwert einer Meile nur zwischen 0,33 und 0,50 Cent. Die Rechnung dazu steht im Beitrag Was eine Miles-&-More-Meile wirklich wert ist. Kurz gesagt: Punkte in Meilen tauschen lohnt sich, wenn ein Flug das Ziel ist, und lohnt sich nicht, wenn du am Ende doch einen Koffer bestellst.

Der Haken an diesem Weg ist nur, dass du erst einmal PAYBACK Punkte haben musst. Wer die Karte im Portemonnaie hat und beim Einkaufen scannt, sammelt sie nebenbei. Wer zusätzlich mit einer Kreditkarte zahlt, die Punkte auf jeden Umsatz gibt, sammelt sie auf alles, nicht nur bei den Partnern.

Weg 4: Dieselbe Reise für weniger Meilen buchen

Der am meisten unterschätzte Weg ist, die Lücke nicht zu füllen, sondern kleiner zu machen. Die Bedingungen kennen mehrere Prämienvarianten, die weniger Meilen kosten als der reguläre Prämienflug, und in vielen Fällen reicht dein Bestand dann doch.

Der einfachste Hebel ist der Oneway. Ein Prämienflug für eine einzelne Strecke kostet 50 Prozent der Meilen eines regulären Hin- und Rückflugs. Wenn dir für Hin und Rück 15.000 Meilen fehlen, dann reichen deine Meilen für den Hinflug sehr wahrscheinlich bequem. Den Rückflug buchst du später, wenn wieder Meilen da sind, oder du bezahlst ihn. Das klingt nach einem Kompromiss, ist aber oft die beste Lösung, weil du den teuren Langstreckenabschnitt mit Meilen nimmst und den günstigen mit Geld.

Dann gibt es die ermäßigten Prämien. Fly Smart kostet weniger Meilen als ein regulärer Prämienflug, ist nur online buchbar und gilt bei ausgewählten Partnern, nämlich Eurowings, Brussels Airlines, Croatia Airlines und LOT Polish Airlines. Innerhalb Europas geht Economy und Business, interkontinental nur Economy. Der Preis dafür ist Flexibilität: Gebucht wird zwischen zwei Wochen und zwei Werktagen vor dem Abflug, und beim Mindestaufenthalt gilt innerhalb Deutschlands und Europas der erste Sonntag nach Reiseantritt als frühester Rückflugtermin, interkontinental sind es sieben Tage.

Die Meilenschnäppchen sind der zweite Topf. Das sind monatlich wechselnde, zeitlich begrenzte Angebote, aktuell bei Brussels Airlines, Croatia Airlines, Eurowings, ITA Airways, LOT Polish Airlines und Luxair. Sie gelten nur für die Strecken, die Miles & More auch als Meilenschnäppchen bewirbt, und jedes Angebot hat eigene Reisebedingungen und Buchungszeiträume. Welche Ziele gerade dabei sind und wie man sie findet, steht im Beitrag Meilenschnäppchen bei Miles & More.

Bei allen ermäßigten Prämien gilt allerdings ein Satz, den du kennen solltest, bevor du zugreifst: Eine Umbuchung ist nicht möglich, und bei einer Stornierung bekommst du nur Steuern und Gebühren zurück. Meilen und Airline-Zuschläge sind weg. Dazu wird bei Anschlussflügen automatisch der nächste verfügbare Flug gewählt, ohne jede Wahlmöglichkeit, auch nicht über das Service Team. Für eine feste Reise ist das in Ordnung. Für eine Reise, bei der sich noch etwas verschieben könnte, ist es ein echtes Risiko.

Reist du mit Kindern, kommt der größte Rabatt noch dazu. Kinder ab zwei und unter zwölf Jahren bekommen 25 Prozent Ermäßigung auf die Meilen eines regulären Prämienflugs, Kleinkinder unter zwei ohne eigenen Sitzplatz zahlen 10 Prozent. Entscheidend ist das Alter am Tag des Hinflugs, und es gilt nur bei elf Airlines der Gruppe und ihrer Partner. Die Einzelheiten dazu stehen im Beitrag Prämienflug mit Kindern.

Weg 5: Statt Prämienflug ein Upgrade kaufen

Dieser Weg ist der Umweg, der oft am besten rechnet, und er passt besonders zu Leuten mit einem halb gefüllten Konto. Die Idee: Du buchst den Flug mit Geld, aber in der Economy, und setzt die Meilen nur für die Hochstufung in die nächste Klasse ein. Ein Upgrade kostet deutlich weniger Meilen als ein kompletter Prämienflug in derselben Klasse.

Die Bedingungen dafür sind in Ziffer 4 geregelt. Voraussetzung ist ein vollständig bezahlter Flug, für den schon ein Ticket ausgestellt ist. Die Höhe des Upgrades hängt von der Buchungsklasse deines Tickets ab, nicht nur von der Strecke, und die Meilenwerte gelten pro Teilstrecke: Bei mehreren Coupons addieren sie sich. Bei Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, Lufthansa, Lufthansa City Airlines, LOT Polish Airlines und SWISS ist auch der Sprung direkt von der Economy in die Business Class möglich, nicht nur in die nächsthöhere Klasse.

Zwei Einschränkungen sind entscheidend. Erstens sind Upgrades für Prämienflüge ausgeschlossen: Du kannst nicht einen Prämienflug in Economy buchen und ihn dann mit weiteren Meilen hochstufen. Das Ausgangsticket muss bezahlt sein. Zweitens müssen alle Flugabschnitte, für die du upgraden willst, vorher in der niedrigeren Klasse bestätigt sein. Buchen lässt sich das Upgrade online oder über das Service Team, und zwar bis drei Stunden vor dem Abflug, sofern du nicht schon eingecheckt hast.

Die Rechnung dahinter ist simpel: Du zahlst den Economy-Preis in Euro und die Differenz zur Business in Meilen. Ob sich das gegenüber einem reinen Prämienflug lohnt, hängt am Economy-Preis des Tages und an der Buchungsklasse. Wann das aufgeht und wann nicht, steht mit Zahlen im Beitrag Upgrade mit Meilen.

Und was ist mit Meilen kaufen?

Miles & More verkauft Prämienmeilen direkt, und für kleine Lücken ist das tatsächlich eine Option. Es ist aber die teuerste von allen, und zwar strukturell: Du bezahlst Meilen zu einem Preis, der über dem liegt, was sie dir beim Einlösen bringen, es sei denn, du steckst sie in eine besonders gute Flugprämie.

Konkrete Preise nenne ich hier bewusst nicht. Die Kaufseite von Miles & More war bei meiner Prüfung heute nicht erreichbar, und die Paketpreise und Bonusaktionen wechseln. Eine Zahl aus dem Frühjahr einfach weiterzuschreiben wäre genau der Fehler, der im Netz dazu führt, dass überall andere Werte stehen.

Was sich sagen lässt, ohne zu raten: Der Kauf rechnet sich am ehesten dann, wenn dir ein kleiner Rest für eine konkrete, schon gefundene und wertvolle Prämie fehlt, nicht als Methode, ein Konto aufzubauen. Die Paketgrößen, die Bonusmechanik und die Rechnung, ab wann es sich lohnt, habe ich im Beitrag Miles & More Meilen kaufen aufgeschrieben. Prüfe die Preise dort bitte am Tag der Buchung gegen die Kaufseite, nicht gegen einen Blogbeitrag.

Der Vergleich zu Weg 3 fällt deutlich aus. Punkte, die du beim Einkaufen ohnehin gesammelt hast, kosten dich keinen zusätzlichen Euro und gehen 1:1 in Meilen. Gekaufte Meilen kosten echtes Geld. Wenn du also beides zur Verfügung hast, ist die Reihenfolge klar.

Welcher Weg wann: die Entscheidung in einer Tabelle

Die Wahl hängt an zwei Fragen: Wie groß ist die Lücke, und wie viel Zeit hast du bis zur Buchung? Daraus ergibt sich fast immer eindeutig, welcher Weg der richtige ist.

Vier Wege im direkten Vergleich

Für kleine Lücken

PAYBACK Punkte umwandeln

Passt bei
Lücken ab 200 Meilen
Dauer bis verfügbar
Wenige Tage
Zusätzliche Kosten
Keine, wenn Punkte da sind
Wichtigste Hürde
Nicht rückbuchbar

Andere Person bucht

Passt bei
Jeder Lückengröße
Dauer bis verfügbar
Sofort
Zusätzliche Kosten
Keine
Wichtigste Hürde
Muss persönlich buchen, Name endgültig

Meilenpool

Passt bei
Großen Lücken in der Familie
Dauer bis verfügbar
Zwei Tage Sperre
Zusätzliche Kosten
Keine
Wichtigste Hürde
In der Sperre nicht buchbar

Günstigere Prämie

Passt bei
Lücken bis etwa 50 Prozent
Dauer bis verfügbar
Sofort
Zusätzliche Kosten
Keine
Wichtigste Hürde
Ermäßigte Prämien sind nicht umbuchbar

Angaben Stand November 2026, geprüft gegen die Miles & More Bedingungen für Award Flights und payback.de. Der Kartenlink ist ein Affiliate-Link.

Was in dieser Tabelle nicht steht, ist der Meilenkauf, und das ist Absicht. Er ist der einzige Weg, der dich zusätzlich Geld kostet, und damit immer die letzte Wahl. Wenn einer der vier Wege oben funktioniert, brauchst du ihn nicht.

Dein Weg zur fehlenden Meile

Sieben Schritte, in dieser Reihenfolge.

  • Zuerst prüfen, wie groß die Lücke wirklich ist

    Der angezeigte Meilenpreis bei Lufthansa, SWISS, Austrian, Air Dolomiti, Discover und Lufthansa City hängt von Routing, Klasse, Tarif und Vorausbuchungszeitraum ab. Ein anderes Datum kann die Lücke von selbst schließen.

  • Den Oneway gegenrechnen

    Eine einzelne Strecke kostet 50 Prozent der Meilen. Bei einer Lücke unter der Hälfte brauchst du oft keinen weiteren Weg.

  • Bei kleinen Lücken PAYBACK Punkte umwandeln

    Ab 200 Punkten im Verhältnis 1:1, je Transaktion bis 999.999 Punkte. Nur so viel umwandeln, wie du brauchst, denn zurück geht es nicht.

  • Fragen, wer in der Familie Meilen hat

    Prämienflüge für Verwandte und Bekannte zu buchen, ohne mitzufliegen, ist ausdrücklich erlaubt. Das ist der schnellste Weg und braucht keinen Antrag.

  • Den Meilenpool vor der Prämiensuche anlegen

    Zwei Tage nach Annahme der Einladung werden die Meilen zusammengeführt, und in dieser Zeit lässt sich nichts einlösen.

  • Bei ermäßigten Prämien die Stornobedingungen lesen

    Keine Umbuchung, bei Storno nur Steuern und Gebühren zurück, Meilen und Zuschläge verfallen. Anschlussflüge werden automatisch gewählt.

  • Das Geld für Steuern und Gebühren einplanen

    Dieser Betrag kommt zusätzlich und ist per Kreditkarte zu zahlen. Mit Meilen lässt er sich nicht begleichen.

Mein Fazit

Die Frage, mit der dieser Beitrag anfängt, hat eine unbefriedigende und eine gute Antwort. Die unbefriedigende: Nein, du kannst die fehlenden Meilen bei Miles & More nicht einfach in Euro dazuzahlen. Die Bedingungen trennen Meilen und Geld sauber, in beide Richtungen.

Die gute Antwort ist, dass es diese Zuzahlung meistens auch nicht braucht. Bei einer kleinen Lücke wandelst du PAYBACK Punkte um, ab 200 Punkten und 1:1. Bei einer großen fragst du die Person in deinem Umfeld, die Meilen hat, ob sie den Flug für dich bucht, was erlaubt und in zehn Minuten erledigt ist. Für die Familie auf Dauer lohnt der Meilenpool, nur bitte angelegt, bevor du suchst. Und wenn alles nicht reicht, buchst du statt Hin und Rück einen Oneway oder nimmst das Upgrade auf ein bezahltes Ticket.

Was ich mir selbst angewöhnt habe: Die Lücke erst gar nicht entstehen lassen. Ein Meilenkonto, das sich nur durch zwei Flüge im Jahr füllt, wird nie reichen. Es füllt sich im Alltag, über Partner und Karten, und zwar langsam und unspektakulär. Das ist der langweiligste Rat in diesem Text und der einzige, der das Problem dauerhaft löst.

Weiterlesen und selbst rechnen

Die drei Seiten, die zu diesem Thema am meisten bringen, wenn du gerade vor einer konkreten Buchung sitzt.

Häufige Fragen zu fehlenden Meilen

Nein. Die Bedingungen für Award Flights kennen kein Modell, bei dem Geld einen Teil der Meilen ersetzt. Die erforderlichen Meilen werden vollständig vom Konto abgezogen. Steuern, Gebühren und Zuschläge der Airline kommen zusätzlich dazu, sind per Kreditkarte zu entrichten und lassen sich umgekehrt auch nicht mit Meilen bezahlen.
Meilen zu verkaufen, zu tauschen oder zu versteigern ist untersagt, ein Konto ist persönlich. Es gibt aber zwei Lösungen: den Meilenpool, in dem zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder von 2 bis 18 Jahren ihre Meilen zusammenrechnen, und die Möglichkeit, dass die Person mit den Meilen den Prämienflug einfach für dich bucht, ohne selbst mitzufliegen.
Zwei Tage nach Annahme der Einladung werden die Meilen in einem gemeinsamen Pool zusammengeführt. In diesem Zeitraum lassen sich weder die persönlichen noch die gemeinsamen Meilen einlösen. Den Pool solltest du deshalb anlegen, bevor du mit der Prämiensuche beginnst.
Einen Punkt. Ab 200 PAYBACK Punkten lassen sich diese im Verhältnis 1:1 in Miles-&-More-Meilen umwandeln, je Transaktion maximal 999.999 Punkte. Die 200 sind nur die Untergrenze, du kannst also auch genau den fehlenden Betrag umwandeln. Umgewandelte Punkte lassen sich nicht zurückbuchen.
Ja, das ist ausdrücklich erlaubt. Prämienflüge dürfen für Verwandte und Bekannte gebucht werden, ohne dass die buchende Person mitfliegt. Die Buchung muss sie persönlich vornehmen, die Meilen gehen von ihrem Konto ab. Das ausgestellte Ticket ist danach nicht mehr übertragbar, der Name muss also stimmen.
In der Regel die günstigere Prämie, weil sie keinen zusätzlichen Euro kostet. Ein Oneway kostet 50 Prozent der Meilen eines Hin- und Rückflugs, Kinder von 2 bis unter 12 Jahren bekommen 25 Prozent Ermäßigung, und Fly Smart sowie Meilenschnäppchen liegen unter dem regulären Preis. Dafür sind ermäßigte Prämien nicht umbuchbar und bei Storno gibt es nur Steuern und Gebühren zurück.

Geschrieben von

Simon Edholzer

Gründer von Meilen-Meister. Sammelt selbst aktiv Meilen und Punkte mit Amex Gold, Platinum und Payback Amex, zuletzt 40.000 Membership-Rewards-Punkte über eine einzige Empfehlung. Damit fliegt er regelmäßig nach Südostasien. Mehr über mich und meine Methodik

Zuletzt aktualisiert am 08.11.2026

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